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Pilgern und die verschiedenen Religionen |
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Das Pilgern konnte sich meist nur bei Religionen durchsetzen, die sich weitläufig verbreitet haben. Orte von religiöser und besonderer Bedeutung liegen demzufolge oft weit vom Heimatort entfernt und geben einer Pilgerreise oder Wallfahrt erst einen Sinn. Eine Pilgerreise kann sogar den Höhepunkt des Lebens darstellen, wie zum Beispiel die Wallfahrt nach Mekka, die ein Muslim zu seinen religiösen Pflichten zählt und nicht selten ein einmaliges Erlebnis bleibt. Im Islam pilgert man beispielsweise auch zu den Heiligtümern der Schiiten oder zu Heiligen-Gräbern in Marokko und Tunesien, die Wallfahrt nach Mekka können diese Pilgerreisen aber nicht ersetzen. So manche Pilgerreise wird aber nicht nur in Erfüllung religiöser Pflichten unternommen, denn vielen Wallfahrtsorten wie Lourdes werden heilende Wirkungen nachgesagt. Der Wallfahrtsort mit den größten Menschenansammlungen weltweit ist Allahabad in Indien. Hier am Zusammenfluss von Ganges und Yamuna wird alle zwölf Jahre die hinduistische Kumbh Mela gefeiert, an der bis zu 65 Millionen Pilger teilnehmen. An der bedeutendsten Pilgerreise Sri Lankas, der Wallfahrt zum Adam's Peak, nehmen sowohl Muslime, Buddhisten und Hindus teil. Im Christentum ist das Pilgern zwar keine religiöse Pflicht, nichtsdestotrotz erfreut es sich großer Beliebtheit, schließlich nehmen jedes Jahr über 40 Millionen Menschen an Pilgerreisen auf der ganzen Welt teil. Das bekannteste Ziel einer Pilgerreise in Bayern ist Altötting. Bereits seit dem Jahr 1420 zieht es die Pilger hierher, um das Gnadenbild der Mutter Gottes, eine aus dem Jahr 1300 stammende Statue, in Augenschein zu nehmen. Heutzutage gehören Santiago de Compostela in Spanien, Fatima in Portugal und Lourdes in den französischen Pyrenäen zu den größten, christlichen Wallfahrtsorten. Santiago de Compostela ist Ziel des bekannten Jakobsweges und nach katholischer Legende der Fundort der sterblichen Überreste des Apostel Jakobus. Tausende Pilger machen sich auf den Weg, um das Grab des Heiligen zu besuchen. Nicht minder bekannt ist die heilige Grotte in Lourdes, der eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Im Jahre 1858 soll nach katholischem Glauben der 14-jährigen Bernadette Soubirous in der Grotte mehrere Male die Muttergottes erschienen sein. Gleichzeitig soll das Mädchen die heilige Quelle freigelegt haben, die bis heute nicht versiegt ist. Das Pilgern ist also in vielen Religionen üblich, wobei eine Pilgerreise oder Wallfahrt nicht für jeden Menschen einen religiösen Beweggrund haben muss. |
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