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Jakobswege in Europa:
Frankreich und die Beneluxstaaten

     
           
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Als Jakobswege werden all jene Pilgerwege bezeichnet, die Santiago de Compostela und somit die Grabstätte des Apostels Jakobus zum Ziel haben. Seit dem 9. Jahrhundert nach Christus pilgern Menschen aus ganz Europa nach Santiago und nehmen so mitunter enorme Wegstrecken auf sich, um sich auf die Reise zu sich selbst zu begeben und das Grab des heiligen Apostels Jakobus zu besuchen.

Obwohl der Camino Frances als Inbegriff des Jakobsweges gilt, schließlich führt dieser direkt nach Santiago de Compostela, schlängeln sich zahllose, weitere Jakobswege durch Europa. So findet man heute beispielsweise in Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal, der Schweiz und den Beneluxstaaten zahlreiche Jakobswege vor. Diese Routen wurden zwar vorrangig in der Vergangenheit genutzt, da diese die einzige Möglichkeit boten, das Jakobusgrab zu besuchen, doch nachdem der Europäische Rat 1987 eine Wiederbelebung der europäischen Jakobswege gefordert hat, erfreuen sich diese bis heute großer Beliebtheit.

Jakobswege in Frankreich

In Frankreich haben die Jakobswege eine lange Tradition und erfreuen sich hier enormer Beliebtheit. Durch die relative Nähe zum nordspanischen Santiago de Compostela trauen sich viele Pilger und Wanderer den Weg von Frankreich bis zur Grabstätte des Apostels Jakobus zu und machen sich von hieraus auf den Weg. 1998 wurden die vier Jakobswege Frankreichs von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet und haben so noch zusätzlich an Attraktivität gewonnen.

Die Via Tolosana ist einer der populärsten Jakobswege Frankreichs und verläuft von Arles über Toulouse bis in die spanische Königsstadt Jaca. Durch den Süden Frankreichs geht es auf dieser Route bis zu den Pyrenäen, die es am Col du Somport zu überqueren gilt. Dort geht die Via Tolosana nahtlos in den Camino Aragones über und vereint sich im weiteren Verlauf mit dem klassischen Camino Frances.

Abgesehen von der Via Tolosana hat Frankreich noch drei weitere Jakobswege zu bieten. Hierbei handelt es sich um die Via Lemovicensis, die Via Podiensis und die Via Turonensis. Obwohl die drei Strecken an vollkommen unterschiedlichen Orten beginnen, treffen sie sich alle in den Pyrenäen. Auf spanischer Seite vereinen sich diese drei französischen Jakobswege im baskischen Ostabat und führen von da an gemeinsam als Camino Navarro nach Punta de Reina, bevor dieser in den Camino Frances mündet.

Jakobswege in den Beneluxstaaten

Obwohl die Beneluxstaaten flächenmäßig recht klein sind, beherbergen diese gleich mehrere Jakobswege. So nehmen in Belgien die Via Mosana und die Via Gallia Belgica ihren Anfang. Erstere beginnt in Lüttich, wobei sich auch Maastricht oder Aachen als Startpunkte anbieten, und endet an der belgisch-französischen Grenze bei Moulin-Mantenau. Auf dieser Teilstrecke des Jakobsweges geht es weite Strecken an der Maas entlang und quer durch die belgischen Ardennen. Die Via Gallia Belgica diente bereits im Mittelalter als Pilgerweg und führte Gläubige von Aachen über Brüssel bis nach Paris. Über die Via Turonensis gelangten die Pilger anschließend nach Santiago de Compostela. Die Via Gallica Belgica hat bis heute als belgischer Jakobsweg Bestand und verbindet Brüssel auf einer Strecke von etwa 223 Kilometern mit Paris.

Als wichtigste Jakobswege der Niederlande sind die beiden Strecken von Millingen am Rhein bis nach Maastricht und von Nimwegen bis nach Köln zu nennen. Zwischen Rhein und Maas gibt es hier einiges zu entdecken, sodass auch Naturliebhaber und Kulturfreunde beim Pilgern in den Niederlanden voll auf ihre Kosten kommen.

 
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