Wandern auf Sardinien
Sardinien ist weltweit bekannt als Traumziel für makellose Strände, aber seine wahre, wilde Schönheit entfaltet die Insel erst, wenn man sich die Wanderschuhe anzieht.
Verlassen Sie die lebhaften Küstenorte und tauchen Sie ein in ein überwältigendes Wandererlebnis! Sardinien bietet alles: außergewöhnliche Berglandschaften, geheimnisvolle Schluchten und wildromantische Küstenpfade. Die Mischung aus ursprünglicher Natur und den Spuren einer jahrtausendealten Geschichte macht jede Tour zu einer tiefen Entdeckungsreise.
Die Herausforderung: Sardiniens wilde Ostküste
Die Ostküste, speziell die Region des Golfo di Orosei, ist ein Mekka für ambitionierte Wanderer. Hier liegt der legendäre Selvaggio Blu (Wildes Blau), der als einer der anspruchsvollsten Küstentreks Europas gilt. Auf rund 40 Kilometern führt er Sie durch zerklüftete Felsen, vorbei an steilen Klippen, dichter Macchia und versteckten, nur zu Fuß erreichbaren Buchten.
Wer es etwas gemütlicher mag, findet hier ebenso lohnende Klassiker. Ein Muss ist die Wanderung zur traumhaften Cala Goloritzé, bekannt für ihren markanten Felsbogen. Der Pfad über die Hochebene und durch eine eindrucksvolle Karstlandschaft bietet fantastische Ausblicke, bevor sich die von Felsen umrahmte Bucht vor Ihnen auftut.
Im Reich der Giganten: Das Gennargentu-Gebirge
Für alle, die das Bergwandern lieben, ist das Gennargentu-Massiv im Inselinneren die erste Anlaufstelle. Mit dem Punta La Marmora (1.834 m) beherbergt es den höchsten Gipfel Sardiniens. Die Besteigung ist eine Herausforderung, aber sie wird mit einem unvergleichlichen 360-Grad-Panorama über die gesamte Insel belohnt. Hier erleben Sie eine alpine Landschaft, die im Frühling sanft blüht und im Herbst ihre raue, ursprüngliche Schönheit zeigt.
Ein weiterer Höhepunkt im Gennargentu ist die Gola di Gorropu – eine der tiefsten Schluchten Europas. Der Abstieg in diese Felsspalte ist ein unvergessliches Abenteuer. Sie wandern durch eine Landschaft aus riesigen Felsblöcken, die über Jahrtausende durch die unglaubliche Kraft des Wassers geformt wurden.
Magie im Norden und Süden
Im Norden, beim Capo Testa (nahe Santa Teresa Gallura), erwartet Sie eine bizarre Granitlandschaft. Wind und Meer haben hier Skulpturen geformt, die an eine Mondlandschaft erinnern. Eine Rundwanderung bietet bemerkenswerte Ausblicke auf Korsika – besonders magisch ist die Atmosphäre hier zum Sonnenuntergang.
Ein einzigartiges Naturerlebnis bietet die Hochebene Giara di Gesturi im Süden. Hier können Sie bei einer relativ einfachen Wanderung die letzten Wildpferde Europas in freier Wildbahn beobachten.
21.07.2025, Horst Görtz