Wandern auf Island
Wandern auf Island bedeutet nicht nur traumhafte Landschaften; es geht um ein echtes Abenteuer. Island ist pure, unverfälschte Natur, die aber auch ihre Regeln hat. Die Stille, die hier herrscht, ist einmalig sowie ist Island das sicherste Reiseziel der Welt, doch die Wetterherausforderungen sind tückisch.
Die Wahrheit über das isländische Wetter
Wettervorhersagen sind nicht stabil. Die Isländer sagen: "Wenn Ihnen das Wetter nicht gefällt, warten Sie fünf Minuten." Und das stimmt. Sie können an einem einzigen Tag Schneefall, strahlenden Sonnenschein und horizontalen Regen erleben. Das Tückische ist nicht die Kälte, sondern der Wind. Er ist der eigentliche Gegner, da er die gefühlte Temperatur massiv senkt und Regen horizontal drückt.
Deshalb ist die Ausrüstung so wichtig: Sie brauchen absolut wasserdichte Kleidung (Jacke und Hose). Sparen Sie hier nicht! Das Zwiebelprinzip ist überlebenswichtig, denn Sie ziehen sich ständig an und aus, je nachdem, ob Sie gerade einen Berg hochschwitzen oder im Wind am Kamm stehen. Das Fehlen von Bäumen bedeutet, dass Sie dem Wetter auf dem Hochland fast pausenlos ausgesetzt sind.
Wo Wege aufhören: Flüsse und Lavafelder
Was die isländischen Hochlandrouten, wie den berühmten Laugavegur, besonders macht, ist die fehlende Infrastruktur. Brücken sind Mangelware. Das bedeutet: Sie werden Flüsse furten müssen.
Das ist eine Erfahrung für sich, die Vorbereitung braucht. Sie sollten leichte Schuhe (alte Turnschuhe, Crocs oder Trekkingsandalen) dabeihaben, die Sie nur für die Überquerung anziehen. Achtung: Das Wasser ist kalt, meistens Gletscherschmelzwasser – rechnen Sie mit tauben Füßen. Das Gelände selbst ist oft rau, Sie wandern über Lavafelder, Geröll und Asche. Die Navigation ist durch fehlende Bäume erschwert, man orientiert sich meist an den Farbpfählen.
Leben in den Skálar - Hütten
Die isländischen Hütten (Skálar) sind essenziell, aber sie sind sehr einfach gehalten. Erwarten Sie keine Alpen-Standards. Oft gibt es keinen Strom, kein fließendes Wasser (oder nur Kaltwasser) und die Kochmöglichkeiten sind begrenzt.
Die wichtigste Regel: Buchen Sie Monate im Voraus. Die Plätze auf den Königstouren sind extrem schnell ausgebucht. Außerdem gilt im Nationalpark die Regel, dass jeder Abfall wieder mitgenommen werden muss. Nichts darf zurückbleiben. Das Wasser hingegen ist meist kein Problem: Es ist ratsam, es direkt aus den klaren Gletscherflüssen zu trinken (Vorsicht nur in der Nähe von Thermalquellen oder Bauernhöfen).
Der Lohn der Mühe
Warum nimmt man das alles auf sich? Weil die Landschaft nirgendwo sonst auf der Welt so ist. Die bunten Rhyolith-Berge in Landmannalaugar, die tiefblauen Seen, die dampfenden Erdspalten. Sie wandern durch eine Landschaft, die sich anfühlt, als wäre sie gerade erst entstanden. Der Lohn für die Anstrengung ist eine beispiellose Stille und eine visuelle Fülle, die man so schnell nicht wiederfindet.
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