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Pilgern auf dem Camino Primitivo

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 Erlebnisbericht: Camino Primitivo

Die spanischen Jakobswege erleben jährlich einen steten Zuwachs an Pilgern, sodass es in der Hochsaison je nach Strecke relativ voll werden kann. Wer in der Hochsaison einen sehr naturbelassenen und ruhigeren Weg sucht, ist mit dem Camino Primitivo gut beraten. Der älteste aller Jakobswege startet in Oviedo und durchquert die Regionen Asturien und Galizien, bis er in Melide wieder auf die Hauptstrecke, den Camino Francés, trifft. Viele bezeichnen ihn auch als den härtesten aller Jakobswege, wobei ich persönlich nicht fand, dass er schwieriger zu bewältigen war, als alle anderen Wege in Deutschland, Frankreich oder Spanien. Trotzdem sollte nicht unterschätzt werden, dass es bis auf 1200 Meter Höhe hinauf geht.

Die ersten Etappen gestalteten sich wie eine Warmlaufphase. Anfangs waren noch nicht so viele Höhenmeter zu bewältigen. Ich pilgerte häufig durch Wälder und konnte zum Beispiel in Cornellana und Salas auch einige historische Bauwerke und Klöster besichtigen. Hinter Borres sah ich mich dann mit dem ersten ernstzunehmenden Aufstieg konfrontiert. Bis auf eine kurze aber heftige Steigung schlängelt sich der Schotterweg aber meist gemächlich die Berge hinauf, bis ich schließlich auf dem höchsten Punkt auf über 1200 Meter eine fantastische Aussicht genießen konnte. Der Weg führte in regelmäßigen Abständen an den Ruinen alter Pilgerhospitäler vorbei, teils noch erhalten, teils nur noch Steinhaufen. Ich bekam das Gefühl, wirklich auf der Strecke zu pilgern, die auch vor hunderten von Jahren die Pilger genommen hatten. Diese Etappe war zwar die einsamste, denn man wanderte mehrere Stunden ohne Dörfer oder Städte in der näheren Umgebung, aber dafür auch die schönste und eindrucksvollste. Abgesehen von dem überwältigenden Anblick der Berge ringsherum traf ich auch mehrmals auf Gruppen von friedlichen Wildpferden und Kühen, die sich vorzugsweise in den alten Pilgerhospitalen sammelten, um der Sonne zu entgehen. In einer zivilisierten und geordneten Welt hat man nicht oft Gelegenheit, solche Tiere noch in Freiheit zu erleben und noch dazu so hautnah, dass dabei unvergessliche Fotos entstehen. Angst hatte ich dabei keine, denn die Tiere waren scheu und flüchteten, sobald ich ihnen zu nah kam.

Ein weiteres landschaftliches Highlight war am Tag darauf der lange ruhige Abstieg zum Staudamm des Flusses Navia. Die Städte und Dörfer auf den nachfolgenden Etappen hatten einiges an Museen und Monumenten der Heimatgeschichte zu bieten, sodass ich auch kulturell auf meine Kosten kam. Bis Lugo hielt die erholsame Ruhe der Berglandschaft an, denn ab dort kam ich merklich dem Camino Francés und der Zivilisation näher. In Lugo selbst gab es wieder neben den Pilgern einige Touristen, was aufgrund der Kathedrale und der vollständig erhaltenen Stadtmauer aus dem 1. und 2. Jahrhundert nicht verwunderlich war. Die letzten Etappen bis zum Camino Francés gestalteten sich wie zu Beginn des Weges recht einfach und ohne nennenswerte Steigungen. Neben dem direkten offiziellen Weg nach Melide gab es auch eine nördlichere Variante, die ich aufgrund der niedrigeren Pilgerzahlen und dem sehenswerten Klosterkomplex in Sobrado dos Monxes vorgezogen hatte. Die Wegauszeichnung war dort zwar spärlich, aber dafür gab es noch ein paar Tage Ruhe vor dem Trubel des Hauptweges.

Ruth R.

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