Alpenüberquerung:
Zu Fuß über die Alpen

Passionierte Bergwanderer zieht es stets in hohe, unwegsame Gefilde, die sich mit ursprünglichen Naturräumen, artenreicher Flora und Fauna, sowie zahlreichen Gipfeln präsentieren. Der Wendelstein, das Karwendel, die Ötztaler, Lechtaler und Allgäuer Alpen zum Beispiel bieten all diesen Facettenreichtum, der jede ausgiebige Bergtour zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt. Ein ganz besonderes Highlight eines ereignisreichen Aktivurlaubs in den Bergen, ist wohl die Alpenüberquerung.

Die Alpen bilden Europas höchstes Gebirge. Auf einer Strecke von rund 1.200 Kilometern erstrecken sie sich vom Ligurischen Meer bis nach Ostmitteleuropa ans Pannonische Becken. In den Alpen befinden sich 128 Berge mit einer Höhe von mindestens 4.000 Metern, der höchste Berg der Alpen ist der 4.808 Meter hohe Mont Blanc. Bergsteiger, Kletterer und Mountainbiker werden schon von jeher von der einzigartigen Berglandschaft in ihren Bann gezogen, werden aber stets zu sanftem Tourismus aufgefordert, um diese faszinierenden Naturräume zu schützen. Mit einer guten Ausrüstung und viel Freude bei der Suche nach neuen Herausforderungen, steht auch einer Alpenüberquerung nichts mehr im Wege.

Frische Bergluft schnuppern, sich mit Gleichgesinnten auf eine abenteuerliche Tour durch die beeindruckende Gipfelwelt der Alpen zu begeben und für anstrengende Aufstiege mit atemberaubenden Ausblicken belohnen zu lassen, das sind nur einige der vielen Eindrücke, die eine Alpenüberquerung so einzigartig machen. Gepflegte Almhütten bieten gemütliche Abende in geselliger Runde, Übernachtungsmöglichkeiten und zünftige Mahlzeiten, die die nötige Energie für die nächste Etappe liefern.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Alpen zu überqueren. Von einem Flug oder einer Fahrt mit der Seilbahn über die Alpen einmal abgesehen, lassen sich die faszinierenden Landschaften am besten auf alten Pfaden zu Fuß oder mit dem Mountainbike erkunden. In den Europäischen Fernwanderweg E5 ist zum Beispiel die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran eingebunden. Die Via Alpina führt auf nicht so anspruchsvoller Strecke von Frankreich nach Italien über die Alpen hinweg und gilt deshalb auch als Alpenüberquerung für Genießer.

Eine wunderschöne Variante der Alpenüberquerung führt innerhalb von rund 28 Tagen von München nach Venedig. Abseits von Brenner und den beliebtesten (und überlaufenen) Touristenstrecken, entführt dieser Traumpfad den Aktivurlauber in die wohl schönsten Landschaften der Ostalpen. Die grünen Flusstäler und Wiesen des Voralpenlandes und reizvolle Hügel bis zum Karwendel stimmen auf ein unbeschreibliches Naturerlebnis ein. Die Benediktenwand bildet den ersten Alpengipfel, den es zu erklimmen gilt, in den Zentralalpen erwartet den Bergbegeisterten die höchste Herausforderung dieser Tour, die Friesenbergscharte mit einer Höhe von fast 3.000 Metern.

Der Vorteil dieser Route ist, dass keine Eiserfahrung oder Gletscherausrüstung nötig ist, weil die Eisflächen des Olperer Massivs und des Tuxer Gletschers umgangen werden. Für das leibliche Wohl und ein weiches Bett sorgen gemütliche Hütten am Wegesrand. Natürlich lässt es sich ebenfalls gut im Zelt übernachten, welches aber auch transportiert werden muss und somit mehr Gepäck bedeutet. Der krönende Abschluss dieser Alpenüberquerung ist sicher der erste Ausblick auf die Adriaküste und ein wohlverdientes Fußbad im warmen Meerwasser. Bei einem Bummel durch die reizvollen Gassen Venedigs sind die Strapazen der vergangenen Tage ohnehin gleich vergessen.

Allgemeine Informationen zur Alpenüberquerung:

 

 

Die Geschichte der Alpenüberquerung

Bereits aus der Bronzezeit konnten erste Handelswege, unter anderem über den großen St. Bernhard, über die Alpen nachgewiesen werden. 218 v. Chr. überquerte der Karthagerfürst Hannibal die Alpen im Zweiten Punischen Krieg. Mit 50 000 Soldaten und 37 Elefanten trat er die winterliche Tour an, um Rom anzugreifen. Dabei verlor er etwa die Hälfte des Heeres und alle Elefanten. Im Zuge der Expansion des römischen Reichs wurden einige Pässe, die heute noch existieren, befestigt, zum Beispiel der Reschenpass. Im Mittelalter wurden die Handelswege für den Salzhandel ausgebaut.

Ein weiterer Elefant überquerte im 16. Jahrhundert die Alpen von Trient nach Innsbruck. Der Elefant Soliman war ein Geschenk des Königs von Portugal an Kaiser Maximilian II, er reiste zunächst mit dem Schiff nach Genua. Nach seiner Alpenüberquerung ging es von Hall in Tirol per Schiff weiter nach Wien. Im 19. Jahrhundert wurde mit der Brennerbahn (1867) schließlich die erste transalpine Eisenbahn gebaut.

 

 

Alpenüberquerung von Nord nach Süd

Wir wollen hier einige Routen über die Alpen näher beschreiben. Natürlich ist es auch möglich, diese Alpenüberquerungen individuell in der anderen Richtung durchzuführen.

 

Fernwanderweg E1: Von Konstanz über den Gotthardpass zum Lago Maggiore

Der Fernwanderweg E1 führt in fast 5000 km vom Nordkap nach Sizilien. Zum Bergwandern bietet sich das Teilstück vom Bodensee über Vierwaldstätter See und Gotthardpass zum Lago Maggiore an. Der Weg ist nicht als Fernwanderweg beschildert, führt aber über gut markierte Wanderwege in der Schweiz. Für die knapp 400 km lange Tour werden je nach Länge der Tagesetappen zwei bis drei Wochen benötigt. Der E1 führt meist über leichte bis mittelschwere Tal- und Bergwege, die Übernachtung erfolgt überwiegend in Talorten.

Vom Bodensee geht es durch das Toggenburger Hügelland nach Rapperswil am Zürichsee. Ab dem Kloster Einsiedeln wird die Wanderreise gebirgiger. Vorbei am Mythenstock geht es entlang des Vierwaldstätter Sees zum Gotthard, leider oft mit der Autobahn in Hörweite. Vom 2091 m hohen Gotthardpass geht es durch das Val Tremola ins Tessin. Über einen alten Saumpfad, die Strada Alta, geht es durch verlassene Dörfer nach Biasca.

Am Ufer des Ticino entlang laufen wir nach Bellinzona und steigen über die Cima di Dento zum Luganer See. Dort bietet sich eine Abkürzung der folgenden Etappe per Schiff an. Durch die Lombardei führt der Weg durch schon fast mediterranes Hügelland zum Südufer des Lago Maggiore. Insbesondere den Südteil kann man auch im Spätherbst noch gut und schneefrei bewältigen, dadurch vermeidet man auch die große Hitze im Sommer.

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Fernwanderweg E5: Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran

Die Alpenüberquerung 5 führt in sechs Tagen von Oberstdorf nach Meran. Eine komplette Alpenüberquerung ist sie allerdings nicht, denn südlich von Meran sind die Alpen noch lange nicht zu Ende. Dennoch bietet die Tour die Möglichkeit, in einer Woche verschiedene Gebirgsgruppen kennenzulernen und den Alpenhauptkamm zu überschreiten. Verschiedene Veranstalter bieten Wandern ohne Gepäck an.

Am ersten Tag geht es in fünf Stunden durch das malerische Trettachtal hinauf zur Kemptner Hütte. Von dort geht es nach Österreich in die Lechtaler Alpen. Ein Abschnitt mit Taxi verkürzt die Etappe zur Memminger Hütte um etwa drei auf fünfeinhalb Stunden. In sechseinhalb Stunden geht es weiter über die Seescharte nach Zams.

Verschiedene Varianten führen nach Wenns im Pitztal, von wo es mit dem Bus nach Mittelberg geht. Mit dem folgenden Aufstieg zur Braunschweiger Hütte benötigen wir für diese Etappe neun Stunden. Über das Pitztaler Jöchl geht es zum Rettenbachferner und nach einer Buspassage zum Tiefenbachferner über den wunderschönen Panoramaweg hinab nach Vent (fünfeinhalb Stunden). Von dort geht es in zweieinhalb Stunden zur Martin Busch Hütte.
Die letzte Etappe der Alpenüberquerung 5 führt uns schließlich in sechseinhalb Stunden über das Niederjoch, dem mit 3014 m höchsten Punkt der Tour, zum Vernagtstausee und mit dem Bus in die sehenswerte Stadt Meran.

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Der Traumpfad von München nach Venedig
In rund vier Wochen führt der von Ludwig Graßler entworfene Traumpfad vom Münchner Marienplatz nach Venedig zum Markusplatz. Teilweise acht Stunden lange Etappen und Klettersteigpassagen erfordern etwas Bergerfahrung, die schwierigen Stellen lassen sich aber umgehen. Die Übernachtung erfolgt überwiegend in Alpenvereinshütten. Der Weg führt durch landschaftlich besonders schöne Teile der Alpen und verläuft meist ruhig abseits der Autostraßen.

Auf langen, aber flachen Etappen geht es an der Isar entlang nach Bad Tölz. Über die aussichtsreiche Benediktenwand und das Karwendel geht es hinab ins Inntal. Über die Friesenbergscharte, mit knapp 3000 m höchster Punkt des Trekkings, geht es durch die Tuxer Alpen nach Italien. Nun geht es weiter in die Dolomiten, die sicherlich zu den schönsten Gebirgsgruppen der Alpen zählen. Durch die Puezgruppe geht es zur Sella, ab hier sind Italienischkenntnisse vorteilhaft. Durch die Civetta und auf einem letzten Klettersteig über die Schiara geht es hinab nach Belluno. Nach den italienischen Voralpen führen die letzten Etappen flach durch die Piave-Ebene, teilweise an befahrenen Straßen entlang. Das letzte Stück nach Venedig sollte man mit dem Schiff zurücklegen. Die historische Stadt und der Blick aufs Meer lassen einen die Strapazen der letzten vier Wochen vergessen.

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Alpenüberquerung von Innsbruck nach Venedig
In 13 Tagen geht es von der Tiroler Landeshauptstadt durch die Zillertaler Alpen und Dolomiten nach Venedig. Dabei durchqueren wir verschiedenste Landschaftsformen. Wandern ohne Gepäck ist möglich. Das Trekking verlangt eine ausreichende Kondition für bis zu zehnstündige Etappen. Trittsicherheit ist ebenfalls nötig. Es existieren mehrere leicht unterschiedliche Routen. Die beste Reisezeit reicht von Juli bis September, wobei Altschnee die Übergänge noch im Juli erschweren kann.

Von Wattens geht es durch einen schönen Zirbenwald in zweieinhalb Stunden auf die Lizumer Hütte. In acht Stunden geht es am zweiten Tag über den Pluderlingsattel zum Tuxerjochhaus. Von dort steigen wir zur Seilbahn ab und fahren zum Spannagelhaus. Mit der Friesenbergscharte überqueren wir am dritten Tag den Alpenhauptkamm. Der Abstieg vom höchsten Punkt ist mit Drahtseilen versichert und erfordert alpine Erfahrung. Über das Friesenberghaus und die Olperer Hütte geht es in acht Stunden zum Pfitscherjoch.

In acht Stunden geht es über die Gliederscharte, die schöne Ausblicke bietet, hinab nach Pfunders. Nach einer Busfahrt geht es von Niedervintl in fünf Stunden über die Ronerhütte zur Kreuzwiesenalm. In weiteren acht Stunden geht es durch die Dolomiten zur Schlüterhütte. Dabei geht es über das Lüsenjoch und die aussichtsreiche Peitlerscharte am Fuße des Peitlerkofels. Über einen grandiosen Höhenweg geht es in sieben Stunden zum Grödnerjoch.

Der achte Tag fordert wieder mit einigen drahtseilversichtern Passagen. Es geht hinauf zur Pisciaduhütte und weiter zur Boéhütte. Hier bietet sich die Möglichkeit, den prominenten Piz Boé zu besteigen. Weiter geht es über den Pordoipass zum Rifugio Fredarola, das wir nach sechseinhalb Stunden erreichen. Nun geht es mit dem Bus nach Alleghe und über das Rifugio Coldai zur Tissihütte, die Gehzeit beträgt rund fünf Stunden.

Unter den beeindruckenden Felswänden der Civetta geht es zum Passo Duran. Nach zehn Stunden erreichen wir das Rifugio Pramperet. Von dort aus geht es zum Rifugio Bianchet und mit dem Bus nach Belluno. Die schöne Stadt wird nach rund acht Stunden Gehzeit erreicht. Mit dem Bus geht es nach Nevegal und in rund acht Stunden über den Col Visentin nach Tarzo. Am letzten Tag spazieren wir durch die Lagune von Venedig und fahren mit dem Schiff zum Ziel des Transalps, dem Markusplatz.

In Venedig kann man noch einige berühmte Baudenkmäler besichtigen. Die Rialtobrücke und der Dogenpalast sind mit Sicherheit einen Besuch wert. Die Rückreise erfolgt am besten mit der Bahn, die einen mit einmaligem Umsteigen mehrmals am Tag wieder zurück nach Innsbruck bringt.

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Der Trans Swiss Trail von Porrentruy nach Chiasso
Im Sommer 2002 wurde dieser mittelschwere Bergwanderweg eingeweiht, der die Schweiz in 31 Etappen von Nord nach Süd durchquert. Der Weg ist durchgehend als Fernwanderroute Nr.2 markiert. Entlang der Strecke werden verschiedene Kultur-, Sprach und Landschaftsräume durchquert. Die Übernachtung erfolgt meist in Hotels und Gasthöfen. Verschiedene Anbieter bieten auch Pauschalen mit Gepäcktransport an. Die Gehzeiten auf den einzelnen Etappen liegen zwischen drei und sieben Stunden.

Die Tour startet im Nordwesten der Schweiz in Porrentruy, von dort geht es durch die Juraberge und eben am Fluss Doubs entlang in die Freiberge. Am Fuße von Chasseral und Chaumont geht es an den Neuenburger See im Schweizer Mittelland. In Neuchâtel bietet sich ein Aufenthalt an, um die Sehenswürdigkeiten, besonders das Schloss und die Kollegiatskirche, zu besichtigen oder einfach am Seeufer zu entspannen. Mit dem Schiff kann die nächste Etappe zum Murtensee abgekürzt werden. Der landschaftlich schöne See beeindruckt durch seine weite Schilflandschaft. Weiter geht es durch das Freiburger Mittelland nach Bern.

Mit vielen Ausblicken auf die Berner Alpen geht es weiter über den Glaubenbielenpass und am Fuße des Stanserhorns zum Vierwaldstättersee. Zum Teil entlang des Jakobsweges und des Fernwanderwegs E1 geht es über den Gotthardpass nach Airolo. Durch das Tessin geht es auf zum Teil schlecht gepflegten Naturpfaden entlang des Flusses Ticino hinab nach Bellinzona. Über den Monte San Salvatore, der schöne Ausblicke auf den Luganer See bietet geht es zum Monte San Giorgio. Dieser zählt mit seinen Fisch- und Saurierskeletten zum Weltnaturerbe der UNESCO. Die letzte Etappe führt durch die interessante Breggia-Schlucht nach Ciasso im Südosten der Schweiz.

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Auf der eigenen Route zu Fuß über die Alpen
Neben den bekannten Routen bietet es sich für abenteuerlustige Bergwanderer an, sich einen eigenen Weg über die Alpen zu suchen. Dafür sind gute Landkarten und etwas Orientierungssinn unerlässlich. Nach der Idee zu einer individuellen Route sollte man sich hinreichend über Übernachtungsmöglichkeiten entlang des Weges, die Längen der geplanten Etappen und schwierige Wegstellen informieren.

Unter anderem bietet sich eine Alpenüberquerung vom Bodensee zum Gardasee an. Zum Beispiel geht es durch Bregenzerwald, Verwall und Silvretta zum Ofenpass und weiter nach Italien. Durch das weitgehend nicht touristisch entschlossene Adamellogebirge geht es zu den letzten Ausläufern der Brescianer Alpen und schließlich auf einsamen Wegen hinab zum Gardasee.

 

 

Alpenüberquerung von Ost nach West

Erstmals 1978 wurde der gesamte Alpenbogen von Wien nach Savona überschritten. Die Wiener Gabi Binder und Wolfgang Ott bestiegen dabei auch die Hauptgipfel aller Alpengruppen. Weitere Durchquerungen des Gebirges auf individuellen Routen wurden in den Folgejahren unternommen. Auch ein Weitwanderweg der Via Alpina überquert die Alpen in Längsrichtung, dazu nun einige weitere Informationen.

 

Der rote Weg der Via Alpina von Triest nach Monaco

Die längste Route der Via Alpina führt in 161 Etappen von Ost nach West. In einer Wandersaison sind die 2455 km nur mit großer Ausdauer und viel Zeit zu bewältigen. Unterwegs werden wir zahlreiche Natur- und Nationalparks durchqueren und die vielfältige Landschaft der Berge entdecken. Dabei werden auch sehr verschiedene Kulturräume durchquert.

Neben dem Bergwandern werden auch kulturell bedeutende Städte wie Innsbruck, Feldkirch oder Briançon besucht. Aber auch abgelegene Dörfer und Täler in den Südalpen prägen das Bild dieser Alpendurchquerung. Das Trekking führt durch alle acht Alpenstaaten und an den prominentesten Gipfeln des Gebirges vorbei. Einige Kriegsschauplätze erinnern daran, dass in den scheinbar friedlichen Bergen einst große Schlachten stattfanden.

Die Wanderung führt uns von Triest durch die Julischen Alpen, die Karawanken und Karnischen Alpen, die Dolomiten, Zillertaler und Tuxer Alpen ins Karwendel. Im Wetterstein sollte der geübte Bergwanderer eine Besteigung der Zugspitze einlegen. Weiter geht es durch Lechtaler Alpen, Allgäu, Rätikon und Silvretta in die Schweiz. Hier geht es durch die Rhätischen Alpen, die Lombardei und das Tessin ins Wallis. Durch die Berner Alpen geht es zum Fuß des Mont Blancs. Durch Grajische und Cottische Alpen geht es in die Seealpen, bevor die letzten Etappen durch das Piemont und die Ligurischen Alpen nach Monaco führen.
Sämtliche Etappen dieses Trekkings führen über leichte oder mittelschwere Bergwege. Wenige steile Abschnitte sind für den normalen Wanderer unproblematisch. Für ambitionierte Wanderer bieten sich oft mehrere Etappen am Stück an, denn für die längsten Etappen werden nur rund dreieinhalb Stunden benötigt. So bleibt neben dem Wandern ausreichend Zeit zur Erholung oder für Besichtigungen.

Im Zielort Monaco bieten sich zahlreiche kulturelle und historische Stätten zur Besichtigung an. Diese Route durch die Alpen zählt mit Sicherheit zu den größten Touren, die man sich als Bergwanderer vornehmen kann.

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Alpenüberquerung für Kinder bzw. mit Familien

Eine Alpenüberschreitung ist auch mit etwas älteren Kindern möglich. Vorher sollte man auf einfacheren Tagestouren in den Bergen ausprobieren, ob die Kinder Gefallen am Bergwandern finden. Bereits im Vorschulalter kann man mit dem Bergwandern beginnen, sollte jedoch bedenken, dass die Gehzeiten mit kleinen Kindern leicht doppelt so hoch ausfallen können. Ab einem Alter von etwa zehn Jahren kann man Kindern auch mehrtägige Trekkings zutrauen, zum Beispiel ein Transalp auf dem Fernwanderweg E 5 von Oberstdorf nach Meran. Für jüngere Kinder sind die teils langen Gehzeiten von sechs oder mehr Stunden auf einer Alpenüberquerung noch zu lang.

Pausen sollten mit Kindern einmal in der Stunde eingelegt werden, am besten an interessanten Zwischenzielen wie einem Wasserfall. An ausreichende Möglichkeiten zum Spielen sollte gedacht werden. Auch wenn man keine Spiele dabei hat, kann man die Langeweile mit Verstecken spielen oder Ähnlichem gut vertreiben. Nach Möglichkeit sollte man einen Gepäcktransport nutzen, denn Kinder sollten nach Möglichkeit nur leichtes Gepäck tragen. Neben ausreichendem Proviant und Getränken sollte im Tagesgepäck auch ein Kuscheltier nicht fehlen.

Während den langen Tagesetappen können die Kinder und natürlich auch die Eltern mitunter die Motivation verlieren. Hier hilft vielleicht ein Hinweis auf das Bad im Bergsee oder den großen Eisbecher im Tal. Sehr zur Freude der Kinder lassen sich am Weg auch zuweilen Steinböcke oder Murmeltiere beobachten. Auf den Hütten gibt es meist eine gute Auswahl an Kartenspielen. Wenn man ein Zimmer alleine hat, kann man auch noch eine Kissenschlacht am Abend veranstalten.

Mit Gleichaltrigen in der Gruppemacht das Bergwandern oft noch mehr Spaß. Auf http://www.wandern.de/reise/z208/ wird eine Alpenüberschreitung für Familien auf dem E5 vom Kleinwalsertal ins Schnalstal angeboten. Beim Wandern ohne Gepäck werden in sieben Tagen vielfältige Landschaften durchquert. Die täglichen Gehzeiten liegen zwischen sechs und acht Stunden, einige Passagen werden mit Bus oder Seilbahn abgekürzt. Ein Höhepunkt der Tour ist sicherlich der Weg über den Gletscher zur Similaunhütte. In der Nähe wurde Ötzi gefunden. Inkludiert sind neben den Übernachtungen und Taxifahrten unter anderem ein Bergführer und der Rücktransfer.

Auch andere Routen über die Alpen bieten sich für Kinder an. Wenn die ganze Familie richtig viel Zeit hat, könnte man von München nach Venedig wandern, wobei diese Tour technisch etwas anspruchsvoller ist. Hierfür benötigt man etwa vier Wochen. Allerdings kann man diesen Transalp auch in mehrere Etappen aufteilen. Sicherlich gibt es auch Kinder, die gerne alleine mit ihren Eltern wandern, aber meist macht es in einer Gruppe doch mehr Spaß.

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Praktische Tipps für eine Alpenüberquerung

Für eine Alpenüberquerung sollte ein 30 - 40 Liter fassender Trekkingrucksack ausreichen. Neben guten Bergschuhen, mehreren Lagen Kleidung mit Regenjacke- und hose sowie Ersatzwäsche sind Gamaschen und ein zweites Paar Schuhe für die Übernachtungen ratsam. Sonnenschutz, Mütze und Handschuhe, eine Taschenlampe und ein Erste-Hilfe-Set werden ebenfalls benötigt. Waschutensilien und ein Hüttenschlafsack ergänzen die Packliste. Zudem sind Wanderstöcke und Blasenpflaster empfehlenswert.

Für einige alpinistisch anspruchsvollere Alpenüberquerungen werden außerdem Steigeisen, Pickel und Klettersteigausrüstung benötigt. Ausreichend Proviant und ein Mobiltelefon gehören greifbar in den Rucksack. Auf einigen Alpenüberquerungen wird auch Wandern ohne Gepäck angeboten.  

Bei Übernachtungen in Talherbergen und Hotels wird auf Nachfrage oft eine Waschmaschinenbenutzung angeboten.

Die beste Jahreszeit für Alpenüberquerungen richtet sich nach den Öffnungszeiten der Hütten und liegt zwischen Juli und September. Allerdings kann es in den Alpen auch im Hochsommer schneien, was etwas Flexibilität erfordern kann. Die Einplanung von etwa einem Ruhetag pro Woche lässt einen wesentlich entspannter mit schlechtem Wetter umgehen. In den Gewittermonaten Juli und August ist ein früher Aufbruch ratsam, im September gibt es meist längere Schönwetterabschnitte. Dennoch kann das Wetter in den Alpen sehr schnell wechseln.

Teile der Alpenüberquerungen lassen sich auch im Frühling und Herbst, eventuell auch im Winter begehen. Zurück zum Ausgangspunkt geht es am besten per Bahn oder bei geführten Touren auch mit Kleinbussen. Wer bereits zum Ausgangsort mit der Bahn anreist, spart sich die Parkplatzsorgen und kann den Heimweg direkt antreten. Das Flugzeug bietet eine weit geringere Flexibilität. Kommt man wegen schlechten Wetters später am Ziel an, kann man mit der Bahn wesentlich spontaner als mit dem Flugzeug reisen.

Falls Sie ein passendes Buch suchen…

Unsere Empfehlung:
Zu Fuß über die Alpen. Der Traumpfad von München nach Venedig
von Ludwig Grassler aus dem Bruckmann Verlag.

Unsere Linktipps:
Bozen und Umgebung
http://www.wandern.de/individualwanderungen/region/211/

Gasthof Steinegger, Eppan
http://www.wandern.de/individualwanderungen/website/94/

Wetter:
http://www.wetter.info/reisewetter/alpen/17745558

 

Unser Angebot

Unter: http://www.wandern.de/reisen/Europa/Alpen/  erhalten Sie ein großes Angebot an geführten Alpenüberquerungen und anderen Wanderungen in den Alpen.

Derzeit bieten wir Ihnen die folgenden Alpenüberquerungen an: