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Hemma Pilgerweg

Unser Angebot für den Hemma-Pilgerweg 

Route

Wenn vom Hemma Pilgerweg die Rede ist, dann sprechen wir eigentlich von einem ganzen Netzwerk sternförmig angeordneter Wege, die sich insgesamt über rund 800 Kilometer erstrecken. Sie alle haben unterschiedliche Ausgangspunkte und doch ein Ziel: Gurk, Grabstätte der heiligen Hemma.

Insgesamt handelt es sich um acht verschiedene Routen: Die erste Variante führt von Sveta Ana in Slowenien auf 151 Kilometern über den Loiblpass, die Tscheppaschlucht, Klagenfurt, Friesach und Straßburg ans Ziel. Der zweite Weg startet im slowenischen Crna na Koroškem, beläuft sich auf gut 165 Kilometer und passiert unter anderem, mit der ersten Variante zum Teil übereinstimmend, den Pirkdorfer See, Hemmaberg, Eberstein, Friesach und Straßburg. Von Admont aus führt die dritte Route über Donnersbach, Glattjoch, St. Lambrecht und Metnitz bis Gurk. Die vierte Variante nähert sich dem Ziel von Turrach aus und passiert unter anderem Deutsch-Griffen, Altenmarkt und den Gurkentaler Höhenweg. Startend in Millstatt führt die fünfte Route über Döbriach, St. Margarethen in der Reichenau, St. Leonhard und Zammelsberg nach Gurk. Der sechste Weg beginnt in Ossiach und bringt den Pilger über Rabensdorfen, Feldkirchen, Unterhof und Zammelsberg ans Grab der Heiligen. Über Preilitz, Streimberg, St. Veit und Niederdorf führt die siebte, in Karnburg startende Variante zum Ziel. Und schließlich nimmt die achte und letzte Route in St. Hemma bei Edelschrott ihren Ausgang und passiert Hirschegg, Hüttenberg, Zeltschach, Friesach und Straßburg, bis auch sie den Wallfahrtsort Gurk erreicht.

Besonders sehenswert

Unter den vielen, landschaftlichen wie kulturellen Sehenswürdigkeiten am Rand der verschiedenen Wege sollen im Folgenden nur einige ganz besonders lohnenswerte exemplarisch hervorgehoben werden, um einen kleinen Eindruck von der Vielfalt der Pilgerrouten zu geben und die Vorfreude zu steigern:

Ein besonderes Highlight in kultureller Hinsicht ist insbesondere für Bibliophile sicher das Stift St. Admont, Ausgangspunkt der dritten Variante, das die größte und vielleicht schönste Stiftsbibliothek der Welt beherbergt. Mit dem kleinen Ort Friesach, dessen Gebiet bereits im frühen Mittelalter besiedelt wurde, passieren Sie auf der ersten, zweiten und achten Etappe die älteste Stadt Kärntens. Sie ist insbesondere für ihre gut erhaltenen mittelalterlichen Bauwerke, wie etwa die Befestigungsanlage, das Dominikanerkloster aus dem 13. Jahrhundert oder die zwei Burgen, Petersberg und Geiersberg, bekannt. Und wer sich für die erste Wegvariante entscheidet, der kommt nicht nur in den Genuss der ältesten, sondern auch der größten Stadt Kärntens: Klagenfurt am Wörtersee. Von den zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Ortes seien hier nur das berühmte Landhaus aus dem 16. Jahrhundert, der ebenfalls aus dieser Epoche stammende Dom, der manieristisch gestaltete Lindwurmbrunnen sowie nicht zuletzt der herrliche Wörtersee genannt.

Unter den zahlreichen pittoresken Landschaften und Naturschauspielen, die die verschiedenen Etappen für den Wanderer bereithalten, hebt sich insbesondere das Erlebnis bei Überschreitung der Niederen Tauern über das Glattjoch hervor, in dessen Genuss der Pilger auf der dritten Route kommt. Aber auch die auf der ersten Variante zu passierende Tscheppaschlucht mit ihrem bisweilen türkisgrünen Wasser und den atemberaubenden, felsigen Abgründen wird dem Wanderer sicherlich in eindrucksvoller Erinnerung bleiben. Ihre einstige Gefährlichkeit wird inzwischen glücklicherweise durch diverse Steigen, Stiegen und Brücken stark reduziert, sodass man die Schlucht heute sicher durchqueren kann. - Herzklopfen bleibt aber dennoch garantiert.

Geschichte des Hemma-Pilgerwegs

Namensgeberin des Pilgerweges ist die heilige Hemma, deren Grab in Gurk auch das Ziel der Wallfahrt darstellt. Hemma wurde zwischen 995 und 1000 als Gräfin von Friesach-Zeitschach geboren und war die Gründerin der Benediktinerklöster Admont und Gurk. Gestorben ist sie vermutlich im Jahre 1045 in Gurk. Aufgrund ihrer Wohltätigkeit war sie innerhalb der Bevölkerung bekannt und beliebt und wird nun bereits seit mehreren hundert Jahren sowohl in Kärnten, als auch in der Steiermark und in Slowenien verehrt.

Die so genannte Krainer Wallfahrt, die im heute slowenischen Krain, einem ehemals österreichischen Herzogtum, ihren Ausgang nahm und über den Loiblpass bis nach Gurk führte, wo die Heilige in der Domkrypta begraben liegt, geht bereits auf das Jahr 1607 zurück. Sie wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein jedes Jahr am vierten Freitag nach Ostern, dem sogenannten „Krainer Freitag“ durchgeführt, bevor sie, vermutlich aufgrund von Kriegswirren und wechselnden politischen Verhältnissen, in Vergessenheit geriet. Knapp vierhundert Jahre nach Begründung der Wallfahrt, 2002, hat der Diözesanbischof Kärntens, Dr. Alois Schwarz, den modernen Hemma Pilgerweg initiiert. Dabei wurde die achte und letzte Wegstrecke von St. Hemma bei Edelschrot nach Gurk erst im September 2011 eröffnet und das sternförmige Wegenetz somit vollendet.

Praktische Tipps

Aufgrund des sternförmig angelegten Wegenetzes ist es nicht möglich, die gut 800 Kilometer des Hemma Pilgerweges innerhalb einer einzigen, fortlaufenden Tour unter die Füße zu nehmen. Es lädt hingegen dazu ein, sich der Heiligen immer wieder neu, auf anderen Wegen anzunähern. Wer so zum Beispiel jährlich eine der Varianten absolviert, der wird nicht nur bei jedem Mal aufs Neue mit dem Erlebnis des Pilgerns, sondern auch mit sich selbst, mit den Veränderungen des eigenen Lebens, mit dem Alterungsprozess, aber auch mit der zunehmenden geistigen und spirituellen Reife konfrontiert. So geht man den Weg immer ein wenig anders, mit anderen Hoffnungen, Erwartungen und Erfahrungen und lernt auf diese Weise beim Pilgern nicht nur Gott und die Heilige, sondern auch sich selbst mit jedem Mal neu kennen.

Doch mit welcher Route beginnen? Insbesondere, falls Sie im Wandern noch nicht sehr geübt sind, empfehlen sich zum Einstieg die Wege vier bis sieben, da diese je nach Einteilung der Etappen in zwei bis fünf Tagen zum Ziel führen. Demgegenüber erfordern die erste bis dritte sowie achte Route mit ca. sechs bis sieben Tagen ein wenig mehr Zeit, sind jedoch für gesunde und konditionell trainierte Menschen ebenfalls gut zu bewältigen.

Vorbereitung  

Wichtige Informationen über das Wandern auf den Hemma Pilgerwegen finden Sie auf https://www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/detail/C3337/hemmapilgerweg sowie in der offiziellen, käuflich erwerblichen Broschüre zum Weg, die neben einer ausführlichen Beschreibung der Routen auch Informationen zu den Sehenswürdigkeiten am Wegrand bietet.
Von organisatorischen Aspekten wie dem frühzeitigen Buchen der Unterkünfte einmal abgesehen, ist für das Pilgern nach Gurk kein hohes Maß an Vorbereitung notwendig. Falls Sie bisher nur wenig Erfahrung im (Weit-)Wandern haben, sollten Sie sich jedoch im Vorfeld einige Wochen gönnen, um auf Touren in heimischen Gefilden Ihre Kondition zu steigern und den Rücken für die Last der im Rucksack zu tranportierenden Habseligkeiten zu stärken. Sollte Ihnen diese Belastung zu groß sein, denken Sie doch einmal über das Wandern ohne Gepäck nach. Hierfür ist es wichtig, schon frühzeitig einen Rucksacktransport zu organisieren. Oftmals ist dieser Service auch bei pauschal gebuchten Gruppenwanderungen im Preis inbegriffen.

Falls Sie jedoch lieber ein wenig autark sind und sich daher gegen das Wandern ohne Gepäck entscheiden, sollten Sie Wert auf einen gut sitzenden und nicht allzu schweren Rucksack legen. Nehmen Sie nur das Notwendigste mit! Dazu zählt für das alpine Terrain neben ausreichend Trinkwasser und etwas nahrhaftem Proviant jedoch in jedem Fall Bekleidung für alle Wetterlagen. Idealerweise besteht diese aus leichten und schnell trocknenden Funktionsmaterialen und lässt sich nach dem Zwiebelprinzip kombinieren.

Reisezeit

Aufgrund des alpinen Gebiets sind für eine Wanderung auf den Hemma Pilgerwegen insbesondere die sommerlichen Monate von Mai bis September zu empfehlen, da einige Wege bei Schnee und Eis mitunter nicht mehr oder nur unter Gefahren begehbar sind. Sollten Sie bezüglich Schneefreiheit und zu erwartender Witterung unsicher sein, erkundigen Sie sich am besten beim örtlichen Tourismusverband, sodass Route und Ausrüstung den Gegebenheiten angepasst werden können.

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