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Pilgern auf der Via Sacra

Route

Auf rund 120 Kilometern führt die Via Sacra von Hinterbrühl aus über Heiligenkreuz, Klein-Mariazell, Lilienfeld, Annaberg und Josefsberg in den alten Wallfahrtsort Mariazell. Dabei durchquert der Wanderer zunächst das sanfte Hügelland des Wienerwaldes und anschließend die urtümlichen Berglandschaften und Flusstäler des Mostviertels. Dabei werden, weitab vom Trubel der Großstadt und den Haupttouristengebieten, beschauliche Dörfer passiert, deren Gastgeber zu Rast und Erfrischung einladen.

Da die historische Wegführung des alten Pilgerweges heute von den Bundesstraßen 11, 16 und 20 eingenommen wird, weicht die moderne Route vorwiegend auf neue Pfade abseits der Straße aus. Lediglich von Türnitz bis Annaberg verläuft die Via Sacra teilweise auf der viel befahrenen Bundesstraße 20. Wer dieses Wagnis scheut, kann es auf der landschaftlich reizvollen Variante durch die Falkensschlucht umgehen, die jedoch auch die beiden historischen Wallfahrtsorte Siebenbrünn und Annaberg auslässt.

Besonders sehenswert

Neben dem hervorragenden Naturgenuss, den die Voralpenlandschaft bietet, stellen die auf dem Weg gelegenen Wallfahrtsorte wohl die Höhepunkte beim Wandern auf der Via Sacra dar. Hervorzuheben sind hier insbesondere Stift Heiligenkreuz mit der Stiftskirche aus dem 12. bzw. 13. Jahrhundert und der namensgebenden Kreuzreliquie, die Herzog Leopold der V. Im Jahre 1182 aus Jerusalem dorthin gebracht hat sowie die Kirche Klein-Mariazell im romanischen Stil. Mit dem Stift Lilienfeld liegt zudem die größte mittelalterliche Klosteranlage Österreichs auf dem Weg, und die Wallfahrtskirche Annaberg aus dem 13. Jahrhundert präsentiert den Pilgern neben ihrem sehenswerten gotischen Chor auch die in früheren Zeiten als Reliquie verehrte – und heute als unecht enttarnte – Hirnschale der heiligen Anna.

Den Höhepunkt des Pilgererlebnisses bildet jedoch selbstverständlich die Ankunft in Mariazell, dem traditionellen Ziel der Wallfahrt. Kunsthistorisch interessant ist hier vor allem die Basilika mit ihrer reich von gold und silber ausgeschmückten Gnadenkapelle, dem barocken Hochaltar und der Schatzkammer, die die Kleinodien des Gotteshauses hütet.

Geschichte

Mit der Via Sacra entscheiden Sie sich für den ältesten Pilgerweg Österreichs, der schon im Mittelalter, seit Gründung Mariazells, von Pilgern begangen wurde. Um eben diese Gründung ranken sich verschiedene Legenden. Eine dieser Geschichten erzählt von dem Mönch Magnus, der im Jahre 1157 aus seinem Kloster St. Lambrecht in das Gebiet des heutigen Wallfahrtsortes gesandt wurde. Ein Fels auf seinem Weg machte ihm das Weitergehen jedoch unmöglich. Da stellte der fromme Mann eine hölzerne Marienfigur auf den Fels, die diesen spaltete und auf diese Weise den Weg bahnte. Auf einer Anhöhe in der Nähe erbaute der Mönch schließlich seine Zelle über einem Baumstrunk, auf dem er abermals die Marienfigur platziert hatte. Diese „Maria in der Zelle“ war folglich der Ausgangspunkt für den späteren Wallfahrtsort Mariazell.

Aus der bescheidenen Zelle, die in der Anfangszeit auch als Kapelle gedient hatte, entwickelte sich mit der Zeit eine steinerne Kirche im romanischen Stil, die später nach dem Zeitgeschmack zunächst gotisch und später barock umgestaltet wurde. Eigentliches Ziel der Wallfahrt waren und sind jedoch die der Legende nach einst wundertätige Marienfigur aus Lindenholz sowie ein spätromanisches Gnadenbild, die so genannte „Magna Mater Austriae“.

Infrastruktur

Die moderne Pilgerroute ist durchgehend beschildert, unter www.viasacra.at finden Sie außerdem eine Beschreibung der vier Etappen, die sich bei Bedarf jedoch auch in fünf bis sechs kleinere Abschnitte einteilen lassen. In den Gasthäusern am Weg können Sie sich während einer Rast an der zünftigen, österreichischen Küche laben oder sich mit einem kühlen Weizenbier erfrischen, und auch für ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten ist gesorgt, die den müden Pilger über den Standard-Service hinaus umsorgen, Trockenmöglichkeiten für die Wanderkleidung zur Verfügung stellen und für die Liebhaber der Morgenröte ein extra frühes Frühstück anbieten. Falls Sie sich für das Wandern ohne Gepäck entscheiden, organisieren diese Betriebe zudem den Gepäcktransport. Aufgrund der teilweise hohen Auslastung sollten Sie die Zimmer unbedingt bereits im Vorfeld, von zu Hause aus reservieren.

Vorbereitung

Zur Einstimmung auf den Weg empfiehlt sich die Lektüre der zugehörigen Website www.viasacra.at, wo Sie viele hilfreiche Informationen wie etwa Literaturhinweise oder Geschichtliches, aber auch die Möglichkeit zur Prospektbestelltung finden.

Darüber hinaus sind im Vorfeld einige praktische Aspekte zu beachten: Dies beginnt mit der Frage nach Ihrer körperlichen Fitness und Kondition. Zwar handelt es sich bei der Via Sacra um einen recht leicht begehbaren und weitgehend im Tal verlaufenden Wanderweg, dennoch sollten die Anforderungen einer Weitwanderung nicht unterschätzt werden. Falls Sie unsicher sind, beginnen Sie am besten frühzeitig mit einigen Probewanderungen vor der eigenen Haustür.

Zudem besteht zur Erleichterung die Möglichkeit, die 120 Kilometer lange Strecke statt der offiziell vorgeschlagenen vier, in fünf oder sechs kürzere Etappen zu unterteilen, bei Bedarf den von den Gasthäusern organisierten Taxitransfer zu nutzen, und von der Möglichkeit des Wanderns ohne Gepäck mithilfe eines organisierten Rucksacktransports Gebrauch zu machen.

Falls Sie sich hingegen für das Wandern mit Gepäck entscheiden, lohnt sich die Investition in einen gut sitzenden Rucksack, den Sie mit Hinblick auf das Gewicht nur mit dem Nötigsten füllen sollten. Hierzu gehören insbesondere leichte Funktionskleidung für alle Wetterlagen, Kosmetikartikel in Reisegröße sowie etwas nahrhafter Notproviant für unterwegs, wozu sich vor allem Nüsse, Trockenfrüchte oder Dauerwurst eignen.

Wichtig sind außerdem hochwertige, knöchelhohe Wanderschuhe, die vor der Wallfahrt unbedingt gut eingelaufen werden sollten, um unnötige Blasen zu vermeiden. Sollte es doch einmal dazu kommen, helfen spezielle Blasenpflaster sowie, bei sehr großen Exemplaren, eine sterile Nadel und ein Desinfektionsspray.

So ausgerüstet und trainiert, bleibt nur noch die Suche nach einem geeigneten Wanderpartner. Natürlich können Sie die Wallfahrt auch allein antreten, doch für viele ist es angenehmer, die Freuden und Beschwerlichkeiten des Pilgerns mit einem anderen Menschen zu teilen. Dieser sollte Ihnen hinsichtlich körperlicher Fitness, sportlichen Ambitionen und kulturellen Interessen möglichst gut entsprechen, damit einem harmonischen Pilgererlebnis nichts mehr im Wege steht.

Spätestens eine Woche vor Aufbruch sollten Sie außerdem daran denken, Ihre Übernachtungen zu planen und Zimmer zu reservieren sowie bei Bedarf den Rucksacktransport zu organisieren, damit Sie ganz unbeschwert das Wandern ohne Gepäck genießen können.

Reisezeit

Geeignet zum Wandern auf der Via Sacra sind die Monate Mai bis Oktober. Allerdings muss in den Hochsommermonaten Juli und August mit entsprechender Hitze und im Mai und Oktober in hohen Lagen über 1000 Meter unter Umständen noch mit Schnee gerechnet werden. Daher sind insbesondere die Monate Juni und September mit ihren gemäßigten klimatischen Bedingungen für das Pilgern empfehlenswert.

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