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Jakobsweg Camino del Norte/Camino de la Costa Camino - pilgern !

Hier finden Sie die gesamte Strecke Camino del Norte/Camino de la Costa :

--->>> Wander-/Pilgerreisen auf dem Camino del Norte/Camino de la Costa <<<---

 Camino del Norte und Küstenweg – was zumeist (so der besseren Lesbarkeit halber auch im Folgenden) synonym verwendet wird, bezeichnet eigentlich zwei verschiedene Teile eines Weges: Der Pilger beginnt seine Wallfahrt entweder im französischen Hendaye oder bereits jenseits der Grenze, in der nahe liegenden spanischen Stadt Irun, auf dem Küstenweg, oder auch Camino de la Costa. Dieser führt ihn bis zur galizischen Grenze, nach Ribadeo, wo er in den Camino del Norte übergeht.

Über etwa 850 Kilometer hinweg führt der Jakobsweg durch vier verschiedene Regionen Spaniens: das Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galizien. Folglich sind die Landschaften sehr abwechslungsreich – mal wandert man am malerischen Sandstrand entlang, mal erwartet den Pilger die schroffe Schönheit felsiger Steilküsten, und am nächsten Tag durchquert er schon idyllische Dörfer oder ehrfurchtgebietende Berglandschaften:

Am Beginn des Camino de la Costa darf sich der Pilger am Anblick des Meeres erfreuen und rastet unter anderem in der malerischen Küstenstadt San Sebastián, von wo aus er nach einigem Auf und Ab das vielen aufgrund seiner tragischen Rolle in der Geschichte bekannte Gernika erreicht. Im Jahre 1937 war die Stadt im Rahmen des Spanischen Bürgerkrieges durch einen Luftangriff zu großen Teilen zerstört worden. Nach weiteren, wesentlich flacheren 50 Kilometern verlässt man das Baskenland und erreicht die Region Kantabrien.

Auch hier ist der Weg weiterhin stark von der naheliegenden Küste geprägt und führt unter anderem durch die Küstenorte Castro Uriales und Liendo. Bald darauf erwartet den Wallfahrer eine interessante Unterbrechung des Pilgeralltags, wenn es gilt, die Beine für kurze Zeit hochzulegen und mit der Fähre nach Santander überzusetzen. Ein weiterer Höhepunkt während Ihrer Pilgerwanderung auf dem Camino de la Costa ist das Städtchen Santilla del Mar, dessen mittelalterliche Altstadt fast vollständig erhalten ist. Es folgen einige herrliche, aber auch anstrengende Kilometer über den Sandstand bis San Vicente de la Barquera, einem Fischerort, bevor der Jakobsweg nach weiteren 30 Kilometern die Region Asturien erreicht.

Hier bietet sich, nach etwa 100 Kilometern, die Möglichkeit den Küstenweg zu verlassen, und auf den Camino Primitivo zu wechseln. Wer ihm jedoch weiter folgt, erreicht bald die Hafen- und Industriestadt Gijón und damit das wirtschaftliche Zentrum Asturiens. Hier empfiehlt es sich, noch einmal Atem zu schöpfen, bevor man sich auf den zunehmend bergiger werdenden Weg macht, der nach 160 Kilometern das kleine Hafenstädtchen Ribadeo und damit eine der schönsten Regionen Spaniens, Galizien, erreicht.

War es der Pilger bis hierhin gewöhnt, die Küste stets in der Nähe zu haben und die frische Brise des Meeres zu spüren, zweigt er nun auf dem Camino del Norte ins Landesinnere ab. Hier stehen ihm einige kräftezehrende Anstiege bevor: Zunächst geht es bei Mondoñedo hinauf auf 530 Höhenmeter, bevor man etwa vier Tagesetappen später auf 714 Metern, in der Nähe der Klosterherberge Sobrado dos Monxes, den höchsten Punkt der gesamten Strecke auf dem Camino de la Costa/Camino del Norte erreicht.

Bereits hier vereint sich die Nordroute mit dem Camino Primitivo. Nach einem weiteren Tagesmarsch mündet der Weg dann in den viel begangenen Camino Francés, der auf weiteren 40 Kilometern zum heiß ersehnten Ziel der Wallfahrt, Santiago de Compostela, führt.

Geschichte des Camino del Norte/Camino de la Costa

Im Mittelalter, als ein beträchtlicher Teil der Iberischen Halbinsel von den Arabern besetzt gehalten wurde, erschien der Küstenweg lange Zeit als die sicherste Route, um zum Apostelgrab zu pilgern, da die Wallfahrer durch das bergige Terrain einen gewissen Schutz genossen und der Weg zudem durch das bereits sehr früh zurückeroberte, christliche Königreich Asturien und das angrenzende, ebenfalls in dessen Herrschaftsgebiet liegende Galizien führte. Als seit dem Hochmittelalter aufgrund weiterer christlicher (Rück-) Eroberungen auch die südlicheren Gefilde Spaniens gefahrlos durchquert werden konnten, entstand der "Französische Jakobsweg", der sich aufgrund seiner leichteren Begehbarkeit bald zur Hauptroute entwickelte. Auch heute noch ist dieser weit stärker frequentiert als der rauere Nordweg.

Praktische Tipps für Ihre Pilgerreise auf dem Camno del Norte/Camino de la Costa

Vorbereitung

Die wichtigste Voraussetzung für ein gelungenes Pilgererlebnis ist sicher eine gute Vorbereitung. Wie viel Zeit Sie in diese investieren müssen, hängt allerdings stark von Ihren individuellen Vorerfahrungen ab. Wer bereits eine Wanderausrüstung und entsprechende Erfahrung sowie eine gute Kondition besitzt sollte sich hier dann nur noch den
Pilgerpasses (dieser ist gegen ein geringes Entgelt bei einer der zahlreichen Jakobusbruderschaften in Deutschland erhältlich) zulegen.

Falls Sie bisher allerdings nur wenige oder noch keinerlei Erfahrungen im (Weit-)Wandern gesammelt haben, sollten Sie ein wenig mehr Zeit zur Vorbereitung einplanen. Deren praktischer Teil beginnt mit der frühzeitigen Anschaffung der Wanderausrüstung, wobei vor allem auf die Qualität und den guten Sitz von Schuhen und Rucksack zu achten ist. Außerdem ist es ratsam, einige Probewanderungen in heimischen Gefilden durchzuführen.

Dabei können Sie nicht nur langsam Ihre Kondition steigern, sondern auch gleichzeitig die Schuhe einlaufen und den ganzen Körper an die besonderen Belastungen des Wanderns mit Gepäck gewöhnen. Packen Sie also am besten schon jetzt ihren Rucksack, um das Gewicht richtig einschätzen zu können. Eine Beispiel-Packliste und vieles mehr findet sich auf www.a-santiago.com. Sollte Ihnen die Belastung durch den Rucksack zu hoch sein, können Sie natürlich auch das Wandern ohne Gepäck mithilfe des buchbaren Rucksacktransports („wandern ohne Gepäck“) in Betracht ziehen.

Reisezeit und Klima

Schneefrei und damit sicher begehbar ist der gesamte Camino del Norte/Camino de la Costa  von Mai bis September, an der Küste, wo das Klima milder ist, grundsätzlich das ganze Jahr über. Die Hochsommermonate Juli und August sollte jedoch meiden, wer Probleme mit starker Hitze hat, auch wenn man dieser auf dem Küstenweg grundsätzlich weniger ausgesetzt ist als auf dem südlicher gelegenen Jakobswegen. Dafür ist im Norden Spaniens mit häufigerem Regen zu rechnen.

An- und Abreise auf dem Camino del Norte/Camino de la Costa

Wer seinen ökologischen Fußabdruck reduzieren möchte, kann auch mit dem Zug, meist über Paris, nach Hendaye reisen. Für den Rückweg empfehlen sich gute Bahnverbindungen ab Santiago.

Alternativ ist die An- bzw. Abreise mit dem Flugzeug möglich, entweder nach Biarritz, Bilbao, Santander oder Oviedo. Anschließend kommt man mit einem der zahlreichen spanischen Fernbusse (buchbar beispielsweise über www.movelia.es) zum Ausgangspunkt der Pilgerreise.

Unterwegs

Infrastrukturell ist der Camino del Norte/Camino de la Costa glücklicherweise sehr gut ausgebaut. Wegmarkierungen sind praktisch durchgehend vorhanden und mitsamt Ihrer Lektüre
ist der Weg gut zu finden.

Auch Bars, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte finden sich beim Pilgern auf dem Camino de la Norte/Camino de la Costa in ausreichender Dichte, sodass in der Regel auf das Mitführen größerer Lebensmittelmengen verzichtet werden kann.
Für das täglich zu bewältigende Tagespensum lassen sich nur schwer allgemeine Empfehlungen aussprechen, da dieses stark vom individuellen Gesundheitszustand, der körperlichen Fitness, den sportlichen Ambitionen und der Beschaffenheit des jeweiligen Wegabschnittes abhängig ist. Zur besseren Einschätzung können die Probewanderungen im Vorfeld der Wanderung dienen.

Wir empfehlen: Es sollte Luft für Pausentage in Ihrer Reiseplanung sein. Einfach bei Buchung die gewünschten Verlängerungstage mitteilen – genießen können Sie diese dann als Luxus während Ihrer Pilgerreise.
Thema: Entschleunigung………………

Erlebnisbericht: Camino del Norte/Camino de la Costa

Der spanische Nord- oder Küstenweg teilt sich in zwei verschiedene Wegabschnitte, wobei die Namen häufig verwechselt werden. Der erste Teil, der an der spanisch-französischen Grenze beginnt und über die nördliche Küste verläuft, nennt sich Küstenweg oder Camino de la Costa. Diesen Teil bin ich über fünfhundert Kilometer lang gepilgert, bevor ich zur Variante des Camino Primitivo abgezweigt bin. Wer den Küstenweg ab Villaviciosa weiter verfolgt, wird sich nach einiger Zeit von der Küste Weg ins Landesinnere begeben und von da an auf dem Nordweg, dem Camino del Norte, laufen.

Aufgrund der Anreise beginnen die meisten Pilger wie auch ich zunächst in Hendaya, von wo es nur drei Kilometer zur ersten Pilgerherberge in Irun sind. Ich kannte vorher die Pilgerwege in Deutschland, Frankreich und  Spanien, aber dieser Startpunkt war mit keinem der Orte auf den anderen Wegen vergleichbar. Bald sollte ich feststellen, dass auf diesem Weg schön und hässlich häufig dicht beieinander liegen. Im Vergleich zu allen anderen Strecken führt der Weg häufig durch große Städte wie Irun, San Sebastian, Gernika, Bilbao oder Santander. Der Nachteil daran ist, dass dadurch auch häufig durch Vororte und Industriegebiete gepilgert werden muss. Im Verhältnis zu anderen Jakobswegen lief ich sehr viel mehr über Asphalt und empfand zudem das ständige Auf und Ab der Strecke als anstrengender als die kontinuierlichen An- und Abstiege, wie ich sie sonst gewöhnt war.

Aber der Küstenweg hält jedoch mit einigen Vorteilen dagegen. In keiner anderen Region habe ich vergleichbare Naturschauplätze erlebt. Direkt zu Beginn zeigte sich die umwerfende Schönheit, die sich aus der einzigartigen Kombination von grüner und felsiger Bergwelt und Meer ergibt. Wenn auch die Etappen selbst manchmal eintönig waren, am Ende wartete immer eine riesige Belohnung in Form von weißen Sandstränden umgeben von den Pyrenäenausläufern oder dem kantabrischen Gebirgszügen. Ich fühlte mich, als wäre ich in ein Postkartenmotiv eingetaucht. Das Gefühl, nach endlosen Kilometern im warmen Sand zu liegen oder im angenehm warmen Meer zu treiben, war unbeschreiblich. So teilte sich der Tagesablauf in den sportlichen Teil am Vormittag und den Urlaubsteil am Nachmittag. Und von Zeit zu Zeit bot auch die Etappe an sich einiges an naturbelassenen Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel die so genannten „Bufones de arenillas“. Diese durch Meeresbrandung entstandenen Aushöhlungen der felsigen Küste bringen das Wasser durch ihre spezielle Form dazu, bei geeignetem Wetter wie in Geysiren weit nach oben schießt.

Die großen und kleineren Städte waren zwar aufgrund ihrer Meeresnähe und Kulturgeschichte oft auch von zahlreichen Touristen bevölkert, aber als Pilger in Spanien war ich schließlich an Menschen um mich herum gewöhnt. Und die Touristen fahren nicht ohne guten Grund zu diesen Orten. Abgesehen von den malerischen Stränden haben sie nämlich einiges an Kunst, Architektur und Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie zum Beispiel das berühmte Picassogemälde in Gernika oder jahrtausende alte Höhlenmalereien in San Sebastian im Baskenland oder mehrfach auch in Asturien.

Dazu kommen einige moderne Sehenswürdigkeiten, die nicht nur nett anzuschauen sind, sondern auch den Pilgeralltag einfacher gestalten wie zum Beispiel die Aufzüge mitten der Stadt Deba, die müde Pilger von einem Straßenniveau auf das andere befördern, die riesige Gondel in Portugalete, auf der sogar Autos den Fluss überqueren können und mehrere Freilustrolltreppen, ebenfalls in Portugalete.

Die Mitpilger sind wie überall bunt gemischt, wobei ich jedoch den Eindruck hatte, dass dort der Anteil an jüngeren und sportlich motivierten Pilgern höher war als auf anderen Jakobswegen. Zusammenfassend fand ich auf dem Küstenweg sowohl die anstrengendsten und hässlichsten Etappen als auch die schönsten Aussichten und interessantesten Orte. Vielleicht war es gerade dieser Kontrast, der dafür sorgte, dass man die bildschönen Aussichten noch mehr genießen und zu schätzen wusste.

Ruth R.

Weiterer Erlebnisbericht über eine Pilgerreise auf dem Camino del Norte :

Weniger als 10% aller Pilger wählen diesen Weg, der jedoch auch gut beschrieben und infrastrukturell gut ausgerüstet ist. Zum Glück konnten wir uns einen Reiseführer von einer Mitpilgerin ausleihen, die ihren Weg an dieser Stelle beenden musste. Auch auf diesem Weg bietet der Reiseführer in erster Linie Hinweise zur Planung der Tagesetappen und zur Wahl der Übernachtungsmöglichkeit. Die Routen selbst sind meistens gut markiert und können in der Regel auch ohne Beschreibung gefunden werden.

küstenweg
In der Innenstadt von Santander - ©Hubertus Eunicke

Die spanische Nordküste ist eine Steilküste, die in der Regel 100 – 200 m zum Meer hin abfällt. Badestrände gibt es in wenigen Städten (u.a. Santander, Gijon), der Rest der Küste besteht aus schroffen Klippen, in die an einigen Stellen Pfade eingelassen sind, auf denen man dann in eine Bucht kommt, die einem in der Regel mehr oder minder allein gehört. Die Küste ist touristisch nahezu unerschlossen und wird fast ausschließlich von Spaniern zur „Recreation“ genutzt.

küstenweg camino de la costa
An der Küste - ©Hubertus Eunicke

Gleich neben dem Küstenweg erhebt sich ein Mittelgebirge, das Kantabrische Gebirge, auf dessen höchsten Gipfeln im Juni noch Schnee lag und das als Wetterscheide zum zentralspanischen Tafelland wirkt. Die „Costa Verde“ ist nicht vom heißen und trockenen Klima in Zentral- und Südspanien bestimmt, sondern hat ozeanisches Klima. Wir sahen an vielen Tagen von Zentralspanien herkommende dichte Wolken, die jedoch kurz vor der Küste Halt machten, so dass wir in der Regel Sonnenschein und eine leichte Brise vom Meer hatten – ideales Wetter zum Wandern, aber auch zum Pilgern.

Kantabrienküstenweg

©Hubertus Eunicke

Zur Römerzeit leistete der Stamm der Kantabrier offenbar so nachhaltig Widerstand, dass er – nach seiner endgültigen Niederwerfung im Jahr 19 v. Chr. – im Unterschied zu allen umliegenden Stämmen vollständig und offenbar „nachhaltig“ romanisiert wurde. Unterschiede zum restlichen Spanien sind in Kantabrien also weniger auszumachen als in den umliegenden Provinzen. Die Hauptstadt der heutigen Autonomen Gemeinschaft und gleichnamigen Provinz ist die Hafen- und Industriestadt Santander, Ausgangspunkt unseres Pilgerweges durch Kantabrien.

Asturien

Die Autonome Gemeinschaft Asturien hatte während der Reconquista erhebliche Bedeutung als Rückzugsgebiet, so dass der spanische Thronnachfolger immer noch den Titel „Prinz von Asturien“ trägt.

Die an einigen Standorten konzentrierte Schwerindustrie ist seit Jahrzehnten in einer schweren Strukturkrise, die reale Arbeitslosigkeit beträgt über 30% und liegt bei Jugendlichen noch (weit) höher (spanienweit bei 40%). Die Provinz ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt; Asturien ist die Milchkammer Spaniens. Wir haben viele landwirtschaftliche Betriebe gesehen, die uns an unsere Herkunftsregion (den Westerwald) vor 50 Jahren erinnern: zwei oder drei Kühe grasen vor einem aus Feldsteinen errichteten Haus, die Milch wird oft noch in Kannen vor der Tür für die Molkereifahrzeuge bereitgestellt. Landesweit hat ein durchschnittlicher Milchviehbetrieb 10 bis 15 Milchkühe, Großbetriebe haben wir nur selten gesehen, die Topografie ist insgesamt zu hügelig hierfür.

camino del norte
Ein typischer Maisspeicher - ©Hubertus Eunicke

Eine Besonderheit stellen die traditionellen „Hórreos“ dar, in denen Getreide, Obst und Mais gelagert werden. Als Schutz gegen Nagetiere werden diese Speicher auf waagerechten Steinplatten errichtet, die auf Säulen stehen. Die meisten dieser eigenwilligen Gebäude dienen auch heute noch ihrer ursprünglichen Funktion, einige werden derzeit auch als Wohnraum umgebaut. Fast jedes Haus in den Dörfern verfügt über einen eigenen Hórreo.eukalyptuspfad

©Hubertus Eunicke

Viele Dörfer (wegen der lange geltenden Realteilung eher Streusiedlungen) wirkten völlig verlassen. Wir hatten uns nach einigen Tagen so sehr daran gewöhnt, dass auf den Straßen und in den immer umzäunten Gärten fast nie jemand zu sehen war, dass wir – entgegen unserer üblicherweise eher zu kontaktfreudigen Art – ganz erschrocken waren, als in einer Ortschaft eine Frau mit einem Hund an der Leine auf uns zuging, um uns frisches Wasser anzubieten. Sie wusste, was auf uns auf den nächsten Kilometern zukam und hatte offenbar, als sie uns sah, gekühltes Wasser in eine Plastikflasche gefüllt, die sie uns mitgeben wollte. Wir hatten lange Zeit Gelegenheit, unsere hilflose Zurückhaltung zu bereuen, denn es wurde ziemlich warm an diesem Tag und die wenigen Brunnen auf diesem Abschnitt des Küstenweges erweckten nicht immer den Eindruck, dass der Durst schon groß genug sei…

Durch einen Eukalyptuswald

Der Wald in Asturien riecht oft nach frisch eingecremten Radlerbeinen. Die vorherrschenden Monokulturen mit Eukalyptusbäumen sorgen mit ihrem schnellen Wachstum zwar für gute Erträge und hochwertiges Holz, verdrängen aber alle anderenBaumarten und laugen den Waldboden aus. Viele Bäume sehen mit ihren herabhängenden Rinden aus wie Fahnen, die auf Halbmast gesetzt sind. Wahrscheinlich trauern sie der Schönheit der Mischwälder nach, die sie vorher verdrängt haben.

herberge
Vor einer der Herbergen - ©Hubertus Eunicke

Galicien

Ein Geheimtipp, der kein Geheimtipp bleiben sollte
„Kind, das kostet ein Vermögen!“ – „Nein, Papa, hier gibt es ein Pilgermenü für neun Euro!“

In der Regel bin ich nicht froh, dass ich zum Lesen eine Brille brauche; in diesem Moment spart uns das Suchen und Aufsetzen der Sehhilfe eine Auseinandersetzung. „Tatsächlich, du hast recht“, muss ich zugeben, auch wenn ich der Karte nicht ganz traue – in einem solchen historischen Gemäuer ein Dreigang-Menü inklusive Wein für neun Euro…

Das „Restaurante Galicia“ gehört Juan Corral Castro und liegt in der Carretera de La Coruña, 22 in Baamonde (Lugo). Viele Einrichtungsgegenstände stammen aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts; auch Juan Corral Castro sieht aus, als wäre er gerade dem letzten deutschen Kaiser begegnet. (Er versichert jedoch, 1936 geboren zu sein.)

Während ein Mitglied der Familie uns das Essen zubereitet, das noch tagelang Gesprächsthema sein wird und uns mit der spanischen Küche endgültig aussöhnt, gibt uns Juan (Galizisch: Xoan) Corral eine Probe seines dichterischen Könnens:

Cando nacin en Galicia
Chamabanme neno rico
Como ia a ser pobre
Nacendo nun paraiso


Auf dem Weg … - ©Hubertus Eunicke

In jüngeren Jahren haben sein Bruder, ein leidenschaftlicher Holzschnitzer, und er sich zusammengetan, um eine Zierkastanie zu retten, die in unmittelbarer Nähe des Restaurants heute noch steht (und zu besichtigen ist). Der Stamm war offenbar durch einen Blitzschlag aufgerissen und innen so weit hohl, dass 2 Erwachsene mühelos hineinpassen. monument©Hubertus Eunicke

Nach Ansicht der Kommune stellte dieser Baum eine Gefährdung für die Wegesicherheit dar und sollte gefällt werden. Xoan Corral besang die Schönheit dieses Baumes in einigen Gedichten, während sein Bruder in das Innere eine Madonnenszene schnitzte. Nach Vollendung ließ er seine Arbeit (mit vollem Recht) zum Kunstwerk erklären – eine Madonna fällt im katholischen Spanien keiner Säge zum Opfer. So freuen sich die Familie und pilgernde Gäste noch heute an dem mächtigen Kastanienbaum und lassen sich die Zeit zwischen Vorspeise und kulinarischem Hauptgang verkürzen.

Vier Nachspeisen gab es zur Auswahl; die ersten drei waren mir bekannt, die letzte trug einen Namen, der eher einem ganzen Satz glich: ich bestellte diese Köstlichkeit und blieb auch bei meiner Bestellung, als unser Wirt die umständliche Bezeichnung dieser Nachspeise noch einmal mit deutlich fragendem Unterton wiederholte.

Als der Wirt schließlich mit dieser „literarischen“ Köstlichkeit bei mir erschien, war mir klar, dass ich meinen Mitmenschen wieder reichlich Anlass zu großer Fröhlichkeit gegeben hatte.

Wenn Sie also bei der Bestellung eines Desserts mit einem langen Namen vom Wirt fragend angesehen werden und wenn Sie Grund haben zu der Annahme, dass dieser Wirt es gut mit Ihnen meint – zögern Sie nicht, Ihre Bestellung noch einmal zu verändern, es sei denn, Sie möchten einmal in Ihrem Leben das besondere Erlebnis haben, eine geschlossene Banane auf einem Teller mit einem Serviermesser dabei zum Nachtisch serviert zu bekommen.

Aber alles in Allem: ein wunderbares Essen in einem wunderbaren Ambiente, garniert mit ländlicher Poesie –ein allseitiges Genusserlebnis und unbedingt zu empfehlen!

Für den Schutz einer in Spanien bedrohten Minderheit

Spanien ist beim Fleischverbrauch Spitzenreiter in der EU (1). – Meine Tochter ist Vegetarierin.
Diese Konstellation wurde am dritten Tag unserer Tour zu einem ernsteren Problem. In Bars und Restaurants bekommt man gelegentlich das Gefühl, nicht nur das (spanische) Wort „Vegetariana“ noch einmal erklären zu müssen, sondern damit auch Anlass zu Fragen nach dem sonstigen Gesundheitszustand hervorzurufen.

In der ersten Bar (2) wollte man des Problems offenbar Herr werden: „Vegetariana – kein Problem. Wir machen was für Sie!“ – Es gab Spiegeleier mit (fettigen) Pommes.

Am nächsten Abend das gleiche Spiel: - es gab Spiegeleier mit (fettigen) Pommes.

Am dritten Abend fragten wir vorbeugend, ob es für Vegetarier etwas anderes als Spiegeleier und Pommes gäbe – unser Gegenüber hatte etwas Mühe, sein Minenspiel wieder in den Griff zu bekommen.

Natürlich sind die letzten Zeilen in ihrer Polemik eher ein Ausdruck unserer anfänglichen Irritation. Im Laufe der Zeit haben wir wunderbare (3) vegetarische Gerichte gefunden; meine Tochter ist zwar nicht zu einer leidenschaftlichen Verehrerin der spanischen Küche geworden, aber verhungern musste sie nicht.

apostel jacobus
Am Ziel unserer Reise: In der Mitte der Apostel Jacobus ©Hubertus Eunicke

Der Verfasser dieses Berichtes steht für weitere Auskünfte und als Begleiter gern zur Verfügung:

Hubertus Eunicke, Pädagoge M.A., Tel.:02682/6238

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1. Der Fleischverbrauch der Deutschen lag 2003 bei durchschnittlich 91,8 Kilogramm und damit auf Platz neun der Verbrauchsskala. Im EU-Mittel wurden 2003 nach vorläufigen Angaben 97,6 Kilogramm pro Einwohner verbraucht. Spitzenreiter beim Verbrauch innerhalb der EU sind die Spanier mit 134,0 Kilogramm Fleisch jährlich… http://www.animal-health-online.de/lme/2004/04/02/eufleischverbrauch-leicht-gestiegen/548/ 2007 wurden nach Angaben der FAO noch 111,5 Kilogramm in Spanien und 87,8 Kg in Deutschland verbraucht. 

2. „Bars“ bieten preiswerte Gerichte an, „Restaurants“ dienen gehobenen Ansprüchen.

3.In Gijon gibt es sogar ein vegetarisches Restaurant (das wir sehr empfehlen können).

Erlebnisbericht: Der Küstenweg (Camino de la Costa, Camino del Norte)

Viele sagen, der Küstenweg sei der schönste Jakobsweg nach Santiago. Bizarre Landschaft und raues Meer. Diese Aussage wollte ich überprüfen. Im September 2011 war es bei mir endlich soweit!

Alle Jakobswege verlaufen auf historisch hochinteressanten Routen. Als Fußpilger gehe ich auf sehr alten Wegen, die Autofahrern heute versperrt sind. Es geht von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt. Zuerst sieht man zuerst den Kirchturm, dann die ersten Häuser des Ortes. Schritt für Schritt vorwärts.

Irún erreichte ich am frühen Morgen. Gleich nach dem ersten Anstieg hat man den Blick auf das Meer. Ich wusste, jetzt bin ich am Küstenweg. Der Geruch von Meer begleitete mich fast auf der ganzen Reise.

Meine erste Tagesetappe wählte ich nur bis Pasai Donibane, da ich die Nacht zuvor wenig geschlafen hatte. Mir war gleich klar, dass dieser Camino etwas Einzigartiges werden wird. Es mischen sich Pilger mit Touristen und man ist anfangs im Baskenland. Überall Plakate und Banner mit Aufschriften für die Unabhängigkeit! Eine spanische Pilgerin beruhigte mich mit den Worten: „Der bewaffnete Kampf ist vorbei!“

Hier am Küstenweg braucht man öfter ein Boot um weiterzukommen. Bereits am nächsten Morgen schipperte ich für 1 € über die Bucht um meine Pilgerschaft fortsetzen zu können. Der Camino de la Costa ist nicht der einfachste! – Es sind immer wieder Berge zu bezwingen und beim Wandern am Strand ist man auch nicht der Schnellste. Entschädigt wird man aber mit Ausblicken, die nie ein Fahrradpilger zu sehen bekommen wird.

Tipp: Ich gehe immer mit zwei Trekkingstöcken. Diese ziehen mich bergauf und entlasten bergab die Füße!

Der Weg führte mich nach San Sebastian/Donostia, die Stadt mit den drei Stränden. An diesen lagen Touristen auf Strandtüchern und Liegestühlen. Als Pilger ist mir hier etwas Besonderes. Auch wenn täglich über hundert Pilger unterwegs sind, so bleiben sie, verglichen mit den Urlaubern, eine Minderheit.  Hinter San Sebastian geht es steil bergauf. Es folgen kleinere Orte - Berge und Strand wechseln sich ab. Meist gab es am frühen Morgen etwas Nieselregen. Ich empfand dies nicht als unangenehm, sondern eher als ein Naturschauspiel.

Ich erreichte Zarautz, das Hawaii des Baskenlandes, wie der Reiseführer schrieb. Breiter Strand und nur wenige Touristen. Solch leere Strände kannte ich bisher in Spanien nicht. Auch wenn es anstrengend ist, so ist das Pilgern auf Sand ein sinnliches Erlebnis. Wie ein Kleinkind geht man in der Nähe des Wassers und weicht jeder Welle mehr oder weniger gut aus. Das Geräusch des Wassers klang wie eine Melodie aus der Natur.

Hinter Zarautz geht es an einer Uferpromenade nach Getaria. Mir kamen Jogger entgegen.  Pilgern ist doch auch irgendwie Sport, dachte ich. Ich habe doch Alles – Bewegung und frische Luft!

Es ging wieder über einen Berg und ich hatte wieder diese Panoramablicke. Von Weitem sah ich schon die Kirche von Zumaia. Erst die Natur, dann diese einzigartigen Bauwerke – Welch spiritueller Impuls!

Viele Lokale bieten Pilgermenüs an. Hier trifft man sich zum Abendessen und zum Austausch. Man erzählt von den Nächten in den überfüllten Herbergen, dem Stöhnen und Schnarchen des Bettnachbars und von Blasen an den Füßen. Doch jeder nimmt dies gern in Kauf. Die Landschaft tröstet über alles hinweg.

Tipp: Gegen überfüllte Herbergen gibt es Hotels, gegen Schnarchen helfen Stöpsel und Blasen hat man nur mit falschen Schuhen.

In Deba gelangt der Pilger in einem Aufzug von der Oberstadt zur Unterstadt. Am Abend war eine große Fiesta. Auf dem Weg bis Santiago wird man oft zu diesen Festen kommen. Ich würde öfter von Einheimischen zum Essen eingeladen. Wenn Menschen am Meer leben, sind sie vielleicht offener. Als Pilger wird man hier am Küstenweg immer herzlich aufgenommen. In der Kathedrale fand ein großes Konzert statt. Gesungen wurden deutschen Arien von Lehar und Mendelssohn Bartholdy. Ich fragte, ob ich mit meinen Trekkingkleidern überhaupt zum Konzert gehen dürfe. Die Frage hätte ich mir sparen können, denn man sah es als besondere Ehre an, wenn Pilger das Konzert besuchen. Diese kulturellen Ereignisse sind nicht selten am Weg.

Über Markina-Xemein und Bolibar gelangte ich etwas abseits vom Meer zum Kloster Zenarruza. Es war früh am Morgen und die Nebel verschwanden langsam über der faszinierenden Landschaft. Die Auf- und Abstiege verlangen von mir gute Kondition. Dass der Küstenweg nicht gleichzusetzen mit einer Strandwanderung ist, war mir natürlich klar. Ich bin auch nur normal sportlich.

Tipp: Lieber Anfangs etwas langsamer gehen und den eigenen Rhythmus finden. Dies ist für mich als Alleinpilger natürlich einfacher als für Paare und Gruppen.

Über Gernika-Lumo und kleine baskische Orte kam ich nach Bilbao. Bilbo, wie die Stadt auf Baskisch heißt, erreicht man über eine Anhöhe. Oben lag dann die ganze Großstadt zu meinen Füßen. Nach dem Abstieg ging es durch die belebte Altstadt. Der Küstenweg führt weiter zum Guggenheim-Museum. Ich wählte den Weg entlang der Bucht nach Portugalete mit seiner Hängebrücke. Später erfuhr ich von einer schöneren Alternative. Mir fielen die vielen Rolltreppen im Ort auf. Obwohl ich Fußpilger war, benutzte ich sie gerne….

Die Strecke des nächsten Tages konnte nicht abwechslungsreicher sein. Zuerst ein geteerter Wanderweg mit Spuren für Radfahrer und Fußgänger, ähh Pilger! Dann folgte Sand und schließlich Küstenweg wie aus dem Bilderbuch. Das Blau des Meeres kann man gar nicht in Worte fassen. Viele Kilometer dieser Ausblick bis nach Castro-Urdiales.

Weiter ging es zuerst in Küstennähe, dann durch das Hinterland, nach Laredo. Nun gab es ein langes Stück Strandpilgern und das Spiel mit den Wellen. Ich brauchte wieder das Boot um nach Santoña zu kommen. Kurz danach musste ich mich auf einen sehr sandigen, steilen Weg über einen Hügel quälen. Der Wind wehte kräftig und der Weg wurde mir auch noch von Ziegen versperrt. Doch dann war er da, der Blick über den Strand von Berria. Es ging hinab zu diesem unendlich breiten Ufer. Viele kamen mir in Badekleidung entgegen. Ich nahm auch ein Bad im Meer. Danach band ich meine Trekkingschuhe an den Rucksack und ging mehrere Kilometer barfuß. Gehen mit allen Sinnen, dies ist nur hier am Küstenweg möglich! Ich fragte mich, ob die Touristen auf dem Banana-Boot den gleichen Spaß hatten.

Das Pilgerzentrum von Pfarrer Ernesto Bustio wurde meine Herberge.  In der Bibliothek des Hauses las ich fast die ganze Nacht.

Tipp: Auch wer in Hotels schläft, sollte dieses „Pilgerdorf“ unbedingt ansehen!

Zurück am Ufer erlebte ich nun Steilküste und Klippen in einer Pracht, wie ich sie nur aus Irland kannte. Den Wind in den Haaren, der Duft des Meeres, die üppige Vegetation, wie soll man das nur beschreiben. Bis zum Bootsableger nach Santander dauerte dieser herrliche Weg. Angekommen in Santander war gerade Mittelaltermarkt, also wieder eine Abwechslung.  Ein wenig abseits vom Meer, kam dann das romantische Santillana del Mar. Es war schon wieder eine Fiesta und wir feierten bis spät in die Nacht. Comillas und San Vicente lagen noch am Weg bis zur Grenze von Asturien. Ich freute mich dort angekommen zu sein. Doch gleich hinter der Landesgrenze folgte ein harter Aufstieg nach Colombres. Ein sportlicher Nachschlag, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

Am nächsten Tag folgten wieder Küstenpanorama und die Bufones de Arenillas, Wasser-Fontänen durch ausgehöhltes Kalkgestein. Ein Naturschauspiel der besonderen Art. Ein bisschen Abkühlung durch die Spritzer schadete mir nicht.

Es folgten Llanes und Piñderes, dann Rosamunde-Pilcher-Landschaft bis La Isla. Ich erlebte gerade die kleinen Ortschaften besonders intensiv. Zeit für eine Katze am Weg, Zeit für ein Gespräch mit den Menschen, die den Pilgern immer sehr freundlich gegenüber stehen. Eine kleine Bar, ein kleines Geschäft, oftmals eine Welt aus einer früheren Zeit. Ein Lebensgefühl, das heute gerne mit dem Wort „Entschleunigung“ beschrieben wird.
Hinter  Villaviciosa verlassen die Pilger des Camino Primitivo den Weg.

Tipp: Lieber den Camino de la Costa komplett gehen und den Camino Primitivo ein anderes Mal! Am Meer bleiben lohnt sich!

Ich ging weiter nach Gijón. Die Zeit für den kleinen Umweg zur Spitze der Halbinsel nahm ich mir. Hinter Gijón ging es erst durch ein Industriegebiet. Die Stadt Avilés mit ihren Säulengängen lud mich zum Übernachten ein. Über El Pito und Cadavedo kam ich schließlich nach Luarca. Die Stadt liegt tief in einer schützenden Bucht. Mir verliehen die steilen Felswände ein bedrückendes Gefühl. Alles schön zum Ansehen, aber leben könnte ich hier nicht.

Jetzt wurde es schön langsam Zeit für das letzte Bad im Meer. Ich war kurz vor Ribadeo. Dort traf ich zwei Pilgerinnen mit ihren Hunden. Beide Hunde hatten ihren eigenen Hunderucksack.  Abends gingen wir Pilger wie so oft zum gemeinsamen Essen. Es war die letzte Gelegenheit, Fisch direkt am Meer zu essen.

Tipp: Unbedingt zum Meerfrüchteessen gehen!

„Heute wird mich der treue Freund an meiner rechten Seite verlassen.“ Werde ich sein Rauschen, seine sanfte Briese, seine Unendlichkeit vermissen??“

Über die Berge auf schönen Höhenwegen geht es durch das grüne Galicien. Ich wanderte durch die Bischofstadt Mondoñedo, die Orte Gontán, Vilalba und Baamonde. In den kleineren Orten erlebte ich auch die neue Armut seit der Finanzkrise. Geschlossene Läden und arbeitslose Jugendliche.

Das Meer fehlte mir ein wenig, dafür hatte ich jetzt den Duft der Eukalyptusbäume. Der Weg führte zum Haus eines Bildhauers. Viele Jakobsmuscheln und Skulpturen wurden von ihm geschaffen. Ich bekam von ihm ein Wachssiegel als Pilgerstempel für meinen Ausweis. Das Kloster Sobrado dos Monxes mit seinen freundlichen Mönchen fand ich auch besonders interessant.

Über den Monte do Gozo erreicht ich am nächsten Tag Santiago de Compostela. Als „Nordwegpilger“ holte ich mir meine Compostela im Pilgerbüro ab. Ich musste den übrigen Pilgern viel von meinen 30 Tagen auf dem Küstenweg erzählen, was ich sehr gerne tat.
Ich blieb noch für drei Tage in Santiago. Ich besuchte die Pilgermesse, sah das Schwenken des Weihrauchkessels, ging zu den Pilgermenüs und saß mit netten Menschen vor der Kathedrale.

***

Der Weg war eine persönliche und auch sportliche Herausforderung. Umso schöner ist das Gefühl, es letztendlich geschafft zu haben!

Das irre Blau des Meeres, die steilen Küsten, die grünen Berge, das Gelb der Stände, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, romantische Städte! Als Fußpilger konnte ich an den schönsten Ausblicken der Welt einfach stehen bleiben.

Ich kehre reich an neun Erfahrungen zurück nach Deutschland. Das beschauliche Leben auf dem Weg, das für mich doch so erfüllend war. Hiervon kann ich heute noch zerren. 

Alexander Bürger

Bilder zum Erlebnisbericht „Camino de la Costa“

Pasajes de San Juan
Pasajes de San Juan - ©Hubertus Eunicke

San Sebastián
San Sebastián - ©Hubertus Eunicke

Puente Colgante
Puente Colgante - ©Hubertus Eunicke

Strand bei La Arena
Strand bei La Arena - ©Hubertus Eunicke

Strand von Berria
Strand von Berria - ©Hubertus Eunicke

Blick auf Santander
Blick auf Santander - ©Hubertus Eunicke

Santillana del Mar
Santillana del Mar - ©Hubertus Eunicke

Stand hinter Llanes
Stand hinter Llanes - ©Hubertus Eunicke

Gijón
Gijón - ©Hubertus Eunicke

Avilés
Avilés - ©Hubertus Eunicke

Luarca
Luarca - ©Hubertus Eunicke

Durch das grüne Galicien
Durch das grüne Galicien - ©Hubertus Eunicke

Sobrado dos Monxes
Sobrado dos Monxes - ©Hubertus Eunicke

Santiago de Compostela
Santiago de Compostela - ©Hubertus Eunicke

 

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Fragen zu Ihrer Pilgerreise: Wie plane ich meine An- und Abreise für den Jakobsweg? Was für eine Bekleidung sollte ich bei meiner Pilgerwanderung mitnehmen? Welchen Camino soll ich für meine Pilgerreise wählen? uvm. ...
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Mit dem Pilgerstab auf dem Jakobsweg
Pilgerstab auf dem Jakobsweg- Auf fast allen Darstellungen von Pilgern, seien sie historisch oder modern, kann man ihn sehen - den Pilgerstab. Doch was hat es damit auf sich?
Special: Auf dem Jakobsweg pilgern
Der Pilgerpass
Wichtig ist der Pilgerpass für alle, die ihn in Santiago de Compostela erhalten möchten.
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