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Wanderhöhepunkte in den französischen Pyrenäen mit Andorra

Höhepunkte gibt es viele in den Pyrenäen, sowohl auf französischer, als auch auf spanischer Seite. Fangen wir mal mit den französischen Gebieten an. Da sich das französische Ax les Termes auch als Ausgangspunkt für die Berge in Andorra anbietet, wird Andorra in diesem Artikel beschrieben.

Erstmal ist da natürlich Lourdes, der wohl bekannteste Ort in der kompletten Region. Allerdings nicht unbedingt wegen der Wandermöglichkeiten drumherum, sondern vor allem als der katholische Wallfahrtsort schlechthin. Mit dem Pic Beout und dem Pic du Jer gibt es aber auch 2 schöne Wanderberge, die zwar nur um die 1000 Meter hoch sind, aber fantastische Aussichten auf die Pyrenäen bieten. Außerdem können diverse Grotten und eine unterirdische Promenade besucht werden.

Deutlich weiter oben befindet sich die berühmteste französische Bergregion nach Chamonix: Garvanie, ein 117 Einwohner Dörfchen, nah am berühmten Cirque de Garvanie. Im Sommer werden hier die Touristenmassen, vor allem von Lourdes aus, in Busladungen hoch gekarrt. Kein Wunder, es gibt hier 1400 Meter mächtige Felswände zu bestaunen. Dazu gigantische Wasserfälle und imposante 3000er. Von hier aus kann ebenfalls die berühmte Breche de Roland erwandert werden. Berggewandte Wanderer können dabei noch die Petit Vignemale mitnehmen. Immerhin über 3000 Meter hoch. Sogar 3298 Meter hoch, und damit der höchste Berg der französischen Pyrenäen ist die Gran Vignemale. Sie zu besteigen erfordert sicheres Steigeisengehen.

Auch zu den höher gelegenen Orten zählt, auf über 700m gelegen,  Ax les Termes. Ax ist vor allem als Badeort bekannt. Kuren aller Arten werden im heißen Thermalwasser der Umgebung durchgeführt. Mit Bonascre befindet sich zudem ein Skigebiet in der Nähe. Schöne Wandermöglichkeiten gibt es auch, zum Beispiel im Tal von Meret les Bains, wo ein paar versteckte heiße Quellen am Weg liegen, aber auch weit hoch in die Berge gewandert werden kann. Seen und Bergwälder gestalten den Aufstieg kurzweilig. Sogar Bären sollen hier schon gesichtet worden sein.

Ebenfalls nahe bei Ax Les Termes befindet sich in einem Seitental das Dörfchen Orlu. Neben den obligatorischen wilden Berglandschaften befindet sich hier mehrere relativ großräumige Gehege mit verschiedenen Wolfsrassen. Durch viel Fläche zum Laufen und durchaus auch der Möglichkeit sich vor den Zuschauern zu verstecken, bietet es zumindest einen einigermaßen angemessenen Lebensraum für die prächtigen und anmutigen Tiere. Auf jeden Fall ist es ein aufregendes Erlebnis, die grau und weiß gefärbten Tieren von Nahem zu beobachten und etwas über ihre Lebensweise zu erfahren.

Von Ax lässt sich auch ideal ein Abstecher nach Andorra machen. Der Ministaat mitten in den Pyrenäen ist zwar vor allem für seine mannigfaltigen Einkaufsmöglichkeiten bekannt, bietet aber neben zahlreichen Skigebieten auch richtig schöne Seitentäler, die zum Wandern und Bergsteigen einladen. Auf jeden Fall einen Besuch wert ist das Valle de Ingles, von wo aus der Estany (See) de Junclar mit der gleichnamigen Hütte recht schnell erreicht werden kann. Gute Wanderer können von hier noch das aussichtsreiche Coll de Alba erwandern. Es bietet eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Berge und tolle Tiefblicke auf die Seen. Wirklich Klettergewandte können sich sogar an den 2781m hohen Pico de Escobes wagen. Einer der Paradegipfel des Landes, der aber Kletterei mindestens im zweiten Schwierigkeitsgrat erfordert.

Ebenfall nicht auslassen sollte man dieEstanys de Tristaina. Drei wunderschöne Seen, welche vom Parkplatz Coma de Forat an einer Skistation in 3 Stunden umwandert werden können. Abseits der verkabelten Pisten natürlich. Auch hier gibt es für ambitionierte Wanderer Möglichkeiten, die Wanderung zu erweitern. Direkt über den Seen ragt der gleichnamige Berg Pico de Tristaina auf, mit 2878 m einer der höchsten Gipfel Andorras. Er kann mit etwas Trittsicherheit ohne technische Schwierigkeiten bestiegen werden. Über den Port d l’ Arbella ist zudem der Übergang nach Frankreich möglich.

Noch höher ist in Andorra nur die Coma Pedrosa, mit 2942 Metern Meereshöhe. Ausgangspunkt ist hier das Örtchen Arinsal. Die erste Etappe führt zur gleichnamigen Hütte, idyllisch an einem Talende gelegen, nah dem Estany de las truchas, dem Forellensee. Von hier aus geht es dann immer steiler, aber gut markiert zum höchsten Punkt Andorras.  Eine weitere, sehr lohnende Wanderung ist es, die Seen im Circ del Pessons zu umrunden. Sie befinden sich auf einer Hochebene inmitten wild gezackter Felsgipfel wie dem Pic de Gargantillar. Ausgangspunkt ist hier Grau Roig, Talort Soldeu.

Schon in Frankreich gelegen ist der malerische Estany Blau, der Zugang erfolgt aber von El Serrat in Andorra. Direkt zwischen beiden Ländern befindet sich der Pic de la Serrera, mit 2913m der zweithöchste Berg Andorras. Bei der Anfahrt nach Ax und Andorra passiert man übrigens das malerische 10.000 Einwohner Städtchen Foix mit seiner Burg und mittelalterlichen Straßenzügen. Der Ort ist definitiv einen Abstecher wert.

Vor allem bei Radfahrern bekannt ist der Col de Tourmalet, oft eine wichtige Bergetappe auf der Tour de France. Aber auch zum Wandern taugt die Region. Zum Beispiel im Campan Tal. Der erste Ort am Pass heißt Bareges und ist für Wanderer, Gleitschirmflieger, Rafting begeisterte und Biker gleichermaßen attraktiv. Wer fit ist, kann den Pic du Midi de Bigorre ersteigen. Er gilt als einer der schönsten Aussichtsberge der Zentralpyrenäen und erreicht immerhin 2877 m Meereshöhe. 

Um Cauteres im Pyrenäen Nationalpark gibt es attraktive Felsgipfel und sehr schöne Seen. Ein Klassiker, mit nur 90 Minuten Gehzeit auf guten Wegen ist der Lac de Gaube. Länger geht es zum ebenfalls tiefblauen Lac du Pourtet, nah am Refuge Wallon, einer der wenigen bewirtschafteten Hütten der Region. 

Ein klassischer, sehr attraktiver Wanderberg ist der Pic du Midi d’ Ossau, 2888 Meter hoch, welcher sich gut für trittsichere und schwindelfreie Wanderer eignet. Wem der Cirque de Garvanie zu überfüllt ist bietet sich der Cirque de Troumouse als Alternative an. Am kleinen Weiler Heas vorbei erreicht man die 10 km lange Hochebene auf 2000 m. Also noch weitläufiger als sein berühmtes Pendant, allerdings nicht mit ganz so spektakulären Felswänden.

Das Department Haute Garonne beherbergt ebenfalls einen Teil der Hochpyrenäen, wenn auch der Großteil der über eine Millionen Einwohner im Tiefland lebt. Aber an der Grenze zu Spanien befinden sich einige hohe 3000er wie der Pic de Crabioules (3116m), Pic Perdiguere, mit 3222m der zweithöchste Pyrenäenberg in Frankreich, oder der Pic de Gourgs Blancs (3126m). Allesamt sind sie nicht einfach zu besteigen. Ein hervorragender Ausgangspunkt, um diese Hochgebirgsumgebung zu erkunden, ist der Badeort Bagneres de Luchon.

Damit sind natürlich nur einige der zahlreichen Möglichkeiten in den französischen Pyrenäen genannt worden. Um annähernd alle zusammen zu tragen, könnte man ganze Bücher füllen. Vom Rother Verlag gibt es übrigens 4 Wanderführer zu den Pyrenäen.

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