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Pilgern und Wandern auf dem Caminho Português

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Während der Camino Francés als Hauptweg und oft auch als Einsteigerweg bekannt ist, liegt der Caminho Português ungeschlagen auf dem ersten Platz der beliebtesten Nebenrouten. Viele Pilger, wenn nicht sogar die meisten, werden nach ihren ersten Pilgererfahrungen zu „Wiederholungstätern“. Sie suchen nach anderen Jakobswegen, die landschaftlich genauso reizvoll und abwechslungsreich, aber weniger frequentiert und ruhiger sind. Der Camino Português ist neben dem Camino del Norte und der Via de la Plata dabei eine lohnende Alternative, die diese Kriterien erfüllt.

Caminho Portugues
Auf dem Caminho Portugues pilgern - ©analuciasilva/fotolia.com
 

Geschichte und Wegführung

Seit Portugal im zwölften Jahrhundert unabhängig wurde, gewannen auch die Pilgerreisen an Bedeutung und Beliebtheit. Wie auf den meisten Wegen führte der Caminho Português über Römerstraßen und Handelswege von Lissabon bis zum Grab des Apostels Jakob in der Kathedrale von Santiago de Compostela. Könige, hoch angesehene Adelige, aber auch einfaches Volk machten sich seither jährlich auf den Weg, um die Gebeine des Apostels zu besichtigen und um Vergebung oder Hilfe zu bitten. 

Start und Zielort sind bis heute gleich geblieben. Da aber viele der alten Wege sich inzwischen in Straßen verwandelt haben, wurde die Wegführung immer ein wenig verändert. So bleibt der landschaftliche Genuss unterwegs nicht auf der Strecke und auch die Infrastruktur ist gewährleistet. Mit über 600 Kilometern ist er ein wenig kürzer als der Camino Francés. Wer keine vier bis sechs Wochen aufbringen kann oder möchte, ist mit der beliebten Wegvariante ab Porto gut bedient. Sowohl nach Lissabon als auch nach Porto kann man von Deutschland aus bequem mit dem Flugzeug, dem Zug oder Fernbus anreisen. Ein Preisvergleich lohnt sich dabei in jedem Fall. Diese Teilstrecke ist nur ungefähr 235 Kilometer lang und aufgrund ihrer Nähe zu Santiago und ihrer Beliebtheit der am besten erschlossene Teil des Caminho Português. Der Weg ist zwar ab Lissabon markiert, jedoch finden sich mehr Herbergen und Infrastruktur für Pilger je näher man an das Ziel gelangt. Wer von Lissabon aus startet, hat dafür die Möglichkeit, einen kleinen Umweg zum berühmten Wallfahrtsort in Fátima auf dem so genannten Camino do Tejo zu wandern.

Auf dem Caminho Portugues pilgern

©alexanderkonsta/fotolia.com

Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten

Von Lissabon aus verläuft der Weg zunächst für einige Etappen entlang des Ufers des Rio Tejo. Vor dem Start der Pilgerreise sollten hier einige Tage für Besichtigungen der portugiesischen Hauptstadt eingeplant werden. Auch die wenige Etappen entfernte Stadt Santarém hat einige Sehenswürdigkeiten und viel Geschichte zu bieten. Dort zweigt auch die Wegalternative des Caminho do Tejo in Richtung Fátima ab. So bietet der erste Teil des Camino Português eine schön gelegene grüne Kulisse und dennoch ausreichend Infrastruktur und viel Sehenswertes. Lissabon eignet sich auch insofern als Startpunkt, dass das Höhenprofil kaum Steigungen aufweist. Auf den ersten Etappen, die mit ungefähr dreißig Kilometern Länge nicht für ungeübte Wanderer geeignet sind, ist eine flache Landschaft umso wichtiger. 

Erst um die Stadt Coimbra herum, die bis ins Mittelalter als zweite Hauptstadt galt, wird das Gelände unter anderem durch Ausläufer des Iberischen Scheidegebirges zunehmend hügeliger. Dafür ist die Infrastruktur für Pilger auch zunehmend besser gestaltet und die Etappen sind kürzer als zuvor. In Coimbra gibt es vor allem historische Bauwerke und Kathedralen zu besichtigen, bevor es durch Wald-, Wiesen- und Siedlungsgebiete weiter in Richtung Porto geht. Die Stadt wird auch Oporto genannt, was wörtlich übersetzt „der Hafen“ bedeutet. Wie der Name bereits vermuten lässt, trifft der Jakobsweg hier auf die portugiesische Küstenlinie. Ein Tag Pause zur Verkostung des berühmten Portweins, für Touren rund um die zahllosen Sehenswürdigkeiten oder für einen Besuch der Atlantikmündung des Flusses Douro bietet Gelegenheit zur Entspannung und Abwechslung vom Wanderalltag. Hier beginnen viele Pilger ebenfalls ihren Caminho Portugês, sodass von nun an auch mit deutlich mehr „Pilgerverkehr“, aber auch mit mehr Herbergen und Einkehrmöglichkeiten zu rechnen ist. 

Durch geschichtsträchtige Ortschaften geht es häufig auch über alte Römerwege nach Ponte de Lima. Dort finden sich zahlreiche Hinterlassenschaften alter Bevölkerungsgruppen. Von Ausgrabungsfunden aus der Steinzeit über römische Brücken und historische Bauwerke gibt es hier einiges zu entdecken. Bei Valença do Minho wird schließlich  vom Caminho Português die spanische Grenze nach Tuí überschritten. Beide Grenzstädte sind vom Rio Miño voneinander getrennt und besitzen durch die Flusslandschaft nicht nur eine schöne Kulisse, sondern auch Kathedralen und andere interessante Bauwerke. Von Tuí an wandern die Pilger durch die spanische Region Galizien, die sich durch eine besonders grüne Landschaft, aber leider auch durch relativ häufige Regenfälle auszeichnet. 

Nun sind es nur noch wenige Tage bis Santiago und dies wird sich auch in der steigenden Zahl der Pilger bemerkbar machen. Für die Urkunde Compostellana, die die Pilgerreise am Ende bescheinigt, müssen theoretisch nur die letzten 100 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und durch Stempel nachgewiesen werden. Entsprechend gibt es viele (vor allem einheimische) Pilger, die sich auf diesen letzten Etappen tummeln. Wenigstens finden sich auch entsprechend viele Herbergen auf diesen letzten Kilometern.

Jakobsweg, Santiago de Compostela
Santiago de Compostela - ©Tobias Büscher/fotolia.com
 

Ankunft in Santiago

Nach einigen Schritten durch modernes Siedlungsgebiet gelangen die Pilger schließlich in die Altstadt und gelangen zur Kathedrale. In dem Durchgang, der zum Kathedralenvorplatz (dem Obradoiro-Platz) führt, begrüßen meist Straßenmusiker mit Dudelsack oder Geige die ankommenden Pilger und sorgen für eine feierliche Atmosphäre. Herbergen finden sich hier wie Sand am Meer, sodass die Pilger ihre Ankunft in Ruhe genießen und auf sich wirken lassen können. Der Pilgergottesdienst (bei dem meist auch der riesige imposante Weihrauchkessel „Botafumeiro“ durch den Kreuzgang geschwungen wird), eine Umarmung der Jakobsstatur in der Kathedrale, das Betreten der im Boden eingelassenen Meile Null und die Abholung der Compostellana sind nur einige der üblichen Pilgerrituale nach Ankunft. Wem der touristische Rummel in Santiago zu viel wird, der kann im Anschluss weitere drei Etappen nach Fisterra oder Muxía hinzufügen. Dadurch klingt die Pilgerreise in deutlich ruhigerer Atmosphäre aus und man erreicht in Fisterra das sprichwörtliche Ende der Welt, wo die Pilgerreise durch die abfallenden Felsen der Küste nun auch ihr naturgegebenes Ende finden.

Der Streckenverlauf des Camino Português:

  1. Tag. Individuelle Anreise nach Lissabon
  2. Tag.  Lissabon - Sacavem – Vila Franca de Xira, ca. 26 km
  3. Tag. Vila Franca de Xira – Azambuja, ca. 19 km
  4. Tag. Azambuja – Santarem, ca. 32 km
  5. Tag. Santarem – Golega, ca. 30 km
  6. Tag. Golega – Tomar, ca. 29 km
  7. Tag. Tomar – Alvaiazere, ca. 32. km
  8. Tag. Alvaiazere – Rabaçal, ca. 33 km
  9. Tag. Rabaçal – Coimbra, ca. 29 km
  10. Tag. Coimbra – Mealhada, ca. 23 km
  11. Tag. Mealhada – Agueda, ca. 25 km
  12. Tag. Agueda – Oliveira de Azemis, ca. 36 km
  13. Tag. Oliveira de Azemis – Lourosa, ca. 25 km
  14. Tag. Lourosa – Porto, 23 km
  15. Tag. Porto  nach Vila do Conde
  16. Tag. Vila do Conde  nach Barcelos
  17. Tag Barcelos  nach Ponte da Lima
  18. Tag. Ponto da Lima  nach Rubiaes
  19. Tag. Rubiaes  nach Tui
  20. Tag.Tui nach Porrino
  21. Tag. Porrino nach Redondela
  22. Tag. Redondela nach Pontevedra
  23. Tag. Ponteveda nach Caldas de Reis
  24. Tag. Caldas de Reis nach Padron
  25. Tag. Padron nach Santiago de Compostela
  26. Tag. Abreise

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