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Augsburger Jakobsweg - Der Jakobus-Pilgerweg in Bayerisch Schwaben

Von Augsburg aus können sich die Pilger zwischen zwei verschiedenen Varianten entscheiden: der 120 km langen Westroute oder der 110 km langen Ostroute. Ziel beider Varianten ist schließlich Ermengerst, wo der Weg in den Münchener Jakobsweg mündet. Dieser verlängert den Augsburger Jakobsweg bis hin zum Bodensee in Bregenz, womit eine Gesamtlänge von Oettingen aus gesehen von über 300 Kilometern erreicht wäre.

Trotz seiner beschaulichen Einwohnerzahl ist Oettingen ein kulturell interessanter und geschichtsträchtiger Ort, der mit einer bronzenen Jakobusstatue vor der Pfarrkirche den Startpunkt markiert. Es gibt dort vielerlei historische Bauwerke aus allen möglichen Epochen zu bestaunen wie z.B. die sehr gut erhaltene Stadtmauer, die Gruftkirche, der Königsturm, der Marktplatz, das Rathaus und eine nicht geringe Anzahl an Kapellen und Kirchen.

Nach durchschnittlich 4-5 Tagen, je nach gewählter Etappenlänge, erreichen die Pilger mit Augsburg einen interessanten Zwischenhalt, der wohl vor allem durch die Geschichte der reichen kaufmännischen Fugger und Welser in die deutschen Chroniken einging. Es sind zahlreiche Brunnen, Türme, Residenzen, Kirchen, der Dom, die Basilika und viele weitere historische Monumente zu besichtigen. Entlang der Donau und des Lechs führt der Weg zunächst recht eben und angenehm durch die Flusslandschaften. Hinter Augsburg verläuft die Pilgerreise durchs Allgäu und wird umso mehr von Auf- und Abstiegen durchzogen, je näher man sich dem Alpenvorland nähert. Der Naturpark Augsburg, Bayerisch Schwaben und die Region des Allgäus als beliebte Urlaubsziele der Deutschen verschaffen auch den Fußpilgern Erholung und sehenswerte Ausblicke.

Die Orte entlang des Weges blicken oftmals auf eine mittelalterliche Geschichte zurück, sodass auch kulturell und geschichtlich einiges am Wegesrand zu entdecken ist. Schlösser, Burgen, Klöster und Kirchen finden sich an vielen Stellen und legen den Pilgern nahe, einige zusätzliche Tage in ihre Wanderung einzuplanen. In Ermengerst, eine kleine Ortschaft im Allgäu, die ebenfalls bis ins Mittelalter zurückdatiert werden kann, laufen der Augsburger Jakobsweg und der Münchener Jakobsweg zusammen. Von dort kann die Pilgerreise zum Bodensee und von dort aus in die Schweiz und nach Frankreich fortgesetzt werden. Das Allgäu und die allgemeine Wegbeschaffenheit ist zwar noch nicht mit den anspruchsvollen Alpentouren zu vergleichen, dennoch sollte man die körperliche Herausforderung des täglichen Wanderns nicht unterschätzen. Der Körper muss sich selbst bei einer 14-tägigen Reise auf die stetige Belastung umstellen und demnach sollten die Etappen nicht zu lang und die Zeit nicht zu knapp eingeplant werden. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, den Körper zu entlasten, indem man das zu tragende Gepäck auf ein Minimum reduziert. Je nach Planung kann man so zum Beispiel mit einer leichten Tagesverpflegung oder sogar ohne Gepäck wandern und die schweren Taschen transportieren lassen, während man sich der Pilgererfahrung selbst vollständig widmen kann. Darüber hinaus ist es schade, wenn nach einem zu erschöpfenden Wandertag keine Reserven für die Besichtigung in den jeweiligen Orten oder für lohnenswerte Abstecher entlang des Weges vorhanden sind.

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