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Pilgern: Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße

Route

Auf insgesamt 210 Kilometern führt der Sächsische Jakobsweg, angelehnt an die alte Frankenstraße, von Bautzen nach Zwickau. Dabei werden u.a. Bischofswerda, Dresden, Freiberg und Chemnitz passiert.

Geschichte

Seit dem 13. Jahrhundert diente die Frankenstraße als Verbindung zwischen der Oberlausitz und Süddeutschland. Dabei wurde die Route insbesondere durch die wichtigen Reichsstädte Zwickau und Chemnitz sowie das damalige Zentrum des Bergbaus, Freiberg, bestimmt. Den festen Verlauf des Weges vom schlesischen Bautzen ins fränkische Nürnberg legte allerdings erst Kurfürst Friedrich II. im Jahre 1462 fest. Schon im Mittelalter dürfte die Frankenstraße aller Wahrscheinlichkeit nach von (Jakobs-)Pilgern genutzt worden sein.

Besonders sehenswert

Aufgrund seiner Anlehnung an die historische Frankenstraße passiert der Sächsische Jakobsweg zahlreiche historisch bedeutende Orte. Besonders hervorzuheben sind hierbei sicher Dresden, Freiberg, Chemnitz und Zwickau. Für die sächsische Landeshauptstadt Dresden mit ihrer Fülle von Sehenswürdigkeiten, allen voran sicher die nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Frauenkirche sowie die eindrucksvolle Semperoper – glücklich, wer das imposante Bauwerk nicht nur von außen bestaunen, sondern auch eine Aufführung in seinem Inneren miterleben darf –, sollten Sie sich unbedingt einen ganzen, wenn nicht gar zwei Tage Zeit nehmen. Wesentlich bescheidener und dennoch pittoresk erscheint dagegen die kleine Bergbaustadt Freiberg, wobei der spätgotische Dom St. Marien und die Stadtkirche St. Petri mit der Silbermannorgel aus dem 19. Jahrhundert wohl als wichtigste örtliche Sehenswürdigkeiten gelten können.

In Chemnitz, ehemals Karl-Marx-Stadt, sind insbesondere das Opernhaus, das Alte Rathaus, das Siegertsche Haus mit seiner aufwändigen Barockfassade, die kleinste Burg Sachsens: Burg Rabenstein sowie das 1971 eingeweihte Karl-Marx-Monument eine Besichtigung wert. Am Ende der Reise wird der Pilger schließlich mit den Schönheiten Zwickaus belohnt. Hier empfiehlt sich ein erster Gang zum Hauptmark, von dem aus Gewandhaus, Rathaus und Dom als eindrucksvolles Ensemble bestaunt werden können, bevor man sich der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten im Einzelnen widmet.

Neben den großen, kulturhistorisch wichtigen Denkmälern finden sich am Weg zudem viele Zeichen historischer Jakobspilgerschaft: In Dresden sind dies Jakobshospital, Jakobskapelle und Jakobsgasse, in Wilsdruff existiert ebenso wie in Freital-Pesterwitz eine Jakobikirche, im Tharandter Wald können Sie am heutigen Jagdschloss ein mittelalterliches Pilgerhospiz finden, in Freiberg befindet sich wie bereits erwähnt eine Jakobikirche, in Chemnitz existiert neben der Stadtkirche St. Jakobi ein Jakobimarkt, in Stollberg ebenso wie in Reinsdorf wiederum eine Jakobi- bzw. Jakobuskirche und in Zwickau steht schließlich ein auf die Versorgung mittelalterlicher Wallfahrer zurückgehendes Margaretenhospital.

Praktische Tipps

Wichtige Informationen erhalten Sie über die Homepage www.saechsischer-jakobsweg.de, dort ist auch ein Pilgerführer bestellbar. Für die Vorbereitung ist, insbesondere falls Sie das Wandern ohne Gepäck bevorzugen und daher einen Rucksacktransport organisieren möchten, eine grobe Planung der Etappen und Unterkünfte wichtig. Zum Übernachten bieten sich die örtlichen, kommerziellen Pensionen und Hotels in den verschiedensten Preisklassen an, darüber hinaus besteht mancherorts jedoch auch die Möglichkeit zur Unterbringung in einfachen und preiswerten Pilgerherbergen, im Pfarrhaus, in Kirchengemeinden oder privat bei Familien, die gegen eine Spende bereit sind, Pilger bei sich aufzunehmen. Diese Art der Übernachtung, abseits von Luxus und Komfort, birgt für viele den Reiz von Bescheidenheit und Demut, die man traditionell mit der Pilgerschaft verbindet und beglückt darüber hinaus nicht selten mit dem Erlebnis herzlicher Gastfreundschaft, wie wir sie in unserer modernen Welt sonst nur noch selten erleben. Eine Liste dieser Pilgerunterkünfte finden Sie ebenfalls unter www.saechsischer-jakobsweg.de

Reisezeit

Insofern Sie sich entsprechend ausrüsten – je nach Jahreszeit entweder mit Sonnenhut und Mineralwasser oder Wintermantel und heißem Tee – kann der Sächsische Jakobsweg grundsätzlich das ganze Jahr hindurch begangen werden. Bedenken Sie jedoch, dass extreme Witterungen mit starker Hitze oder aber Eis und Schnee das Wandern um einiges beschwerlicher und insbesondere im Winter auch gefährlicher gestalten können. Das angenehmste Wanderwetter bieten daher in der Regel die milden Monate April und Mai sowie September und Oktober.

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