Auf dem Jakobsweg in Spanien, Deutschland und Europa pilgern

Der Einsiedler Paio entdeckte im Jahre 814 in der spanischen Provinz Galizien das Grab des Apostels Jakobus des Älteren, Santiago de Compostela wurde somit zu einem der bekanntesten und wichtigsten Pilgerorte der Christenheit. Laut volkstümlicher Überlieferung soll Kaiser Karl der Große den Jakobsweg als solchen eröffnet haben. Genau wie nach Jerusalem oder Rom zog es zahlreiche Pilger fortan auch an das Grab des Apostels Jakobus. Nach und nach wurden entlang des Weges Klöster und Pilgerhospize errichtet, um den religiösen Wanderern Obdach gewähren zu können. Der ursprüngliche Jakobsweg in dem Verlauf, den wir auch heute kennen, entstand in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und wurde als Camino Frances bekannt. Er führt von den Pyrenäen durch Nordspanien über die Hauptverkehrsachse des Hochmittelalters und frequentiert alte Königsstädte wie Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und Leon.

Religionskriege und die Verbreitung des Protestantismus sorgten dafür, dass der Jakobsweg im 16. Jahrhundert deutlich an Popularität verlor. Ins öffentliche Interesse rückte er eigentlich erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als der Papst Santiago de Compostela besuchte, zahlreiche Bruderschaften gegründet wurden und der Jakobsweg im Jahre 1993 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt wurde. Im Umfeld der Pyrenäen bildeten sich vier weitere Jakobswege im französischen Raum, die Via Turonensis, Via Lemovicensis, Via Podiensis und Via Tolosana. Bereits im 12. Jahrhundert wurden diese vier Wege im Pilgerführer des Liber Sancti Jacobi erwähnt und im Jahre 1998 ebenfalls in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Die europäischen Jakobswege, die sich im Laufe der Zeit in ganz Europa bildeten, wurden im Jahre 1987 vom Europarat zur europäischen Kulturroute ernannt. Neben dem Camino Frances wurden in Spanien viele weitere Wege, wie zum Beispiel der Camino de Madrid, Camino de la Costa oder die Via de la Plata, mit dem Ziel Santiago de Compostela identifiziert. Pilger in ganz Europa machten sich zum gleichen Ziel auf und steckten Routen innerhalb ihrer Regionen ab, die auf abwechslungsreichen Wegen nach Spanien führen und an unterschiedlichen Stellen auf den Camino Frances übergehen. So gibt es Wege der Jakobspilger sowohl in Belgien, Großbritannien, Portugal, Italien und der Schweiz als auch in den Niederlanden und Deutschland. Von der Via Jutlandica in Schleswig-Holstein bis hin zum Münchner Jakobsweg können Pilger Deutschland von seiner schönsten Seite entdecken.

Ein Muss: Der Pilgerpass

Jakobswege in Spanien

Jakobswege in Portugal

Jakobswege in Frankreich

Jakobswege in Deutschland

Jakobswege in Europa

Unsere Angebote: Nordspanien mit JAKOBSWEGEN

Pilgerstab auf dem Jakobsweg

 

Erlebnisberichte von Pilgerungen auf dem Jakobsweg

 

Unser Special: Pilgern von A - Z

  • Welche Ausrüstung benötige ich für eine Pilgerreise?
  • Wie plane ich meine An- und Abreise für den Jakobsweg?
  • Was für eine Bekleidung sollte ich bei meiner Pilgerwanderung mitnehmen?
  • Welchen Camino soll ich für meine Pilgerreise wählen?
  • uvm. ...

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A

Welche Ausrüstung benötige ich für eine Pilgerreise?

Die Ausrüstung einer Pilgerreise sollte im Voraus sorgfältig geplant werden. Die wichtigsten Bestandteile sind vor allem gut sitzende Wanderschuhe und der Rucksack. Wenn der Schuh drückt oder der Rucksack nicht richtig eingestellt ist, kann dies die ganze Reise zunichte machen. Deshalb ist eine ausführliche Beratung im Fachgeschäft empfehlenswert. Darüber hinaus spielt die Kleidung eine wichtige Rolle, die vor allem leicht, schnell trocknend und bequem sein sollte. Eine wasserdichte Jacke oder ein Regenponcho sollten nicht fehlen. Schnell trocknende Wandersocken mit gepolstertem Sohlenbereich erleichtern das Wandern ebenso wie Wanderstöcke, die Gelenken und Muskeln ein wenig der täglichen Belastung abnehmen. Zur Standardausrüstung gehören außerdem ein Sonnenhut, Reisewaschmittel für Körper und Kleidung, Sonnenschutzcreme, Hygieneartikel wie Rasierer, Bürste und Zahnbürste, leichte Mikrofaserhandtücher, eine kleine Notapotheke, ein Taschenmesser, eine kleine Taschenlampe, eine Geldbörse für Dokumente und Geld und ein Schlafsack oder Schlafsack-Inlett.

Diese Basisausstattung lässt sich noch durch einige praktische Dinge wie ein Nähset, ein Tagebuch und Stift, Sicherheitsnadeln, Outdoorgeschirr und –besteck, Campingkocher, Isomatte, Zelt und vieles andere erweitern. Je nach Ort, Zeit und Art der Pilgerreise muss die Liste persönlich angepasst werden. Zu guter Letzt wird die Pilgerausrüstung mit dem Pilgerausweis und der Jakobsmuschel vervollständigt.

Wie plane ich meine An- und Abreise für den Jakobsweg ?

Die An- und Abreise wird in der Regel mit dem Flugzeug, dem Zug oder Langstreckenbussen bewältigt. Dabei sollte man abwägen, welche Reisedauer und welchen Preis man in Kauf nehmen möchte. Die schnellste Variante ist das Flugzeug, mit dem man zu den Großstädten entlang der Pilgerwege in Frankreich oder Spanien und von dort aus mit Taxi, Bus oder Zug zur ersten Herberge gelangen kann. Auch Santiago besitzt einen Flughafen und kann auch für die Anreise genutzt werden, da mit den örtlichen Bahnverbindungen auch verschiedene Startpunkte erreicht werden. Bei allen Flugreisen empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung. Für den Rückweg ist hierbei zu beachten, dass man nach längerer Zeit des Wanderns sehr schnell wieder in heimischen Gefilden ankäme. Ein langsamerer und daher sanfterer Übergang ist die Bahnreise, bei der man die Landschaft im Rückblick bzw. in der Vorschau betrachten kann. Wer die Anreise stückelt, d.h. nicht im Ganzen, sondern einzelne Fahrten z.B. von Köln über Paris zu den Pyrenäen bucht, kann einiges sparen. Allerdings sind dann einige Umstiege inbegriffen. Zuletzt gibt es auch Busunternehmen, die zwischen Deutschland und Frankreich und Spanien pendeln, wobei man hier die längste Zeit unterwegs ist und preislich nicht wirklich viel einspart.

Hilfreich: 
www.bahn.de  bzw. http://www.renfe.com/  oder http://www.wandern.de/reisecenter/

Unter: http://www.magic-camino.de/anreise-anfahrt.htm finden Sie noch weitere  Tipps und Informationen zur Anreise nach St. Jean Pied du Port. (Beginn des Camino Francés)

B

Was für eine Bekleidung sollte ich bei meiner Pilgerwanderung mitnehmen?

Da in der Regel jeden Tag ein anderer Ort angesteuert wird, sollte die Kleidung schnell trocknen, damit sie morgens nicht feucht in den Rucksack gepackt werden muss. Um Gewicht zu sparen, empfiehlt sich Funktionsbekleidung, z.B. eine leichte Wanderhose mit abtrennbaren Beinen anstatt einer langen Hose und zusätzlichen Shorts. Wer sich nach dem Zwiebelprinzip kleidet, das heißt Schicht für Schicht, kann sich mit guter Funktionskleidung jedem Wetter anpassen und sorgt außerdem für einen guten Feuchtigkeitstransport von einer Schicht zur nächsten. Dabei sollte das Material vor allem funktionell sein, also z.B. nicht aus Baumwolle bestehen, da diese nur langsam Feuchtigkeit abgibt, schwer wird und die Haut auskühlen lässt. Besser geeignet sind Kunstfasern wie Polyester oder Naturfasern wie Merinowolle. Dasselbe gilt für die Socken. Regenjacke oder Poncho sollten absolut wasserdicht und atmungsaktiv sein. Statt einer Regenhose reicht oft auch die schnell trocknende Wanderhose, da sich bei ersterer die Wärme stauen und vermehrt Schweiß auftreten kann. Gegen starke Sonnenstrahlung empfiehlt sich außerdem eine Kopfbedeckung. Auch in den wärmeren Gegenden Spaniens sollte eine warme Fleece-, Softshell- oder Wolljacke für kühle Morgen- und Abendstunden dabei sein. Ein zweites Paar Schuhe oder Sandalen sind ebenfalls sinnvoll.

Ausrüster: http://www.wandern.de/websites/ausruestung/index.html

C

Welchen Camino soll ich für meine Pilgerreise wählen?

Wenn es um die erste Pilgerreise handelt, empfiehlt sich ein gut frequentierter Weg mit ausreichend Infrastruktur wie z.B. der Camino Frances. Dort trifft man auf viele Gleichgesinnte, es gibt vorab zahlreiche Informationen und Erfahrungsberichte, man findet ein lückenloses Netz aus Herbergen und Versorgung und kann trotzdem auch ruhige Landschaften und Wege allein genießen, wenn man möchte. Ähnlich gut ausgestattet ist der spanische Küstenweg, der zwar relativ viele Asphaltstrecken aufweist, aber dafür mit Traumstränden und Berglandschaften punkten kann. Weniger Publikum trifft man auf den französischen, den deutschen oder südspanischen Wegen. Man kann je nach gewähltem Camino unterschiedliche Schwerpunkte setzen. In Deutschland findet man viele Zeugnisse der regionalen (Pilger-)Geschichte aus dem Mittelalter und verhältnismäßig einfache Strecken. In Frankreich sind die Wege im Zentralmassiv und den Vogesen sportlich anspruchsvoller und landschaftlich sehr abwechslungsreich, weiter südlich findet man dazu zahlreiche Kathedralen, historische Pilgerstätten und Wege und auch mehr Mitpilger. In Südspanien findet man teils sehr einsame Strecken, weniger Herbergen und Infrastruktur, im Sommer sehr heißes Klima und weniger Mitpilger. Je nachdem, worauf man persönlich Wert legt, kann man sich also den passenden Camino auswählen.

Mehr Informationen: http://www.wandern.de/specials/jakobsweg/index.html

Wie und wo bekomme ich meine Pilgerurkunde, die Compostellana?

Am Ende der Pilgerreise wartet in Santiago die berühmte Pilgerurkunde, die als ultimativer Beweis der bewältigten Strapazen und schönes Souvenir dient. Die Pilger erhalten sie im Pilgerbüro neben der Kathedrale. Doch es sind gewisse Voraussetzungen notwendig, um sie zu erhalten. Fußpilger müssen nachweisen, dass sie die letzten 100km zu Fuß bestritten haben, Radfahrer und Reiter die letzten 200km vor Santiago. Dieser Beweis wird durch die Stempel im Pilgerausweis erbracht, die man unterwegs bei den Herbergen und gelegentlich auch in Bars, Cafés oder anderen Geschäften erhält. Zwei Stempel pro Tag sollten so gesammelt werden (Wenn ein Pilger mehr als 100km nachweisen kann, wird oft auch ein Auge zugedrückt, wenn auf den letzten Kilometern nur ein Stempel pro Tag vorliegt). Dabei sollte unter jedem Stempel das Datum eingetragen werden. Für die Statistiken werden dann im Pilgerbüro Startort und Herkunftsland erfasst, ebenso wie die Motivation. Wer ausdrücklich keine religiösen oder spirituellen Gründe ankreuzt, sollte nicht enttäuscht sein, wenn die ausgestellte Urkunde kleiner ausfällt. Die DinA4 große Compostellana ist Pilgern mit eben dieser Motivation vorbehalten.

D

Welche Dauer sollte ich für den Jakobsweg veranschlagen?

In einem Punkt sind sich die Pilger einig: Je länger eine Pilgerreise desto besser. Für den 800 km langen Camino Frances sollte man ungefähr 6 Wochen einplanen, ebenso für den Küstenweg. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich ein kürzerer Wegabschnitt für 1, 2 oder 3 Wochen nicht lohnen würde. Natürlich kann nicht jeder gleich mehrere Monate frei nehmen, um bestenfalls von der eigenen Heimat aus loszulaufen. Im Schnitt läuft ein Pilger mit durchschnittlicher Kondition ca. 20 km pro Tag. Demnach kann man berechnen, dass für eine gewählte Strecke von 140 km eine Woche benötigt wird. Allerdings sollte man gerade bei längeren Wegen pro gelaufener Woche einen Tag zusätzlich rechnen, damit genug Spielraum für Pausen, Besichtigungen oder unerwarteter gesundheitlicher Probleme vorhanden ist. Manchmal erfordern Blasen an den Füßen oder einfach Erschöpfung, dass man sich einen Tag Zeit nimmt, damit sich der Körper von der ungewohnten Dauerbelastung erholen kann.

Gibt es auch Jakobswege in Deutschland?

Deutschland ist eins der europäischen Länder mit einem sehr gut ausgebauten und weit reichenden Netz an Jakobswegen. So gibt es sowohl kurze Teilstrecken, die für sich begangen werden können, als auch Anschlussstrecken, über die man in die Schweiz, nach Frankreich und schließlich auch nach Spanien gelangen kann. Zu diesen Wegen, die vor allem im Westen und Süden Deutschland stark vertreten sind, gibt es zahlreiche Wanderführer und Karten. Auch wenn nicht überall die Jakobsmuschel als Wegweiser zu finden ist, verlaufen die deutschen Jakobswege oft gleichzeitig auf regionalen Wanderwegen wie z.B. dem Eifelsteig oder Rheinsteig mit den entsprechenden Wegmarkierungen. Da Wandern bei den Deutschen sehr beliebt ist, finden sich auch hierzulande viele Einkehrmöglichkeiten, Gasthäuser und Campingplätze, um die tägliche Übernachtung zu gewährleisten. Zu guter Letzt entdeckt man auf den deutschen Jakobswegen in Burgen, Klöstern, Schlössern und historischen Städten auch viel über die regionale Geschichte.

Informationen zu Jakobswegen in Deutschland: http://www.wandern.de/specials/jakobsweg/jakobsweg.deutschland.html

E

Wie komme ich unterwegs an Essen und wie viel sollte ich täglich mitnehmen?

Über diesen Punkt machen sich viele Erstpilger unnötig Sorgen. Auf den meisten Wegen herrscht eine gute Versorgung mit Geschäften, Bars und Restaurants, sodass man auch unterwegs immer wieder die Gelegenheit hat, einzukehren und sich zu stärken. Ein kleiner Vorrat sollte dennoch immer im Rucksack sein, falls der nächste Laden länger auf sich warten lässt oder unerwartet geschlossen sein sollte. Da das Gewicht im Rucksack nicht zu groß werden darf, empfehlen sich nährstoffreiche und leichte Snacks wie Nüsse, Müsliriegel, Bananen oder Sandwiches. In den meisten Reiseführern ist inzwischen vermerkt, wenn am nächsten Tag eine längere Etappe ohne Einkehrmöglichkeit wartet, sodass man vorher planen und einkaufen kann. Noch wichtiger als das Essen ist die Versorgung mit Wasser, da bei heißem Wetter eine Dehydrierung mit Erschöpfungserscheinungen und Kreislaufproblemen droht. Neben der Möglichkeit, Wasser zu kaufen gibt es auch zahlreiche Trinkwasserstellen auf dem Weg, die in der Regel als solche markiert sind. Falls kein Hinweis an einer Wasserquelle angebracht ist, sollte man Vorsicht walten lassen und Entkeimungstabletten verwenden oder gekauftes Wasser vorziehen, da es immer wieder Fälle von Magen-Darm-Problemen gibt, die durch verunreinigtes Wasser verursacht wurden.

Was muss ich als Erstpilger beachten?

Als Erstpilger kann man sich natürlich in erster Linie die Vorfreude auf das unbekannte Abenteuer genießen. Dennoch kann einige Vorbereitung nicht schaden. Vor allem, wenn man vorher noch nicht oder nur selten gewandert ist, sind Trainingstouren zum Kennenlernen der Ausrüstung, Einlaufen der Schuhe und Einschätzen der eigenen Kondition unverzichtbar. Schließlich gilt es auf dem Jakobsweg, Etappen von ca. 15 bis 30 km Länge pro Tag zu bewältigen und für ungeübte Wanderer kann dies eine enorme Herausforderung darstellen. Am besten sollten dafür abwechslungsreiche Strecken – im Idealfall auch einmal bei schlechtem Wetter – über Asphalt sowie Feld- oder Waldwege gewählt werden. So können eventuell auch die geplanten Etappenlängen und die Dauer der Pilgerreise noch einmal angepasst werden. Die Ausrüstung (vor allem Schuhe und Rucksack) sollte mithilfe fachlicher Beratung erworben werden. Als Strecke für Erstpilger eignet sich besonders der Camino Frances, der durch seine zahlreichen Herbergen, vielen Mitpilger und gut gekennzeichneten Wege den Einstieg ins Pilgerdasein erleichtert. In Internetforen, auf Webseiten und den deutschen Jakobusgesellschaften finden sich vielerlei Informationen und Erfahrungsberichte, mit deren Hilfe man den Jakobsweg schon ein wenig kennenlernen und sich Tipps holen kann.

F

Muss ich vorher einen Fremdsprachenkurs machen?

Man muss nicht fließend Spanisch, Französisch oder Portugiesisch sprechen, um den Pilgerweg bewältigen zu können. Allerdings ist es nicht nur höflich sondern auch enorm hilfreich, wenn man grundlegende Dinge in der jeweiligen Fremdsprache ausdrücken kann. Unter Mitpilgern aus verschiedenen Ländern und auch in manchen Herbergen wird häufig Englisch gesprochen, jedoch nicht überall. Ein Kurs kann demnach hilfreich sein, jedoch gibt es auch speziell an Pilgerbedürfnisse angepasste Sprachführer, die die wichtigsten Vokabeln und Sätze auflisten. Auch ein kleines Taschenwörterbuch kann sehr hilfreich sein, vor allem wenn spezielles Vokabular gefordert wird (z.B. bei einem Arztbesuch). Da sich während dem Pilgern der Alltag ums Wandern, Essen und die Schlafplatzsuche dreht, macht es vor allem Sinn, sich für diese Gelegenheiten ein paar Fragen und Antworten einzuprägen. Dazu gehören zum Beispiel Fragen nach dem richtigen Weg, der nächsten Bar, Herberge, Apotheke oder Poststation, die Frage nach Preis und Konditionen einer Unterkunft, Bestellungen im Restaurant und natürlich die üblichen Fragen und Antworten, um seine Mitpilger kennen zu lernen.

G

Wie viel Gewicht darf mein Rucksack haben?

Die Faustregel für diese Frage lautet, dass das Rucksackgewicht höchstens 10% des eigenen Körpergewichts ausmachen soll. Bei gut durchdachter Planung wiegt so ein Rucksack für eine Pilgerreise von 3-6 Wochen in der Regel zwischen 6 und 9 kg. Dieses Gewicht lässt sich auch bei täglicher Belastung gut tragen. Es kann natürlich vorkommen, dass z.B. bei längeren Touren, einsameren Wegen oder kälteren Jahreszeiten noch weitere Ausrüstungsgegenstände anfallen wie Zelt, warmer Schlafsack, Isomatte, Kocher oder wärmere Kleidung. Auch Gewichte bis 15 kg sind dann gut zu tragen, wenn der Rucksack mithilfe fachlicher Beratung passend ausgewählt und eingestellt wurde. Ebenso wie bei Wanderschuhen gibt es auch hier verschiedene Passformen und Tragesysteme, die je nach Rückenform besser oder schlechter geeignet sind. Am besten sollte der fertig gepackte Rucksack vor Beginn der Pilgerreise auf eine Waage gestellt und der Inhalt ggf. noch einmal überdacht werden. Bei einem Gewicht von 10 kg und mehr sollte auf jeden Fall einige Wochen vor Beginn mit dem Training begonnen werden, um den Körper an die Belastung zu gewöhnen.

Ist eine Gepäckbeförderung auf den Jakobswegen möglich?

Bei einigen Jakobswegen ist die Beförderung von Gepäck möglich.
Nähere Informationen sind unter „I“ aufgeführt.

H

Welche Herbergen finde ich auf dem Jakobsweg?

Welche Arten von Herbergen überwiegen, unterscheidet sich je nach Land und Region. In Deutschland und Nordfrankreich sind die Pilgerwege zwar bekannt, allerdings längst nicht so zahlreich begangen wie z.B. in Südfrankreich oder Spanien. Deshalb wird man im Norden vor allem Hotels, Jugendherbergen oder private Pensionen finden. Diese sind von ihrer Ausstattung her komfortabler, ruhiger, aber auch teurer. In der Regel kostet die Übernachtung mit Frühstück zwischen 20 und 40 Euro, wobei die Spanne bei den Hotels nach oben offen ist. Gelegentlich nehmen auch Klöster in ihren Gästehäusern Pilger auf. Je näher man nach Süden gelangt, desto mehr häufen sich die offiziellen Pilgerherbergen. In Frankreich sind es oft private Häuser, die Einzel- und Mehrbettzimmer und oft auch Mahlzeiten anbieten. Die Preisspanne liegt hier zwischen 10 und 30 Euro. In Spanien überwiegt die Zahl der öffentlichen Herbergen. Sie sind mit durchschnittlich 5 Euro pro Nacht sehr günstig, allerdings schläft man dabei oft in Mehrbettzimmern und muss sich selbst um die Verpflegung kümmern. Eine Küche ist meistens, aber nicht immer vorhanden. In guten ausführlichen Reiseführern sind die Herbergen mit Telefonnummer, Adresse, Preisen, Anzahl der Betten, Ausstattung mit Küche und anderem angegeben.

I

Wie gut ist die Infrastruktur auf den Jakobswegen?

Wie gut die Wege mit Gaststätten, Unterkünften, öffentlichen Verkehrsmitteln und Einkaufsmöglichkeiten ausgestattet sind, hängt sehr davon ab, wie hoch die jährlichen Pilgerzahlen sind. Ungeschlagen auf dem ersten Platz hält sich der Camino Frances in Nordspanien. Dort sind (vor allem durch den Ursprung der historischen Pilgertradition) im Laufe der Jahrzehnte viele Dörfer und Städte entstanden oder ausgebaut worden und bieten auf fast allen Etappen mehrere Unterkünfte, Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel. Sollte in Ausnahmefällen für eine längere Strecke kein Geschäft oder Restaurant zu finden sein, ist dies in der Regel im Reiseführer vermerkt, sodass man sich am Vortag darauf einstellen und vorsorgen kann. Auch der spanische Nordweg, der aufgrund seiner Küstennähe viele Touristenstädte passiert, besitzt eine beinah lückenlose Ausstattung mit allem, was der Pilger braucht. Auf den weniger bekannten Wegen gestalten sich die Etappen oft so, dass man länger in der Natur wandert, zwischendurch wenig besiedeltes Gebiet durchquert und dafür am Etappenziel die entsprechenden Einrichtungen vorfindet. Auch hier dienen die Reiseführer der Orientierung und Planung, damit man unterwegs nicht auf dem Trockenen sitzt oder der Magen knurrt.

Kann ich individuell – aber mit vorgebuchtem Quartier – auf dem Jakobsweg wandern?

Ja – unter http://www.wandern.de/individualwanderungen/region/151/ sind verschiedene
Strecken auf dem Camino Francés, Camino Fisterra, Camino del Norte und und und…
aufgeführt, die buchbar sind. Falls gewünscht, so ist auch der Gepäcktransport möglich.

J

Welche Jahreszeit wähle ich am besten für meine Pilgerreise?

In der Regel wandern die Jakobspilger zwischen April und Oktober. In diesem Zeitraum sind so gut wie alle Herbergen geöffnet. Wer im Winter, zu Beginn des Frühjahrs oder Ende Herbst pilgern möchte, sollte sich vorher erkundigen, ob die Unterkünfte entlang des Weges geöffnet sind. Die schwierigste Jahreszeit für Pilger ist November bis März. Da die Pilgerwege häufig auch über Gebirgszüge führen, kann dort je nach Wetterlage aufgrund von Schnee, Nebel und Eis der offizielle Pilgerweg nicht begehbar sein. Man sollte daher mental und körperlich der Einsamkeit und den erschwerten Bedingungen gewachsen sein. Im Hochsommer sollten Pilger dagegen die Wege in Südspanien mit Vorsicht genießen, da hier enorme Hitze vorherrschen kann. Auch auf den nördlichen Wegen ist gelegentlich mit höheren Temperaturen zu rechnen, allerdings besteht hier öfter die Möglichkeit, zwischendurch einzukehren oder ggf. Etappen mit Bus oder Bahn zu überspringen. Von Ende Juni bis Ende August sind außerdem die größten Pilgerzahlen zu verzeichnen. Vor allem gegen Ende des Weges kann es daher stressig bei der Suche nach Herbergen werden. Wer für sich mehr Ruhe anstrebt, sollte in der Zeit von April bis Juni oder im September/Oktober wandern.

Wofür sind Jakobusgesellschaften da?

Die Jakobusgesellschaften sind gemessen am Alter der Pilgertradition erst sehr spät entstanden. Ihr Ziel ist es, die Tradition des Pilgerns aufrecht zu erhalten und die Pilger zu informieren, zu beraten und gegebenenfalls auch die Wege instand zu halten und z.B. mit Markierungen zu versehen. Bei diesen Gesellschaften können die Pilger außerdem Listen von Unterkünften, Wegprofile und manchmal auch Reiseführer und Literatur über die Pilgerwege erhalten. Eine der wichtigsten Aufgaben ist außerdem die Ausstellung des Pilgerausweises, der nur von ihnen als gültiges Dokument ausgewiesen werden kann. Hierzulande erhält man ihn meist gegen eine kleine Gebühr von ca. 5 Euro, jedoch kann man auch in manchen Kathedralen, Kirchen oder Herbergen entlang der Jakobswege (zum Teil sogar umsonst) erhalten. Man benötigt ihn, um am Ende des Weges die Pilgerurkunde zu erhalten und um sich in den offiziellen Herbergen als Pilger auszuweisen. Gelegentlich wird er auch vorgelegt, um in Restaurants spezielle Pilgermenüs zu günstigeren Preisen zu erhalten oder reduzierten Eintritt z.B. bei Museums- oder Kirchenbesichtigungen zu erhalten.

Hier das passende link für Ihre Jakobswegwanderúng:
http://www.deutsche-jakobus-gesellschaft.de/

K

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Kosten orientieren sich daran, wie man seinen Pilgerweg gestalten möchte. Dazu gehört in erster Linie die Wahl der Unterkunft, Verpflegung und des jeweiligen Landes. Wer Ruhe und Privatsphäre schätzt und daher lieber in Hotels oder Pensionen unterkommt und dazu häufig in Restaurants essen geht, wird deutlich mehr bezahlen als jemand, der sich an die öffentlichen Herbergen hält und selber kocht. Auch der Gepäcktransport kann ein zusätzlicher Kostenfaktor sein. Je komfortabler man pilgern möchte, desto mehr muss man an täglichen Kosten kalkulieren. Wer hingegen sogar ein Zelt im Gepäck hat, wird seine Kosten auf ein Minimum reduzieren können. Daraus ergibt sich beispielsweise für den spanischen Hauptweg eine Kostenspanne, die zwischen ca. 10 Euro und 60 Euro täglich liegt. Im Durchschnitt liegen die täglichen Kosten bei ungefähr 25 Euro. Damit sind Unterkunft, Essen und auch mal ein Kaffee und Sandwich auf dem Weg abgedeckt. In Deutschland und Frankreich erhöht sich der Durchschnitt auf ca. 35 Euro pro Tag. Bei der Kalkulation sollte man immer eine kleine Notreserve einplanen und ggf. auch die Anschaffung der Ausrüstung mit einrechnen. Inzwischen gibt es auch Pauschalreisen, bei denen z.B. Unterkunft und Gepäcktransport mit einem Festpreis schon vorher festgelegt sind.

Was tue ich im Krankheitsfall?

Manchmal fordert die ungewohnte körperliche Belastung ihren Tribut. Neben Blasen und Druckstellen an den Füßen kann es unterwegs im schlimmsten Fall auch zu Verstauchungen, Prellungen, Magen-Darm-Infekten oder anderen Krankheiten oder Verletzungen kommen. Durch die jahrhundertealte Tradition des Pilgerns sind die Wege inzwischen an die Bedürfnisse der Wanderer gut angepasst. So kann man zum Beispiel (obwohl in der Regel nur eine Übernachtung erlaubt ist) im Krankheitsfall einen oder mehrere Tage in einer Herberge pausieren. In beinah allen Dörfern und Städten finden sich Apotheken, wenn nicht sogar in der Herberge selbst eine Notapotheke vorhanden ist. Die Menschen entlang des Weges sind sehr hilfsbereit, sodass engagierte Herbergsleiter oft gleich selbst anbieten, den erkrankten Pilger zum nächstgelegenen Arzt oder Notfalls sogar ins Krankenhaus zu bringen. Falls sich kein Übersetzer findet und Englisch nicht ausreicht, empfiehlt es sich, ein kleines Wörterbuch dabei zu haben, um notfalls Ort und Art der Krankheit/Verletzung zutreffend beschreiben zu können.

L

Welche Länge sollten meine Tagesetappen haben?

Abhängig von Beschaffenheit der Strecke, Gewicht des Rucksacks, Wetterlage und persönlicher Kondition variieren die Etappenlängen zwischen 15 und 40 Kilometern. Um herauszufinden, wo man selbst konditionell steht, sollten auf jeden Fall mehrere Trainingstouren absolviert werden, sofern man kein erfahrener Wanderer ist. Für unerfahrene Pilger mit durchschnittlicher Kondition sind 25 Kilometer ein tägliches Pensum, das in der Regel gut bewältigt werden kann. Dennoch sollte man sich dem Wetter und der Streckenbeschaffenheit anpassen. Wenn der Wetterbericht Unwetter oder extreme Temperaturen vorhersagt oder das Höhenprofil im Reiseführer einen kräftigen Aufstieg ankündigt, sollte zumindest eine kürzere Alternativstrecke in Betracht gezogen werden. Dabei gilt es, keinen falschen Ehrgeiz zu zeigen und nicht zu wenig Pausen zu machen. Die Herbergen öffnen in der Regel ohnehin erst gegen Nachmittag, sodass man mehr als genug Zeit hat, die Strecke zu bewältigen. Ist das Wetter günstig und die Strecke eben und einfach, können auch 30 (oder für erfahrene Wanderer sogar 40) Kilometer in Betracht kommen. Dabei sollte allerdings immer im Hinterkopf bleiben, dass man schließlich auch am nächsten Tag wieder wandern oder am Ziel noch Besichtigungen durchführen möchte und dass man sich daher nicht zu sehr verausgaben sollte.

M

Woher bekomme ich die Muschel und was bedeutet sie eigentlich?

Die Bedeutung der Jakobsmuschel setzt sich aus verschiedenen Punkten zusammen. Die Geschichte besagt, dass Pilger im Mittelalter nach ihrer Ankunft in Santiago noch bis zur Atlantikküste in Fisterra gepilgert seien. Dort sind bis heute am Strand zahlreiche Jakobsmuscheln zu finden und seit damals nehmen Pilger sie als Souvenir und auch als Beweisstück mit, dass sie tatsächlich den ganzen Weg gegangen sind. Heutzutage wird die Muschel meist im Voraus erworben und dient, am Rucksack oder um den Hals getragen, als Erkennungszeichen für die Jakobspilger. Man bekommt sie in zahlreichen Souvenirgeschäften entlang aller Jakobswege. Ihren Namen erhielt sie vom Patron und gewissermaßen auch Gründer aller Jakobswege, dem Apostel Jakobus, der die Muschel in vielen Darstellungen als Symbol bei sich trägt. Zudem soll die Muschel als Symbol christlicher Nächstenliebe und auch als Talisman für die Pilger gelten. Eine weitere Interpretation besagt, dass die Muschel als Symbol aller Pilgerwege gesehen werden kann, die alle in Santiago enden, ebenso wie die Linien auf der Muschelschale alle in einem Punkt am oberen Ende zusammenlaufen. Die Muschel ist unterwegs als Markierung überall zu sehen.

Brauche ich auch mentale Vorbereitung?

Vorfreude ist die schönste mentale Vorbereitung. Dennoch ist eine Pilgerreise eine intensive und erfahrungsreiche Reise. Vor allem wer zum ersten Mal eine mehrtägige oder mehrwöchige Pilgerreise plant, sollte sich zumindest einmal Gedanken darüber machen, was so eine Wanderung ausmacht. Zunächst ist es eine tägliche körperliche Belastung, die nur die wenigsten aus ihrem Alltag kennen und die auch mental an die eigenen Grenzen führen kann. Bei Wind und Wetter jeden Tag aufzubrechen und die eigene Komfortzone immer wieder zu verlassen, kann manchmal schwer fallen. Aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wird auch dies zur Gewohnheit und viele Pilger berichten, dass sie gar nicht mehr verweilen wollen, weil es sie stetig weiter zieht. Die Gemeinschaft der Pilger, die Landschaft und das Erfolgserlebnis, die gepilgerte Strecke täglich auf der Karte wachsen zu sehen, sind als Motivation nicht zu unterschätzen. Eine weitere mentale Herausforderung ist manchmal auch das Alleinsein und die Zeit, über viele Dinge nachzudenken. Aber auch hier helfen die Gesellschaft der Mitpilger und die tägliche Bewegung, den Stress, der dabei entstehen könnte, abzubauen. Die Erfahrung der vielen Pilger zeigt: Es kann und wird manchmal schwierig werden, aber man wird diese Schwierigkeiten gerne bewältigen und am Ende gestärkt daraus hervorgehen.

N

Was gehört in meine Notfallapotheke?

Die wohl am meisten verbreitete „Pilgerkrankheit“ sind Blasen an den Füßen. Durch falsche Schuhwahl, zu lange Etappen oder extremes Wetter kann es immer wieder passieren, dass die kleinen Störenfriede die Füße heimsuchen. Von daher ist an erster Linie hierfür Vorkehrung zu treffen, wenn man seine Notfallapotheke zusammenstellt. Dazu gehören entweder mit Gel gepolsterte Blasenpflaster, normales Pflastertape und Jod oder Desinfektionsmittel. Wenn die Blase zu viel Druck ausübt, kann es sinnvoll sein, sie aufzustechen und anschließend fest mit einem Pflaster zu verschließen. Dabei ist allerdings immer eine Infektionsgefahr, weshalb zunächst die Nadel und später die Wunde gut desinfiziert werden muss. Die gelöste Hautschicht sollte nicht entfernt werden, da sie als Schutzschicht fungiert. Außerdem treten häufig Druck- und Scheuerstellen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Verspannungen, manchmal auch Verdauungsprobleme oder Kopfschmerzen auf. Dafür sollten entsprechend Bandagen, ein Schmerzgel oder Tabletten für die entsprechenden Symptome im Gepäck sein. Da bei schlimmeren Notfällen ohnehin eine Apotheke oder ein Arzt aufgesucht werden sollte, braucht man nicht für jeden erdenklichen Fall ausgestattet zu sein. Zusammengefasst heißt das, dass Pflaster, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel und Tabletten gegen Magen-Darm und/oder Erkältungsbeschwerden dabei sein sollten. Dazu kommen natürlich noch die persönlich benötigten Medikamente, falls welche vorhanden sind.

O

Wie orientiere ich mich unterwegs und finde den richtigen Weg?

Um sich unterwegs zu orientieren, ist kein GPS-Gerät, Kompass oder Karte notwendig, vorausgesetzt man befindet sich auf den bekannten und etablierten Wegen. Auf Bäumen, Steinen, Hauswänden oder eigens angebrachten Schildern finden sich Zeichen, die an markanten Wegpunkten und Kreuzungen die richtige Richtung anzeigen. Gelegentlich sind sogar die Entfernungen bis zum nächsten Ort angegeben. In Spanien sind die Wege mit gelber Farbe oder einer Gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund angezeigt. Entweder durch Pfeile oder Linien wird die Richtung angezeigt. Zwei Linien übereinander bedeuten geradeaus. Sind die Linien senkrecht und nach links oder rechts abgeknickt, gilt es, die entsprechende Richtung zu wählen. Oftmals sind auch mehrere Zeichen angebracht, um sicherzugehen, dass der richtige Weg eingeschlagen wird. In Frankreich findet man neben der Jakobsmuschel auch das Zeichen des regionalen Wanderwegs GR65, eine rote und weiße Linie. In jedem Fall lohnt es sich, einen Reiseführer in der Tasche zu haben, der einem lohnende Wegalternativen, manche Abkürzung oder drohende Umwege aufzeigt. In vereinzelten Fällen wurden nämlich Zeichen übermalt, entfernt oder der Weg zugunsten von lokalen Geschäften verändert. Wer sich schließlich doch einmal verläuft, wird schnell feststellen, wie hilfsbereit die Anwohner Pilger wieder auf den richtigen Weg bringen.

Gibt es auch organisierte Wanderreisen/Pilgerreisen auf dem Jakobsweg?

Unter http://www.wandern.de/reisen/Europa/JAKOBSWEGE/ ist eine Auswahl an von
geführten Wanderungen auf dem Jakobsweg in ganz Europa zu finden. In kleinen Gruppen wird der Jakobsweg erwandert –jede Reise hat einen eigenen, ganz speziellen Charakter.
Falls  es„nur“ eine Pilgerwanderung in Spanien sein soll - unter
http://www.wandern.de/reisen/Europa/Spanien+-+Jakobswege/  ist hier der passende
Jakobsweg bestimmt dabei!

Auf allen Wanderungen, die in den beiden Aufstellungen angeboten werden,   werden  von einem erfahrenen Pilgerbegleiter/Reiseführer begleitet- Ihre Unterkunft ist vorgebucht und
Gepäcktransport ist – teilweise – je nach Ausschreibung der Reise ebenfalls im Reisepreis
eingeschlossen.

P

Brauche ich einen Pilgerstab?

Der Pilgerstab kann ein hilfreiches Mehrzweckwerkzeug auf dem Weg darstellen, deshalb sollte man über die Anschaffung gut nachdenken. Ein oder zwei Stöcke erleichtern das Gehen, entlasten Gelenke und Muskeln, sind hilfreich als Stütze bei schwierigen Wegabschnitten und haben schon das ein oder andere Mal dazu gedient, allzu neugierige Hunde auf Distanz zu halten. Allerdings muss dabei bedacht werden, dass z.B. bei Flugreisen der Stock oft als zusätzliches Gepäckstück aufgegeben werden muss. Wer sich für Teleskopstöcke statt dem traditionellen hölzernen Stab entscheidet, büßt zwar ein wenig des rustikalen Pilgergefühls ein, kann sie jedoch besser am Rucksack befestigen, für den Flug verstauen und seinem Körper mehr und gleichmäßigere Entlastung bescheren. Unterwegs gibt es viele Geschäfte, die die traditionellen und oft hübsch verzierten und mit Schnitzwerk versehenen Stöcke anbieten, sodass man sie nicht zwingend von zuhause mitbringen muss. Wobei natürlich ein Stecken aus heimischen Wäldern einen ganz persönlichen Wert mit sich bringt. Wer das zusätzliche Gepäckstück nicht scheut und seinen Körper entlasten will, sollte sich also für den Pilgerstab entscheiden, wobei der Weg natürlich auch „mit freien Händen“ problemlos bewältigt werden kann.

Q

Finde ich unterwegs Quellen für Trinkwasser und sind diese sicher?

Die Versorgung mit Wasser ist in relativ warmen Ländern wie Spanien und Südfrankreich sehr wichtig. Durch das Wetter und die Bewegung wird viel geschwitzt und eine Dehydrierung kann zu enormen Einbußen bei der Ausdauer bis hin zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, stets etwas Wasser bei sich zu tragen. Ob Trinkblase, zwei kleine oder eine große Wasserflasche bleibt den persönlichen Vorlieben beim Tragekomfort überlassen, wobei jedoch 1 Liter in jedem Fall zu Beginn der Etappe dabei sein sollte. Unterwegs gibt es neben Geschäften immer wieder auch Brunnen oder Trinkwasserspender. Bei den Brunnen und Quellen ist in den meisten Fällen ein Schild angebracht, dass das Wasser als trinkbar oder nicht trinkbar kennzeichnet. Wenn keine Markierung vorhanden ist, sollte Vorsicht geboten sein, da Keime im Wasser unvorhergesehene Erkrankungen nach sich ziehen können. Im Zweifelsfall können Entkeimungstabletten die Notration an Wasser desinfizieren. Wenn weder Quellen noch Geschäfte in der Nähe ist, kann man auch unbesorgt bei den Anwohnern entlang der Strecke nachfragen. Sie sind Nachfragen von Pilgern gewöhnt und in der Regel hilfsbereit.

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Welchen Rucksack soll ich mitnehmen und wie packe ich ihn am besten?

Der Rucksack sollte ebenso sorgfältig ausgewählt werden wie die Schuhe. Dabei stellt sich zunächst die Frage nach der Größe. In der Regel reicht für eine mehrwöchige Tour ein Rucksack zwischen 30 und 40 Litern Volumen. Sollte die Tour über mehrere Monate gehen oder ein Zelt und Isomatte dabei sein, empfiehlt sich eher eine Größe zwischen 40 und 50 Litern. Das Gewicht sollte idealerweise nicht mehr als 10% des eigenen Körpergewichts betragen. Damit man dieses Gewicht oder auch mehr dauerhaft schultern kann, muss der Rucksack optimal eingestellt sein, was man unter fachlicher Anleitung im entsprechenden Einzelhandel probieren kann. Der Rucksack wird von unten nach oben geschlossen, d.h. zuerst die Hüftgurte, die den Beckenknochen an der Seite umfassen sollten (den Großteil des Gewichts trägt im Idealfall die Hüfte). Danach folgen Schulterträger, Brustgurt und Lastkontrollriemen, die den Rucksack näher an den Rücken ziehen. Letztere sollten von der Schulter an aufwärts zum Rucksack führen, andernfalls ist die Rückenlänge nicht optimal. Gepackt wird der Rucksack schließlich so, dass schwere Sachen nah am Rücken und in der Mitte liegen. Je weiter oben und außen am Rucksack, desto leichter sollte der Inhalt sein.

Brauche ich einen Reiseführer und wenn ja, welchen?

Unabhängig davon ob man alleine, in einer Gruppe oder geführten Wandergruppe unterwegs ist, wäre es in jedem Fall sinnvoll, einen Reiseführer in der Tasche zu haben. Da man in der Regel auch zeitweise alleine wandern möchte, kann so ein kleines Buch dabei helfen, den richtigen Weg, die nächste Gaststätte oder lohnende Sehenswürdigkeiten abseits des Weges zu finden. Die Reiseführer sind meist ähnlich aufgebaut. Sie sind möglichst klein und leicht gehalten und enthalten Informationen über die Etappenlänge, die Zwischenziele, kleine Kartenausschnitte, eine Auflistung aller Herbergen, Restaurants, Bars und anderer Geschäfte, gelegentlich auch Informationen über die Beschaffenheit der Etappe und Informationen zur Geschichte der Umgebung. So kann man sichergehen, auch bei fehlenden Markierungen oder z.B. Großstädten, in denen die Orientierung ein wenig schwieriger ist, den Jakobsweg zu finden. Darüber hinaus ist so ein Reiseführer mit all seinen Gebrauchsspuren nach so einer Pilgerreise ein einzigartiges Souvenir, in dem man auch nachher die Etappen noch einmal in Gedanken durchwandern kann.

Unser Tipp: Jakobswegführer vom Everest Verlag

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Worauf muss ich beim Kauf der Schuhe achten?

Mit den richtigen (oder falschen) Schuhen steht (oder fällt) eine Pilgerreise. Je größer das Gewicht des Rucksack und je schwieriger die Strecke, desto stabiler sollte der Schuh und desto höher der Schaft sein, um Stabilität und Schutz gegen Umknicken zu gewährleisten. Bei leichter Ausrüstung und leichter Strecke (z.B. Asphalt oder Waldwege) können auch Halbschuhe ausreichend sein. Eine wasserdichte Membran ist eher im Frühjahr oder Herbst sinnvoll, da sich bei heißen Sommertemperaturen die Hitze im Schuh stauen kann. Die Größe bei Wanderschuhen ist meist eine Nummer größer als die der Alltagsschuhe. Um zu prüfen, ob die Größe stimmt, sollte man den Fuß auf die Einlegesohle des Wanderschuhs stellen. Wenn die Ferse hinten bündig aufliegt, sollte nach vorne im Zehenbereich mindestens ein Daumen breit Platz sein. Während der ersten Probeschritte sollte weder die Ferse hinten nach oben rutschen, noch die Zehen vorne anstoßen. Wenn eine Testrampe im Geschäft vorhanden ist, sollte der Fuß beim bergab gehen keinesfalls vorne anstoßen. Entweder wäre der Schuh dann zu kurz oder bei starkem Rutschen der Schuh zu groß oder zu locker geschnürt. Neben den stabilen Wanderschuhen empfiehlt sich auch ein zweites Paar bequemer Halbschuhe oder Sandalen zur Entlastung der Füße.

Wieso bezeichnen viele das Pilgern als Selbsterfahrungsreise?

Von diesem Effekt berichten auch Pilger, die weder spirituell noch religiös geprägt sind. Der Grund dafür liegt an der besonderen Art dieser Reise. Wo sonst im Alltag zahlreiche Aufgaben und Ablenkungen warten und selten wirklich Ruhe herrscht, ist nun auf einmal die Zeit vorhanden, über sich und sein Leben ausführlich nachzudenken. Da neben Wandern und dem Betrachten der Landschaft unterwegs nicht viel zu tun ist, kommen die Gedanken früher oder später von allein. Auch im Austausch mit anderen Pilgern gelangt man (so berichten es fast alle Pilger) recht schnell zu persönlichen und tiefgreifenden Gesprächsthemen. Abgesehen von diesem mentalen Prozess lernt man im Laufe der Zeit, auch seine körperlichen und seelischen Bedürfnisse wieder zu erkennen, da man sich nicht einem vorgegebenen Tagesablauf anpassen muss, sondern völlig frei und auf sich gestellt ist. So erfährt man eine ganze Menge über seine Grenzen, seine Wünsche, sein seelisches und geistiges Innenleben und eventuelle Probleme. Der Austausch mit Gleichgesinnten und die Bewegung in unvergleichlicher Kulisse wirken beruhigend und erlauben eine entspannte Art der Auseinandersetzung mit sich selbst. Abgesehen von alldem ist auch stets eine riesige Portion Spaß bei der Sache, der wirklich Balsam für die Seele sein kann.

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Wie sieht ein typischer Tagesablauf beim Pilgern aus?

Der Pilgeralltag beginnt in der Regel gegen 7 Uhr morgens. Entweder wird nach der Morgentoilette ein gemeinsames Frühstück eingenommen oder jeder richtet sich selbst seine Verpflegung her. Gegen Acht haben die meisten Pilger die Herberge verlassen und die Wanderschaft beginnt. Neben kurzen Trink- und/oder Fotopausen sollte nach etwa der Hälfte (oder besser nach zwei Dritteln der Strecke, dann bleibt weniger übrig) eine längere Pause eingelegt werden, bei der etwas gegessen, die Schuhe ausgezogen und die Socken gelüftet oder gewechselt werden können. Letzteres sollte man auf Rücksicht auf andere jedoch in die freie Natur verlegen. Nachdem die letzten Kilometer bewältigt wurden, steht die Suche nach einer Herberge an. Entweder hält man sich dabei an die Reiseführer oder sieht sich einfach vor Ort um. Nachdem ein Bett gesichert und der Pilgerausweis gestempelt wurde, freuen sich die meisten Pilger zunächst auf eine belebende Dusche. Anschließend kann man sich ausruhen, Tagebuch schreiben, die Gegend erkunden oder die Pilgergemeinschaft genießen. Gegen 22 Uhr gilt es in den meisten Herbergen die Nachtruhe zu wahren und sich in Vorfreude auf den nächsten Tag erschöpft aber froh ins Bett zu begeben.

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Was macht Pilgern als Urlaub so beliebt?

Viele Pilger werden vor ihrer Reise gefragt, wieso sie freiwillig so weit zu Fuß gehen, anstatt sich ein paar Wochen an den Strand zu legen. Tatsächlich ist eine Pilgerreise eine völlig andere Urlaubserfahrung, die jedoch nicht minder erholsam ist und häufig viel länger in schöner Erinnerung bleibt. Zunächst einmal bekommt man als Pilger viel Bewegung an der frischen Luft und in Ländern wie Spanien und Südfrankreich dazu viel Sonne und traumhafte Landschaften. Zu Beginn kann einen gerade als Erstpilger das Wandern anstrengend erscheinen, jedoch verbessert sich die Kondition täglich und man bestimmt selbst das Tempo. Das lange Gehen in freier Natur in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten hat etwas Meditatives. Man bekommt die Zeit, zu sich zu finden, nachzudenken, sich auszutauschen oder einfach zu genießen. Man erhält Abstand von Alltagsstress, Mobiltelefonen, Emails, Terminen und Staus auf dem Weg zur Arbeit. Man ist vollkommen für sich verantwortlich, unabhängig von Vorgesetzten. Man wird reduziert auf grundlegende Dinge wie Gehen, Essen, Schlafen und Gespräche mit anderen, wodurch man sich selbst wieder spüren und seine Bedürfnisse erkennen lernt. So vielseitige Eindrücke, Bekanntschaften und Erfahrungen über sich und seine eigenen Grenzen findet man bei kaum einer anderen Urlaubsreise.

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Brauche ich eine spezielle Versicherung?

Da vor allem eine Pilgerreise über mehrere Wochen oder sogar Monate nicht bis ins letzte Detail vorher zu planen ist, kann es sinnvoll sein, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Zumindest wenn der Rückflug oder die Rückreise mit anderen Verkehrsmitteln schon gebucht ist, schützt einen diese Versicherung vor zusätzlichen Kosten, falls man früher zurück oder länger bleiben möchte. Auf lange Sicht ist es kaum vorherzusehen, ob man nicht durch Verletzungen, Krankheit oder einfach auch die Lust auf einen längeren Aufenthalt in seinem Zeitplan durcheinander gebracht wird. Darüber hinaus ist eine Auslandskrankenversicherung zu empfehlen. Grundsätzlich ist eine Pilgerreise ungefährlich, aber es können sich (wie zuhause auch) unvorhergesehene Unfälle oder Krankheitsfälle ereignen, die einen Aufenthalt im Krankenhaus oder sogar einen Rücktransport erfordern. Damit der Pilgerweg nicht wegen enormer Kosten in unschöner Erinnerung bleibt, ist eine Absicherung durch solch eine Versicherung sinnvoll. Einige Versicherer bieten sogar Kombinationen aus Krankheits-, Reiserücktritts- und Gepäcksversicherung an, es lohnt sich also im Vorfeld zu recherchieren und zu vergleichen.

Kann ich auch als Vegetarier/Veganer den Jakobsweg laufen?

Pauschal gesagt: ja. Vor allem Vegetarier können sich meist problemlos bei den Herbergsleitern oder im Restaurant vegetarische Alternativen bestellen. Da Veganer und ihre speziellen Essensgewohnheiten nicht überall bekannt sind, kann es zu Schwierigkeiten kommen, wenn auswärts oder gemeinsam gegessen wird. Hilfreich ist es in jedem Fall, sich in der jeweiligen Sprache die Vokabeln anzuschauen, die man benötigt, um ein Essen ohne Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier oder sogar Honig beschreiben zu können. Am einfachsten ist es jedoch, sich selbst in den Geschäften vor Ort einzudecken und selbst zu kochen, sofern die Herbergsausstattung dies hergibt. Da Frankreich und auch Spanien reich an regionalen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse sind, findet sich eine große Auswahl an Speisen. Da Pilger durch die tägliche Bewegung einen erhöhten Kalorienbedarf haben, der nur durch Salate und Gemüse schwer zu decken ist, empfiehlt es sich, ein wenig auf die Wahl der Lebensmittel zu achten. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, gelegentlich Tofu oder Sojayoghurt, alle Sorten von Nüssen und z.B. Bananen eignen sich besonders, um den Nährstoffbedarf zu decken. Es ist als Vegetarier/Veganer also gut machbar, allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass man stärker als andere von Einkaufsmöglichkeiten zur Selbstversorgung angewiesen ist.

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Wie sind die Wanderwege beschaffen?

So unterschiedlich wie die Landschaften, die man durchquert, gestalten sich auch die Wanderwege. Es gibt je nach gewähltem Weg jedoch vorwiegende Wegbeschaffenheiten. Der spanische Nordweg z.B. weist im Vergleich zu anderen Wegen mehr Asphaltstrecken auf. Das macht das Vorankommen zwar zügig, stellt jedoch auch eine größere Herausforderung an die Gelenke dar. Die Schuhe sollten entsprechend gut gedämpft und leicht sein. Auf dem Camino Frances finden sich neben solchen Teerstraßen auch viele Wald- und Feldwege, gelegentlich auch schmale steinige Trampelpfade, bei denen stabile Schuhe mit hohem Schaft von Vorteil sind. Da die Fußwege oft parallel zu den Wegen der Fahrradpilger verlaufen, kann man gelegentlich bei schlechter Tagesform oder schlechtem Wetter auf diese ausweichen, wobei natürlich die gebotene Vorsicht zu wahren ist, da die Fahrradwege oft auf Straßen verlaufen. In Frankreich findet sich ebenfalls eine bunte Mischung aus Teer-, Schotter-, Wald-, Weinberg- und Feldwegen. Nur in seltenen Einzelfällen sind die Wege als sehr schwierig zu bezeichnen und meist vorab in den Reiseführern entsprechend vermerkt. Selbst in den verschiedenen Gebirgszügen sind die Wege gut ausgebaut. Die Jakobsgesellschaften sorgen dafür, dass die Wege nicht zugewachsen und gut begehbar sind.

Auf welches Wetter muss ich mich einstellen?

Natürlich lässt sich das Wetter nicht genau vorhersagen, aber es gibt regionale Tendenzen, die man in die Planung der Ausrüstung mit einbeziehen sollte. Im Norden Spaniens, wo sich der Küstenweg und der Camino Frances befinden, ist das Klima generell als mild zu bezeichnen. An der Küste ist es wechselhafter, d.h. es kann häufiger zwischen Sonne und Regen umschwenken. Dafür hält sich dort z.B. eine Schlechtwetterfront nicht sehr lange. Entsprechend sollte man darauf eingestellt sein, ggf. zügig die Kleidung wechseln zu können. Auch an heißen Sommertagen ist in den Gebirgszügen und an der Küste die Sonne dank kühler Brisen oft erträglicher als landeinwärts. Dort kann sich wie z.B. in der Meseta-Hochebene auf dem Camino Frances eine beachtliche Hitze entwickeln. Eine Kopfbedeckung und ausreichend Sonnenschutz sowie ein größerer Wasservorrat dürfen hier ebenso wenig fehlen wie leichte und schnell trocknende Kleidung. Im Westen Spaniens und vor allem in der Region Galiziens (wo sich auch Santiago befindet) gestaltet sich das Wetter vergleichsweise regenreich. Eine Regenjacke oder ein Poncho ist hier unverzichtbar. Allgemein sollte für alle Wege etwas gegen Regen, leichte Kleidung für Sonnentage und etwas Warmes für kühle Morgen- und Abendstunden im Gepäck sein.

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Was ist der Camino Xacobeo bzw. der Xacobeo?

In Galicien wird der Pilger öfters auf Xacobeo bzw. Camino Xacobeo treffen –
dies ist nur die galicische Schreibweise für den Jakobsweg. (Die Galicier ersetzen
jedes J mit einem X)

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Auf meinem Jakobsweg hab ich sehrt oft „Y“ gesehen – was bedeutet das?

Der Wichtiges Buchstabe im Spanischen….
Y = UND -  und somit haben Sie hier  schon wenigsten das 1. Wort Spanisch gelernt J

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Brauche ich ein Zelt und wo darf ich es aufstellen?

Man braucht keinesfalls ein Zelt, um den Jakobsweg gehen zu können. Auf Strecken, die sehr viele Herbergen bieten wäre dies nur ein zusätzliches Gewicht. Allerdings besteht bei einigen Herbergen die Möglichkeit, auf dem Grundstück für einen geringeren Preis sein Zelt aufzustellen. Auch Campingplätze sind immer wieder am Weg zu finden. Vorteile der Übernachtung im Zelt sind auf jeden Fall die größere Ruhe im Vergleich zu Mehrbettzimmern oder Schlafsälen, der geringere Preis (vor allem in Frankreich und Deutschland) und die größere Flexibilität. Man hat sozusagen sein eigenes Schlafzimmer dabei und könnte sogar im äußersten Notfall sein Zelt in freier Natur aufbauen. Dazu muss jedoch besonders betont werden, dass das Wildzelten in Deutschland, Frankreich und Spanien grundsätzlich verboten ist. In der Regel beschwert sich niemand, wenn man in einiger Entfernung zu Siedlungsgebieten und Grundstücken für eine Nacht sein Zelt aufschlägt und vor allem den Zeltplatz sauber hinterlässt. Es hat sich ebenfalls etabliert, bei Bauernhöfen oder Besitzern größerer Grundstücke nachzufragen, ob eine Übernachtung auf deren Grund erlaubt wäre.