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Wandern mit Kindern - die Motivation auf der Wanderung

Etappenziele

„Wann sind wir daaa?“ – diese Frage kommt beim Wandern mit Kindern auf jeden Fall. Die beste Antwort darauf sind möglichst viele Etappenziele innerhalb der Tagesstrecke. Denn Zeitangaben sind für Kinder keine befriedigende Antwort auf obige Frage, auch wenn diese mit „wann“ formuliert ist. Mangels zuverlässigem Zeitgefühl können sie sich unter der Antwort „in einer Stunde“ nicht viel vorstellen – oder schlimmer noch, sie stellen sich darunter „eine Ewigkeit“ vor.

Ganz anders sieht es aus, wenn man Angaben machen kann wie diese:

„Wir kommen noch zu fünf Zwischenzielen, das nächste ist eine Brücke über einen kleinen Bach“

Eine solche Beschreibung beinhaltet zwei psychologische Kniffe: Erstens wird dem Kind etwas angeboten, auf das es sich freuen kann bzw. das neugierig macht. Zweitens ist es eine für das Kind ganz klar messbare „Frist“: Der Ablauf einer Stunde ist für Kinder oft eine schwierig zu kontrollierende Sache, mal dauert das länger oder es heißt „ach, ein paar Minuten noch, selbst wenn die Uhr den Ablauf einer Stunden anzeigt. Aber wenn „der Bach“ erreicht ist, ist er erreicht – das gibt Sicherheit.

Wenn möglich, sollten die benennbaren Zwischenetappen darum auch in so kurzen Entfernungen von einander liegen, dass sie für die mitwandernden Kinder einen spürbaren „Takt“ ergeben. Je nach Alter müssen dafür also mehr oder weniger Zwischenziele gefunden werden, denn während große Kinder durchaus auch einmal eine dreiviertel Stunde ohne sichtbaren Taktgeber wandern können, benötigen kleine Kinder häufiger das Gefühl, einen Abschnitt geschafft zu haben.

Spiele

Die klassische „Nebenbeschäftigung“ beim Wandern war früher das Singen. Auch wenn die klassischen Wanderlieder heute viele Kinder eher irritieren: Es gibt Lieder, die immer begeistern. Ganz vornweg sind dies Lieder mit Wortwitz, oder auch solche mit Wortspielen. Ein Beispiel ist das alte „Klotz, Klotz, Klotz am Bein“, bei dem die Wanderumgebung in das Lied integriert wird und dazu (möglichst verrückte) Reime gefunden werden:

Klotz, Klotz, Klotz am Bein,
Klavier vorm Bauch,
wie lang ist die Chaussee?

Links 'ne Tanne, rechts 'ne Tanne
, in der Mitte 'ne Badewanne

Klotz, Klotz, Klotz am Bein,
Klavier vorm Bauch,
wie lang ist die Chaussee?

Der Rhythmus des Liedes eignet sich prima zu Wandern und das Auswählen von Bäumen oder sonstigen Landmarken und passender Reime (Steine/leck're Weine, Berge/tanzen Zwerge...) macht Spaß und lenkt bei aufkommender Erschöpfung oder Langeweile ab.

Generell eigenen sich natürlich Spiele besonders, für die nur die Sprache benötigt wird, wie „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ oder „Ich packe meinen Koffer“ (z.B. mit lauter Dingen, die man am Weg findet).

Darüber hinaus gibt es Spiele, die auf den kindlichen Forscher- und Entdeckerdrang setzen, einige Beispiele hierfür sind:

 

Quiz der Tierstimmen

Vögel, Zikaden, Fliegen, Wasserplätschern und Blätterrauschen – in der Natur ist man umgeben von einem Wirrwarr an Geräuschen. Wer schafft es, die Geräusche auseinander zu halten? Wer erkennt, welches Tier welches Geräusch macht – und lässt es sich vielleicht auch finden? Hummeln sind leicht zu entdecken, aber um die Vögel zu finden, die gerade singen, muss man meist etwas innehalten und die umstehenden Bäume genau untersuchen. Am vielfältig melodischen Gesang kann man die Amsel erkennen, während die Kohlmeise mit ihrem quietschigen "zizibäh zizibäh“ eher eintönig wirkt. Aber Obacht: Sie kann auch anders – und zudem imitiert sie mitunter andere (Meisen-)Vögel.

Den Kuckuck und den klopfenden Specht erkennt jeder. Wer darüber hinaus Vogelstimmen identifizieren möchte, muss sich schon gut darauf vorbereiten und viele Gesangsproben anhören und lernen. Einfacher ist es, Vögel anhand ihres Lebensraumes und ihres Aussehens zu bestimmen. Das klappt mit einem guten Bestimmungs-Buch – noch bequemer aber geht es mit der Vogelbestimmungs-App des Bundes für Naturschutz (NABU)
(NABU Vogel-App: www.nabu.de/naturerleben/onlinevogelfuehrer/index.html).

 

Spurenlesen

Während die einen Bewohner von Wald oder Heide akustische Spuren legen, hinterlassen andere Hinweise auf ihre Existenz. Im Uferschlamm von Gewässern finden sich meist Hufabdrücke von Rotwild oder Wildschweinen – man muss nur genau hinsehen.

Wer findet die nächste Tierspur? Welches Tier hat diese wohl hinterlassen? Übrigens: Eine Tierspur muss nicht immer in Form eines Fußabdruckes herkommen: Das Vorkommen von Hasen oder Kaninchen erkennt man am ehesten an den verräterischen kleinen runden Köttelchen. Maulwurfshaufen weisen auf die kleinen Buddler hin und Rotwild hinterlässt manchmal charakteristische Kaumarken an jungen Gehölzen.

 

Wir bauen einen Staudamm/eine Hütte

Kinder sind geborene Wasserbauingenieure: Wo immer Wasser plätschert, fangen sie fast umgehend damit an, Staudämme zu bauen, Häfen anzulegen und Schiffchen zu konstruieren. Dafür wird nicht viel benötigt, das Baumaterial in Form von Steinen und Ästen liefert die Natur rundum. Nur eines ist unabdingbar: genügend Zeit. Die sollte daher unbedingt eingeplant werden, ansonsten ist große Enttäuschung vorprogrammiert.

Wo kein Wasser ist, kann dennoch gebaut werden: Aus Zweigen lassen sich vortreffliche Tipis oder sogar kleine Hütten gestalten. Allerdings: Auch das benötigt reichlich Zeit und es kann Trennungsschmerz geben, so dass das Weggehen später schwer fällt. Wer es deshalb kleiner angehen möchte, baut vielleicht nur eine kleine Burg aus Ästchen, in der eine kleine mitgebrachte Spielfigur vorübergehend einziehen kann.

 

„Forschungsexpedition“ – Wer entdeckt als erster die gesuchte Pflanze?

Für Naturkenner kann „ich sehe was, was Du nicht siehst“ zu einer Forschungsmission abgewandelt werden. Hierfür wird eine bestimmte Baum-, Pflanzen- oder Tierart vorgegeben ist („ich sehe eine Eiche“, „ich sehe eine Libelle“). Die Kinder müssen dann versuchen, ein Exemplar dieses Lebewesens zu entdecken.

 

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