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Pilgern auf dem Jakobsweg Prag - Eschlkam – Donauwörth

Aufgrund seiner zentralen Lage in Europa ist Deutschland auch in Bezug auf die Jakobswege ein besonderes Gebiet, das die verschiedenen Länder über die gut vernetzten Wander- und Pilgerwege miteinander verbindet. Wer zum Beispiel nicht in Deutschland, sondern etwas weiter östlich der Grenze seinen Pilgerweg starten möchte, kann in der tschechischen Hauptstadt Prag eine insgesamt fast 500 km lange Jakobswegvariante beginnen.

Nach gut 200 km wird die Grenze von der tschechischen Stadt Vseruby hin zur Stadt Eschlkam im Bayerischen Wald überschritten. Von dort aus führt der Weg weitere 270 km über Regensburg bis zum Endpunkt in Donauwörth. An dieser Stelle trifft der Weg wiederum auf zwei weitere Wegvarianten, über welche man seine Pilgerreise entweder in die Schweiz oder nach Burgund fortsetzen kann.

Als Teil des UNESCO-Welterbes ist Prag ein ganz besonderer Startpunkt, der in jedem Fall einen längeren Aufenthalt Wert ist. Allein die Prager Burg, die in ihrer geschlossenen Form die größte der Welt ist, lohnt eine umfassende Besichtigung. Auch der Veitsdom innerhalb der Burg, die Altstadt und die Karlsbrücke sind nur einige Beispiele der vielen sehenswerten Anlaufpunkte der Stadt.

Die vielfältigen Eindrücke der historischen Bauwerke im Gepäck, wandern die Pilger entlang der Moldau und später der Donau und durch weitläufige Waldgebiete, wo das ein oder andere Mal auch anspruchsvolle Steigungen zu bewältigen sind. Religiös motivierte und geschichtlich interessierte Pilger finden entlang des Weges eine große Zahl an Heiligtümern, Burgen, Wallfahrtskirchen, Klöstern und Kapellen. Auch Zeugnisse keltischer Siedler und die Fundamente eines römischen Kastells liegen auf dem Weg. Vor allem Bauwerke aus dem Frühmittelalter sind auf diesem Weg sehr häufig anzutreffen und lassen die Pilger durch lebendige Geschichte wandern. Bis zur deutsch-tschechischen Grenze ist der Wanderweg zwar markiert, allerdings mit den Farben der lokalen Wanderrouten und noch nicht mit den typischen Muschelsymbolen der Jakobswege. Eine offizielle Markierung als Jakobsweg steht bereits zur Debatte, jedoch ist nicht klar, ob und wann dies erfolgen wird. Die typische Kennzeichnung beginnt also erst im bayerischen Grenzort Eschlkam, wo ein großes Steinmonument mit der Entfernungsangabe bis Santiago – über 2800 km – dem Wanderer sein Ziel erstmals greifbar vor Augen führt.

Es geht weiter auf gut gekennzeichneten Pilgerwegen durch Städte wie Regensburg, Pfünz, Eichstätt, Bergen und schließlich nach Donauwörth, wo sich ambitionierte Pilger direkt einem weiteren Jakobsweg anschließen können. Dort finden sie vor allem kirchenhistorische Monumente, wie die gotische Hallenkirche, das Liebfrauenmünster und weitere Wallfahrtskirchen und Klöster. Auch die Reichsstraße, die bereits im Heiligen Römischen Reich von Bedeutung war und von historischen Bürgerhäusern gesäumt ist, zeugt von der langen Geschichte der Stadt, die bis ins Frühmittelalter zurückreicht. Während früher Unbequemlichkeit, Gefahr und Schwierigkeit der Pilgerreise Merkmale einer gelungenen Buße waren, ist heutzutage niemand mehr gezwungen, sich das Wandern schwerer als nötig zu machen. Die körperliche Anstrengung ist fordernd genug, sodass der Genuss der Landschaft nicht durch ungeeignete Ausrüstung oder zu schweres Gepäck getrübt werden sollte. Wer nicht im Voraus jeden Gegenstand abwiegen möchte, kann sein Gepäck auch transportieren lassen und so mehr von der Wanderung profitieren und Kraft für erfreulichere Dinge sparen. Zum Beispiel für die Besichtigung der zahllosen Sehenswürdigkeiten entlang des Weges, die dieses Verbindungsstück zwischen der Tschechischen Republik, Deutschland und den Anschlusswegen zu schweizerischen und französischen Jakobswegen zu einem ganz besonderen Jakobsweg machen.

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