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Allgemeine Infos zu den Pyrenäen

Klimatische Unterschiede sind aber vor allem zwischen Nord und Süd zu beobachten: Die französische Seite bekommt deutlich mehr Feuchtigkeit ab als die Spanische, daher kann man die Grenze zwischen den beiden Ländern durchaus als Klimascheide bezeichnen. Dadurch ähnelt das Klima auf der Französischen Seite den Alpen, während die Periode zum Wandern auf der spanischen Südseite etwas länger ist.

Geografisch lassen sich die Pyrenäen in verschiedene, klimatisch und räumlich abgegrenzte Regionen einteilen. Zum einen die westlichen Küstengebiete am Atlantik mit den Städten Biarriz und Bayonne auf französischer und San Sebastian auf spanischer Seite, sozusagen die baskische Küste als Gesamtgebiet, denn das Baskenland ist ja grenzübergreifend. Auch an das Mittelmeer grenzt das Gebirge, ungefähr bei Perpignan. Im Zentrum befinden sich die Haute Pyrenees, auf französischer Seite um Tarbes, Garvanie und Lourdes und auf spanischer Seite die Pyrenäen von Aragon mit den höchsten Gipfeln des Gebirges und den beiden spanischen Nationalparks. Mittig liegt der Kleinstaat Andorra, eingebettet zwischen Frankreich und Spanien, zollfrei und sprachlich sehr flexibel. Auch hier gibt es einige hohe Berge, die an der 3000 Meter Marke kratzen.

Frankreich besitzt zudem die Regionen Basse Navaree und Soule, Bearn, Haute Garonne, die Ariege, Pyrenees Audoises-Cerdagne und Canigou. Hier finden sich nicht ganz hohen Gipfel, aber tiefe Schluchten, ausgedehnte Wälder und durchaus imposante Felsgestalten. Man könnte es zum Großteil als Vorgebirge bezeichnen. In Spanien befinden ebenfalls einige Vorgebirgsregionen. Zum Beispiel um Pamplona mit dem Norden Navarras. Das Valle Roncal und die westlichen aragonischen Pyrenäen. Dann folgt der Hauptkamm mit dem Maladeta Massiv, dem Ordesa Nationalpark, der Posets-Benasque Region und dem Nationalpark Aigüstortes, an die sich Andorra anschließt. Südlich von Andorra befinden sich weitere hohe Berge in der Sierra de Cadi oder um Nuria. Hinter Olot mit seinen klassischen Vulkanformen senken sich die Pyrenäen nun Richtung Küste ab. 

Im Pyrenäenraum gibt es 3 Nationalparks. In Frankreich einen, den “Französischen Pyrenäen Nationalpark oder Parc National de Pyrenees". Er umfasst das Gebiet zwischen dem Valle d’ Aspee und dem Valle d’ Aure. Dieser Park zieht sich über immerhin fast 100 Km an der spanischen Grenze entlang. Das Highlight ist dabei der berühmte Cirque de Garvanie. Der bekanntere der beiden spanischen Nationalparks ist der Ordesa Nationalpark, mit zahlreichen imposanten Schluchten und Wasserfällen. Man nennt ihn auch Parque National de Ordesa y Monte Perdido. Nach dem höchsten Berg der Region, den Monte Perdido (verlorener Berg), mit 3355 Metern der dritthöchste Berg der gesamten Pyrenäen. Weiter östlich, ebenfalls auf spanischem Boden, befindet sich der Nationalpark Aigüestortes mit seiner schier unglaublichen Vielzahl an Flüssen, Seen und Wasserfällen. Aber auch durchaus hohen Bergen wie dem 3000er Comolo Forno. Bekannt ist auch das Valle de Aran - auch Val d’Aran - als herrliches Wandergebiet. Zudem gibt es zusätzliche Schutzgebiete wie Cadi-Moixero, Posets - Maladeta, Reserve Naturelle du Neouvielle oder Aigumolls de l’ Emporda.

Der Klassiker schlechthin unter den Spanischen Wanderrouten ist der Jakobsweg. Zwar ist der eigentliche Endpunkt Santiago de Compostela, was schon deutlich westlich der Pyrenäen liegt, aber da ja mittlerweile praktisch halb Europa von sogenannten Jakobswegen überzogen ist, sind natürlich auch die Pyrenäen mit eingebunden. Dabei verläuft eine Route praktisch am Hauptkamm entlang, und eine andere weiter südlich durch die Vorberge. Einen ”camino frances”, welcher die französische Seite durchquert gibt es natürlich ebenfalls. Interessanterweise wurde der erste Jakobsweg schon vor ca. 1000 Jahren eingerichtet.

Einer der ursprünglichsten Jakobswege ist der Camino Aragones, welcher, wie der Name schon sagt, durch die Berge Aragons führt. Startpunkt ist hier der Pass Somport auf 1632 m Höhe. Von hier aus führt der Weg am Rio Aragones entlang durch mittelalterliche Dörfer und an gut erhaltenen Klöstern und Kulturdenkmälern vorbei. Nach 7 Tagen und 164 km mündet der Weg bei Puente de la Reina in den Camino Frances. Eine Infrastruktur ist durchaus vorhanden, aber einfach gehalten, übermäßigen Luxus kann man hier also nicht erwarten, ganz wie es sich für eine Pilgerreise geziemt.

Den Jakobsweg schlechthin gibt es eigentlich nicht, es gibt unzählige Varianten und Alternativen. Die ursprüngliche Variante und der Jakobsweg, von dem alle sprechen, ist aber der schon erwähnte “Camino Francés”. Dieser Weg führt von Saint-Jean-Pied-de-Port in den französischen Pyrenäen über knapp 800 Kilometer nach Santiago de Compostela. Dabei durchwandert man in ca. 32 Tagesetappen (das ist natürlich variabel) die verschiedensten Landschaftsformen und Vegetationszonen der Regionen Navarra, Rioja, Nord-Kastilien und Galicien. Die Wege sind gut markiert und im Zweifelsfall kann man immer der berühmten Jakobsmuschel folgen, die oft als Orientierung dient.

Generell sind die Wandermöglichkeiten in den Pyrenäen extrem vielfältig. Von mächtigen 3000ern, über wilde Schluchten, einsame Passübergänge bis hin zu breiten und flachen Wanderwegen durch die Berge ist praktisch alles dabei. Eisausrüstung braucht es kaum noch, denn die ehemalige Vergletscherung ist leider fast überall deutlich zurückgegangen bzw. verschwunden. Nur um den Pico de Aneto herum finden sich noch ganzjährig Eisflächen, bzw. Gletscher. Vor allem in den Frühlingsmonaten Mai und Juni hat man es aber über 2500m oft noch mit hart gefrorenen Schneefeldern zu tun. Interessante Routen im Fels, wo Seil, Klettergurt und Friends gebraucht werden, gibt es hingegen zu genüge. Auch einige Klettersteig ähnliche Anlagen finden sich in den Pyrenäen, zum Beispiel am Weg durch die Faja de los Flores, eine der eindrucksvollsten Schluchten der Region, um nicht zu sagen ganz Europas….

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