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Wandern mit Kindern

--->>> Unsere Wanderangebote für Familien <<<---

Wandern mit Kindern: Der Leitfaden für spannende Stunden in der Natur

  • Die besten deutschen Wanderrouten für Kinder
  • Alles rund um Ausrüstung, Verpflegung und Kleidung
  • So motiviert man Kinder für das Wandern

Vorwort

Mit Kinder das Wandern neu entdecken! Regelmäßig kontaktieren uns Wanderfreunde, um spezielle Empfehlungen für Reiseziele oder besondere Routen zu erhalten. Dabei beobachten wir, dass sich solche Anfragen in letzter Zeit sehr häufig auf das Thema Wandern mit Kind beziehen. Das Familienwandern interessiert mehr und mehr Wanderfreunde, und es ist auch für uns eine echte Herzensangelegenheit. Darum haben wir einen detaillierten Ratgeber für Sie verfasst, der wirklich alle Aspekte für eine gelungene Wanderung mit kleinen oder größeren Kindern abdeckt.

Der wichtigste Punkt dabei mag überraschen: Eine häufige Frage in vielen Mails oder Anrufen lautet, welche Wanderungen denn „Kinder konditionell schaffen“ könnten. Unsere Antwort hierauf lautet: „Diese Frage ist falsch gestellt!“

Denn beim Wandern mit Kindern geht es nicht so sehr darum, dass die jungen Mitwanderer weniger leistungsfähig sind. Vielmehr wandern Kindern einfach anders als Erwachsene. Kinder erleben ihre Umwelt viel unmittelbarer; wo die erwachsenen Wanderfreunde die Natur im Gesamterlebnis genießen, entdecken Kinder unterwegs in tausenden Aspekten der Natur kleine Abenteuer und spannende Forschungsaufträge. Dass dabei das Vorwärtskommen schon mal auf der Strecke bleibt, liegt weniger an mangelnder Leistungsfähigkeit, sondern schlicht an der Faszination am Detail des großen Ganzen, der Natur um uns herum.

Unsere Erfahrung aus vielen Wanderungen mit Familien und Kindergruppen zeigt: Das Erfolgsgeheimnis liegt daher nicht so sehr in den eher technischen Routenaspekten, sondern vielmehr in einem Wechsel der Perspektive: Wer bereit ist, dem unverstellten Blick der Kinder auf ihre direkte Umwelt zu folgen, wer sich von der jugendlichen Phantasie und Begeisterungsfähigkeit anstecken lässt, der wird die Natur ganz anders erleben.

Und darum bergen Wanderungen mit Kindern einen großen Schatz; die Möglichkeit, das Wandern ganz neu zu entdecken!

Ihr Horst Görtz

Wandern.de

Inhaltsverzeichnis
  1. Wandern mit der Familie – besondere Erinnerungen schaffen
    1. Tolle Naturerlebnisse für die ganze Familie
    2. Weg von Konsole & Co Kinder
    3. Raus aus dem hektischen Alltag
    4. Routenplanung
    5. Sichere Wege
    6. Leichte Steigung
    7. Kindergerechte Spielarten des Wanderns (GPS-Wandern, interessante Etappenziele)
    8. Hit für Kids: Wasser
    9. Bei Müdigkeit: Abkürzung der Route möglich?
    10. Wanderung mit Übernachtung
  2. Wo Familien gern wandern:    Zwei Dutzend Routen-Vorschläge
    1. Der allererste Einstieg ins Familienwandern
    2. Leichte Wanderwege
      1. Großer Arbersee und Märchenwald
      2. Naturerlebnispfad im Waldspielgelände Spiegelau
      3. Auf den Brotjacklriegel
      4. Im Allgäu auf Heidis und Peters Spuren
      5. Uff d`r Alp
      6. Löwenzahntour für Entdecker
      7. Leutascher Geisterklamm
      8. Senns Wunderwanderweg
    3. Mittlere Touren
      1. Zum Waldwipfelweg - mit dem Kinderwagen in luftige Höhen
      2. Durch den Urwald zum Schwellhäus'l
      3. Jugendsteig zum Freilichtmuseum Finsterau
      4. Lama-Trekking in der Lüneburger Heide
      5. Märchenpfad auf den Brocken
    4. Touren für geübte Wanderer
      1. Zum Rachelsee
      2. Tierfreigelände und Baumwipfelpfad
      3. Naturerlebnisweg Söllereck
      4. Der Todtnauer Wasserfallsteig 
    5. Mehrtagestouren
      1. Ilztalwanderweg
      2. Goldsteig-Alternativroute Nationalpark
      3. Heidschnuckenweg
    6. Wanderreisen
      1. Alpenüberquerung für Familien - zu Fuß über die Alpen
      2. Wandern in Österreich - Seenwanderung im Salzkammergut
      3. Bauernhof Seenwanderung - wandern ohne Gepäck für Familien
      4. Familie aktiv!
    7. Zeitmanagement
    8. Viele Pausen
    9. Langsames Tempo
    10. AUSRÜSTUNG
    11. Der Rucksack
    12. Kinderwagen
    13. Rückentrage
    14. Sonnenschutz
    15. Schutz gegen unerwünschte Begleiter
    16. Notfall-Ausrüstung
    17. Erste Hilfe
    18. Kleidung
      1. Das Zwiebelschalenprinzip
    19. Die richtigen Wanderschuhe für Kinder
      1. Er passt!
      2. Wasserdicht oder atmungsaktiv?
      3. Schutz und Grip
      4. Der Schuh gefällt – und zwar dem Kind
      5. Regenschutz
    20. Wechselkleidung
    21. Verpflegung
      1. Viel trinken
      2. Gute Energielieferanten
      3. Diese Mahlzeiten liegen beim Wandern schwer im Magen
    22. Motivation
      1. Etappenziele
      2. Spiele
      3. Quiz der Tierstimmen
      4. Spurenlesen
      5. Wir bauen einen Staudamm/eine Hütte
      6. „Forschungsexpedition“ – Wer entdeckt als erster die gesuchte Pflanze?
    23. Wieder zu Hause
      1. Kleine Souvenirs
      2. Mini-Kunstwerke im Quadrat: Inchies
      3. Eine Fotokollage basteln
      4. Nach der Wanderung ist vor der Wanderung

Wandern mit der Familie – besondere Erinnerungen schaffen

Als geborene Abenteurer und Forscher sind Kinder begeisterte Wanderer. Neugierig und voller Enthusiasmus erobern sie fast jedes Gelände und zeigen dabei oft eine bemerkenswerte Ausdauer – viel mehr als manche Eltern vermuten würden. So gibt der Deutsche Alpenverein an, dass bereits Kindergartenkindern drei bis vier Stunden Gehzeit zugetraut werden kann und Schulkinder durchaus zu Tagestouren in der Lage sind.

Allerdings gehören schon ein paar Anreize und eine gute Planung dazu, damit aus einer Familienwanderung oder Gruppenwanderung mit Kindern ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten wird. Mit einer guten Organisation und den in diesem Ratgeber aufgeführten Tricks klappt das aber garantiert!

Wandern mit Kinder

Tolle Naturerlebnisse für die ganze Familie

Manche Eltern schrecken davor zurück, mit ihren (und befreundeten) Kindern größere Wanderungen zu unternehmen. Der Grund dafür sind vielleicht noch Erinnerungen an den letzten Familienspaziergang um den nächstgelegenen See, bei dem es zu nerviger Quengelei oder gar Streit kam. Das sollte aber nicht überbewertet werden, denn das Bekannte ist wenig attraktiv und ein Spaziergang wenig herausfordernd. Geht es dagegen darum, die Natur zu erkunden und Neues zu erleben, dann zeigen Kinder, dass sie die wahren Entdecker sind und den Erwachsenen ganz neue Sichten auf die Natur eröffnen können.

Kinder nehmen viel mehr wahr als Große und beobachten oft auch viel detaillierter, denn ihr Blick ist offener und weniger vorgeprägt. Suchen Sie einmal mit einem Kind einen Käfer, betrachten ihn kurz, und vergleichen Sie hinterher, was das Kind über ihn erzählen kann – und was Sie selbst. Sie werden überrascht sein!

Wenn Familienwanderungen also als gemeinsames Projekt verstanden werden, bei dem nicht nur „die Großen“ die Kleinen führen, sondern sich die Erwachsenen umgekehrt auch offen zeigen für den kindlichen Blick auf die Natur – dann halten solche Wanderungen ganz besondere Naturerlebnisse bereit und werden damit für alle Beteiligten mit großer Sicherheit zu bleibenden Erinnerungen.

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Weg von Konsole & Co Kinder

sind heute einen großen Teil der Zeit mit elektronischen „Gadgets“ beschäftigt. Sie wachsen ganz selbstverständlich mit den Errungenschaften des Computerzeitalters auf und erwerben dabei schon früh bemerkenswerte Fähigkeiten. Das ist nichts, was man ablehnen sollte, denn es gehört zur heutigen (und noch mehr zur zukünftigen!) Lebensrealität. Doch bei dieser Alltagsgestaltung bleiben zwei Sachen auf der Strecke:

 

Sehr augenfällig ist, dass vielen Kindern selbst im höheren Alter heute viele ganz praktische Fertigkeiten fehlen, die früher schon jedes Grundschulkind beherrschte. Reifen flicken, ein Lagerfeuer aufschichten und entfachen, einen Ast zurechtschnitzen – das bekommen viele Kinder heute nicht mehr hin. Auch die grundlegende Orientierung, egal ob in Stadt oder in der Natur fällt vielen sehr schwer: Dies liegt nicht daran, dass heutige Kinder dümmer wären – es fehlen ihnen im durchorganisierten Alltag schlicht die Gelegenheiten, solche Fähigkeiten zu erlernen und zu trainieren.

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Ist diese „Nebenwirkung“ von Konsole und Co. noch offensichtlich, so zeigt sich die zweite Folge der Technisierung subtiler: „Virtuell“ verbrachte Lebenszeit ist keine erlebte Lebenszeit! Man merkt es selbst, wenn man mal wieder viel länger am Computer „hängen geblieben“ ist als man vorhatte: Während bei normalen Tätigkeiten, sogar beim Lesen, die innere Uhr (mal genauer, mal ungenauer) „weitertickt“, bleibt sie beim Spielen oder Recherchieren am Computer praktisch stehen. Das zieht die verbreiteten Streitsituationen nach sich, „Mach' endlich die Kiste aus!“ - „Ich habe doch gerade erst angefangen...“. Schlimmer ist jedoch, dass am Ende eines Tages mit Gamepad oder Computer dem Kind das Gefühl abgeht, den Tag über etwas erlebt zu haben. Die entscheidende ErlebnisErinnerung „so war der Tag“ fehlt dann und so kann es auch keinen zufriedenen Tagesabschluss geben.

Darum ist es wichtig, Gegenimpulse zu setzen, Kindern Raum und Zeit zu geben, sich real auszutoben. Dies ist auch wichtig, um sie mit einem „Fundus an Optionen“ auszustatten. Denn man muss sich nicht wundern, dass Kinder den Hinweis „geh‘ mal raus, tu‘ mal was Schönes!“ mit ratlosem Schulterzucken quittieren, wenn sie nie kennengelernt haben, welche Möglichkeiten „die Welt da draußen“ ihnen bietet.

 

Raus aus dem hektischen Alltag

Natürlich ist es schwierig, in die Hektik des heutigen fordernden Alltags auch noch Naturerlebnis und Familienaktivitäten praktisch „nebenher“ hinein zu quetschen. Die Alternative sind gut geplante Wanderausflüge am (verlängerten) Wochenende oder eine organisierte Wandertour. Mittlerweile gibt es auch speziell auf Familien mit Kindern zugeschnittene und hervorragend organisierte Wanderreisen. Der Vorteil hierbei ist, dass kritische Punkte wie Übernachtungen & Verpflegung sowie Routenplanung und Gepäcktransport von vornherein gelöst sind und sich alle Teilnehmer komplett auf die Wanderung konzentrieren können.

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Eltern und Kinder, die beispielsweise gemeinsam eine Alpenüberquerung zu Fuß erlebt haben, vergessen dies ihr Leben lang nicht mehr. Auf dem Weg ist endlich einmal richtig Zeit füreinander. Manche Eltern lernen ihre Kinder ganz anders kennen als im Alltag. Man redet über Dinge, über die man sonst nicht spricht und manches sonst eher bockig oder verschlossen erscheinende Kind öffnet sich plötzlich. So schweißt der gemeinsame Wandererfolg nicht nur zusammen, er führt zusammen mit der „Entschleunigung“ oft auch zu einem stärker wertschätzenden und fröhlicheren Umgang miteinander.

 

Routenplanung

„Ob eine Wanderung mit Kindern erfolgreich wird, hängt von einer guten Vorbereitung ab, vor allem aber davon, dass unterwegs etwas los ist – und dass mehrere Kinder dabei sind!“

Klaus Erber, Vorsitzender des Deutschen Wanderinstitut e.V. schöpft aus einer großen Erfahrung als Wanderführer für Kinder- und Jugendgruppen. Er weiß, dass für Kinderwanderungen nichts so wichtig ist wie Abwechslung: Unterwegs muss „etwas passieren“, nur dann ist es spannend unterwegs zu sein – Kinder wandern nicht um des Wanderns willen, sondern weil es ein Abenteuer ist, weil es Erlebnis ist.

Darum ist eine vorherige Routenplanung nicht nur wichtig, um im Vorhinein die Gehstrecken, geeignete Rastplätze und mögliche Ausstiegspunkte festzulegen. Besonderes Augenmerk sollte auch darauf gelegt werden, die speziell für Kinder spannenden Stellen zu finden und Routen zu wählen, die viel landschaftliche Abwechslung bieten, beispielsweise indem sie mehrfach zwischen Wald und offener Landschaft wechseln.

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Eine Hilfestellung bei der Routenplanung für Famlienwanderungen ist es, bestens dokumentierte und geprüfte Wanderwege zu wählen. Ein Beispiel hierfür sind die „Premiumwanderwege“. Das Siegel „Premiumwanderweg“ wird vom Deutschen Wanderinstitut solchen Wander der gesamten Strecke sehr gut ausgebaut sind. Zudem weisen die Premiumwanderwege oft genau die Kriterien auf, die bei Kinderwanderungen wichtig sind, beispielsweise viele Einstiegs Ausstiegspunkte, gute Verteilung von Raststel Premiumwanderwege hervorragend dokumentiert, so dass es umfassendes Karten gibt. Dies erleichtert die bei Wanderungen mit Kindern oft umfangreiche und zeitintensive Vorplanung ungemein.

 

Sichere Wege

Um die Sicherheit auf den Wegen machen sich Eltern in der Regel größere Sorgen als tatsächlich notwendig ist. „Von Natur aus dappische Kinder gibt es nicht!“, formuliert es Klaus Erber vom Deutschen Wanderinstitut – und meint damit, dass Kinder eigentlich sehr gut die eigenen Fähigkeiten einschätzen können und in der Regel auch über ein gutes Körpergefühl verfügen. Übertriebene Ängstlichkeit der Eltern ist darum fehl am Platz, im Gegenteil führt sie bei Kindern oft dazu, dass diese zögerlich und unsicher werden, also eben doch „dappert“.

Natürlich wird man für Wanderungen mit Kindern keine Wege wählen, die an Steilhängen verlaufen: Weder sollte das Gelände unterhalb der Wege allzu steil abfallen und damit Absturzgefahr bergen, noch sollten über den Wegen Steilhänge aufragen, weil dann Steinschlaggefahr droht.

Allerdings: „Absolut“ abgesicherte Wanderwege zu finden, ist nicht nötig, vor allem aber auch gar nicht möglich: Zum einen gibt es gar keine „Wanderwege mit Kindersicherungen“, zum anderen sollte man Absperrungen und Sicherungseinrichtungen an Wegen stets mit einer gesunden Skepsis begegnen. Denn ob die Balken oder Gitter im Zweifelsfall tatsächlich halten, was sie versprechen, dafür gibt es keine Garantie: Geländer laden eventuell geradezu zum Anlehnen ein, jedoch könnten die Stützen morsch oder die Halterungsschrauben verrostet sein...

Die beste „Sicherheitseinrichtung“ ist daher die eigene Vorsicht. Kinder müssen lernen, selbst Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen. Dazu gehört, sie in der Wahrnehmung von potentiellen Gefahren zu schulen, aber auch ihr Selbstvertrauen zu stärken. Einige generelle Sicherheitsregeln gehören dazu:

  1. Kinder nie vorauslaufen lassen - außer der Weg ist ganz genau bekannt und völlig ausgeschlossen, dass weiter vorn Gefahrenstellen auftauchen
  2. Es wird generell nicht gerannt!
  3. Während der Wanderung werden die Wege nicht verlassen.
  4. Vor anspruchsvolleren Wegstellen werden alle kurz versammelt die vor einem liegenden Schwierigkeiten werden genau benannt und alle zu besonderer Achtsamkeit und Konzentration für diesen Teil der Wegstrecke aufgerufen.

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Damit diese Regeln gut eingehalten werden können, muss eine Familienwanderung ausreichend Gelegenheiten zum „Ausschwärmen und Erkunden“ bieten. Hier zeigt sich, wie wichtig gute Vorbereitung ist: Bei der Planung der Routenführung wird bereits darauf geachtet, dass es genügend ungefährliche und interessante Raststellen gibt, an denen die Kinder frei herumlaufen und spielen können.

 

Leichte Steigung

Steile Wege machen eine Wanderung anstrengend – das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern natürlich ebenso für Kinder. Auch wenn für Kinder zu vorderst Abwechslung auf der Wunschliste steht: Bei Familienwanderungen sollten Wanderwege mit nur moderaten Steigungen gewählt werden.

Gerade für Ungeübte sind Steilabschnitte nicht nur besonders anstrengend, sie belasten auch den – bei Kindern noch nicht ausgereiften – Knochenbau und die Gelenke deutlich mehr als flache Wegstrecken (vor allem bergab!). Und schlappe, vielleicht sogar schmerzende Knie kann nun wirklich keine Familienwanderung gebrauchen! Hinzu kommt, dass Steigungen die Gehzeit verlängern. Man rechnet bei Erwachsenen „pi mal Daumen“ mit einer Gehzeit-Verlängerung um eine Stunde pro 300 Höhendifferenz. (Quelle: www.zeit.de/2012/30/Wanderweg-Zeitberechnung/seite-2)

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Vereinzelt darf dennoch auch einmal ein kurzer, steiler Abschnitt vorkommen. Hier gilt dann besondere Aufmerksamkeit und alle Wanderer gehen gemäß den Sicherheitsregeln gemeinsam beieinander, die Kinder in der Mitte des „Trosses“. Ist der Abschnitt geschafft, ist dies eine kleine Belohnung wert: Stolz wird auf den zurückliegenden Abschnitt zurückgeblickt und dazu kann „feierlich“ ein besonderer Snack verzehrt werden, der speziell für diesen Moment eingepackt wurde.

 

Kindergerechte Spielarten des Wanderns (GPS-Wandern, interessante Etappenziele)

Manchmal ist es nicht einfach, Wanderrouten zu finden, die allein vom Terrain her bereits ausreichend kindgerechte Abwechslung bieten. Hier helfen kleine „Tricks“, indem beispielsweise bei der Planung auf besondere Etappenziele geachtet wird: Vielleicht findet sich entlang der geplanten Strecke eine Ruine oder ein Vulkankrater, ein Bachlauf oder ein Ausblick auf imposante Felsabbrüche? Selbst auf den ersten Blick unspektakuläre Orte werden dank einer kleinen Geschichte zu einem Abenteuer-Schauplatz: Über die Felsklippen jagten vielleicht die Urmenschen das Wild, die Ruine gehörte eventuell zum römischen Limes und der Vulkankrater stammt von einem Ausbruch, bei dem die Felsen soweit geschleudert wurden, dass sie noch im Umkreis der Stadt YX zu finden sind.

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Bei einer guten Vorplanung kann etwas über die Orte recherchiert werden, an denen man unterwegs vorbeikommen wird. Denn wer etwas zu erzählen weiß, erweckt die kindliche Phantasie und Neugierde – das beste Gegenmittel gegen aufkommende Langeweile.

Eine andere Möglichkeit ist es, gezielt eine „Schatzsuche“ in die Wanderung einzubauen. Eine moderne – und recht bequeme – Variante davon ist das „Geocaching“: Hierbei versteckt die weltweite Gemeinde der Geocacher an allen möglichen Orten kleine Dosen („Stash“ oder „Cache“ genannt), die neben einem Logbuch zum Eintragen des Fundes meist auch kleinere Gaben enthalten, die getauscht werden dürfen. Die genauen Standorte solcher Schatzverstecke werden in Form von Geo-Koordinaten auf Websites wie www.opencaching.de veröffentlicht. Um auf „Stashsuche“ zu gehen, sucht man sich einfach auf der Website ein Ziel aus, gibt die Koordinaten des jeweiligen Caches in sein GPS-Gerät ein – und folgt dem Pfeil. Am Zielort muss man meist ein wenig suchen, schließlich sind die Dosen unter Moos oder Laub versteckt, oder sie befinden sich auf einem Baum oder in einer Felsspalte. Dieses Suchen vor Ort kann man wunderbar den Kindern überlassen, die meist mit Feuereifer die Spur aufnehmen.

Wer das Geocaching gern für längere Wanderungen nutzen möchte, sollte sich sogenannte „Multicaches“ aussuchen. Hierbei handelt es sich um GPS-Schatzsuchen mit mehreren Stationen, oft kombiniert mit kleinen Rätseln an den Zwischenpunkten. Da ist dann gemeinsames Knobeln angesagt, weshalb Zettel und Stift mitgeführt werden sollten. Multicaches sind oft genau so angelegt, dass man am Ende der Suche in der Nähe des Ausgangspunktes ankommt. Zudem erfährt man durch die Rätsel oder Hinweise an den Zwischenstationen oft gleich auch noch Interessantes über die Umgebung. Praktisch haben bei gut gemachten Multicaches die Cache-Besitzer sowohl Routenplanung als auch Orts-Recherche für eine prima Familienwanderung geliefert. Über die Qualität  eines Geocaches kann man sich am besten über die Kommentare früherer Finder orientieren. Ganz wichtig: Selbst wenn die kleinen Gaben in der gefundenen Dose noch so belanglos sind, Kinder wollen eigentlich immer tauschen. Für diesen Fall muss entsprechende Tauschware (Ü-Eier-Gimmicks, Minispielzeug o. ä.) mitgeführt werden. Mehr Informationen zum Geocaching unter www.Geocaching.de.

 

Hit für Kids: Wasser

Wandern mit Kindern

Von nichts in der Natur sind Kinder mehr fasziniert und begeistert als von Wasser. Egal, ob Teich oder Bach, taucht Wasser an der Wanderstrecke auf, ist für Kinder kein Halten mehr. Dann wird am Ufer entlang balanciert, aus den Schuhen gesprungen und durch den Matsch gewatet. Es werden Proben genommen und Tiere entdeckt, Steine und Hölzer zu Staudämmen geschichtet, Bötchen eingesetzt oder Kiesel geflippt.

Wo immer es möglich ist, sollte man versuchen, die Familien-Wanderroute daher an Stationen mit Wasser vorbeizuführen. Die Aussicht darauf, „hinter dem nächsten Hügel“ an einen Bach zu gelangen, macht erfahrungsgemäß auch die müdesten kurzen Beine wieder munter. Und was gibt es nicht alles zu entdecken am und im Wasser: Da flitzen Wasserläufer über den Teich, oder im klaren Bach gucken winzige Beine aus kunstvollen Mini-Köchern, den Behausungen der Köcherfliegenlarven. So groß ist der Spaß am Ufer, dass es oft schwierig ist, die Kinder wieder zum Weitergehen zu motivieren.

 

Bei Müdigkeit: Abkürzung der Route möglich?

Manchmal hilft aber alle Motivation nichts mehr, die Erschöpfung ist zu groß! Für diesen Fall sollte es stets eine „Ausstiegsmöglichkeit“ geben. Kinder verfügen von Natur aus noch nicht über die Ausdauer von Erwachsenen. Und wenn die Kraft alle ist, der Weg aber schlicht und einfach noch gegangen werden muss, weil man sich „mitten im Nirgendwo“ befindet, dann wird die Wanderung zur echten Qual. Solche Erlebnisse haften sich in der Erinnerung fest, weshalb bei den betroffenen Kindern auch später die Lust auf das Wandern schwer wieder zu entfachen sein wird.

Bei der kindgerechten Routenplanung ist es darum ganz wichtig, stets auch alternative Ausstiegsstellen oder Abkürzungsmöglichkeiten vorzusehen.

Wandern mit Kindern

Wanderung mit Übernachtung

Für längere Wanderungen bieten sich durchaus auch Übernachtungen an. Für Kinder besonders abenteuerlich sind hier natürlich Hüttenübernachtungen, weil dies viel „uriger“ ist als im normalen Gasthof. Wer Hüttenübernachtungen plant, sollte allerdings vorher genauere Erkundungen zur gewünschten Hütte einholen. Denn nicht alle Hütten sind auch wirklich für Kinder geeignet.

Welche besonderen Anforderungen an kindgerechte Hütten gestellt werden, formuliert der Deutsche Alpenverein in seiner kostenlos erhältlichen Broschüre „Mit Kindern auf Hütten“. (Ratgeber Familienhütten des Deutschen Alpenvereins: www.alpenverein.de/bergsport/familie/huettefamilienfreundlich-familienhuetten-kinderhuetten_aid_10484.html)

Wandern mit Kindern

Zusammengefasst sind folgende Kriterien wichtig:

  •      Es herrscht eine familienfreundliche Einstellung, Kinder sind wirklich willkommen.
  •      Die Ausstattung ist kindgerecht, es gibt z.B. Kinderbetten/Hochstuhl und auch Spielmöglichkeiten.
  •      Das Umfeld der Hütte ist geeignet für Kinder, es bietet „abenteuerliche“ Spielmöglichkeiten, aber keine Gefährdung.
  •      Der Zustieg ist altersgemäß.

Der Alpenverein gliedert die Kindereignung seiner Hütten darüber hinaus in in drei Altersstufen gegliedert, und zwar ab Baby-, ab Kindergarten- und ab Schulkindalter und bietet zudem kindgerechte Touren und Erlebnisprogramme an.


Wo Familien gern wandern:
   Zwei Dutzend Routen-Vorschläge

 

Karte Zwei Dutzend Routen-Vorschläge

Der allererste Einstieg ins Familienwandern

Die besten Wanderwege für die ersten Testwanderungen, vor allem mit kleinen Kindern, sind sicherlich Routen, die Nahe am Zuhause liegen: Hier fallen keine langen Anfahrtswege an und die Erwachsenen kennen sich meist – auch aus der eigenen Jugend – gut im Terrain und bezüglich der Besonderheiten der Region aus. Das erleichtert die Planung ungemein, die gerade bei den ersten gemeinsamen Wanderungen bezüglich Leistungsfähigkeit, notwendiger Ausstattung und Gehzeiten ja meist noch durch mehrere „Unbekannte“ erschwert wird.

Am Ende der erfolgreichen Wanderung können die müden kleinen Helden sich ganz schnell wieder „im eigenen Nest“ erholen, wo es ganz einfach ist, die individuellen Wünsche der Kinder zu erfüllen. Und sollte unterwegs doch etwas schief laufen, ist es auch schöner, schnell wieder zu Hause sein zu können, anstatt sich in fremden Gefilden behelfen zu müssen.

Allerdings: Zu nah am eigenen Wohnort sollte man auch nicht wandern. Denn der Gang um den Haussee oder durch den Wald hinter der Siedlung wird von den Kindern kaum als „echtes Abenteuer“ angesehen. Hier fehlt die spannende Herausforderung, die die Wanderung zum Erlebnis macht und den Kleinen die nötige Motivation vermittelt!

Die ersten Ausflüge dienen dazu, den Spaß am Wandern in der Gruppe kennen zu lernen. Für die Erwachsenen bietet sich dabei zusätzlich die Möglichkeit, ihre Planungen einem „Realitäts-Check“ zu unterziehen: Klappt das mit den Etappen so wie geplant? Stimmt die Ausrüstung oder hat unterwegs etwas gefehlt? Und welche Highlights oder „Abenteuer-Ideen“ kommen bei den Mitwandernden gut an, welche floppen? Mit den Erfahrungen aus den Testwanderungen lassen sich dann größere Herausforderungen angehen. Anregungen für schöne Wandertouren, die sich insbesondere für Touren mit Kindern eignen, zeigen die folgenden Beispiele mit Schwerpunkt im Bayerischen Wald:


Leichte Wanderwege

Großer Arbersee und Märchenwald

Der im Bayerischen Wald gelegene Große Arbersee ist etwa 7,7 ha groß. Auf einem gut ausgebauten Rundweg lässt er sich mit Kindern (auch im Kinderwagen) in etwa einer Stunde wunderbar umrunden. Mitten im Naturschutzgebiet gelegen, gibt es rund um den See viel zu entdecken. Dabei erläutern verschiedene Infotafeln die Entstehung des Sees und die Natur rundum, beispielsweise den interessanten Schwingrasen, der ohne Grundkontakt auf der Wasseroberfläche wächst. An ausgewiesenen Badestellen können Kinder (und Erwachsene) sich abkühlen. Für die Einkehr sowie als weiteres Highlight für die Kleinen bietet sich anschließend ein Abstecher zum „Märchenwald am Großen Arbersee“ an, der Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet hat .

Länge:            2,4 km

Dauer:             1 h

Eignung:          Für Kinder ab 6 Monaten; geeignet für Kinderwagen

Startpunkt:     Parkplatz vor dem Arberseehaus

Weitere Infos: www.arbersee.com www.maerchenwald-arbersee.de

 

Naturerlebnispfad im Waldspielgelände Spiegelau

Ganz auf die Belange von Familien und Kindern eingestellt hat sich die Gemeinde Spiegelau im Bayerischen Wald mit ihrem Waldspielgelände. Während im umliegenden Nationalpark die Natur Vorrang hat, sind in diesem etwa 50 ha großen Waldgebiet ein speziell auf Kinder zugeschnittener Naturerlebnispfad sowie Spielplätze und eine Grillwiese angelegt worden: So lässt es sich auch mit kleinen Kindern wunderbar wandern und dabei spielend die Natur erfahren. Anschließend kann frei herumgetobt und lecker gegrillt werden.

Länge:            4,1 km

Dauer:            1:45 h

Eignung:         für Kinder ab 6 Monaten, für Kinderwagen teilweise geeignet

Startpunkt:     P+R Parkplatz Spiegelau

Weitere Infos: www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/wandern_und_erleben/einrichtungen_in_gemeinden/waldspielgelaende/

 

Auf den Brotjacklriegel

Rund um den Aussichtsturm auf dem Brotjacklriegel liegen mehrere beliebte Wanderwege aller Schwierigkeitsstufen. Für die Wanderung mit (kleinen) Kindern bietet sich eine Strecke von rund 3,5 km an. Im September 2013 eröffnet zudem ein naturkundlicher Wanderweg mit interaktiven Stationen. Das Maskottchen, der „Brotjackl“, führt Familien entlang 10 „Themenstationen zum Lernen und Aktivsein“.

Länge:             3,5 km

Dauer:             1:30 h

Eignung:        Für Kinder ab 5 Jahren, nicht geeignet für Kinderwagen

Startpunkt:     Wanderparkplatz in Daxstein

Weitere Infos: www.region-sonnenwald.de/de/brotjacklriegel/aussichtsturm/aussichtsturm.html

 

Im Allgäu auf Heidis und Peters Spuren

Eine tolle Wiesentour bei Bad Hindelang lässt die Welt von Heidi und ihrem Geißen-Peter erleben. Bergwiesen und ein kleiner Spielplatz laden zum Herumtoben ein und lassen Kinderherzen höher schlagen.

Länge:            k.A.

Dauer:            1:30 h

Eignung:         Für Kinder ab 5 Jahren, nicht geeignet für Kinderwagen

Startpunkt:     An der Gipfelstation der Imberger Hornbahn, Auffahrt von Bad Hindelang

Weitere Infos: www.badhindelang.de/fileadmin/Mediendatenbank/PDFs/Informieren/Wandern_… (PDF)

                        

Uff d`r Alp

Ebenfalls im Allgäu, bei Oberstdorf, führt ein „Alpwirtschaftlicher Erlebnispfad“ auf dem Nebelhorn einmal um die Seealpe. Neben der schönen Landschaft warten auf die Kinder Highlights wie Märchenfiguren oder eine wackelige Hängebrücke. Und an einem Kuhmodell kann das Melken geübt werden!

Länge:             3 km

Dauer:             1 h

Eignung:          Für Kinder ab 5 Jahren, nur bedingt geeignet für Kinderwagen

Startpunkt:     Station Seealpe am Nebelhorn

Weitere Infos: www.oberstdorf.de/wandern/wanderwege/themenwege/uff-dr-alp.html

 

Löwenzahntour für Entdecker

Im Harz bei der Brockenbahn-Station „Drei Annen Hohne“ lädt der "Löwenzahn Entdeckerpfad" wissbegierige Kinder und Erwachsene ein, an vielen interessanten Stationen die Wissenswertes zu den Naturverhältnissen im Wald zu erkunden. Dabei gilt es ganz nach dem Muster der gleichnamigen ZDF-Kinderserie kleine Aufgaben und Rätsel zu lösen.

Länge:             1,5 km

Dauer:             Ca. 1-2 Stunden

Eignung:          Für Kinder ab 5 Jahren

Startpunkt:     Drei Annen Hohne

Weitere Infos: www.oberharz.de/loewenzahn-entdeckerpfad.1.html

 

Leutascher Geisterklamm

Die Leutascher Geisterklamm in Tirol ist eine spektakuläre Schlucht, die über Stahlstege zugänglich gemacht wurde. Zwei Wanderwege führen durch die Klamm: Auf dem kürzeren Koboldspfad „erzählen“ an vielen Infopunkten die Kobolde von der Entstehung der Klamm und der Natur rundum.

Länge:            1,9 km

Dauer:            Ca. 1,5-2,0 Stunden

Eignung:         Für Kinder ab 7 Jahren

Startpunkt:     Klammkiosk in Mittenwald

Weitere Infos: www.tirol.at/a-leutascher-geisterklamm

 

Senns Wunderwanderweg

Dieser privat angelegte „Wunderwanderweg“ führt rund um die Sennhütte am Arlberg und vereint ein ganzes Feuerwerk an Entdeckerthemen für Kinder: Alpenblumen und Kräuter warten darauf, mit allen Sinnen erlebt zu werden, am Barfußpfad geht es über Gräser, Wiesen und Steine, auf dem „Wasserweg“ dreht sich alles um das kühle Nass und im „WunderWald“ geht es um die Tiere und Pflanzen des Waldes. Ein Natur- und Wasserspielplatz mit großem Baumhaus laden abschließend zum Toben ein.

Länge:             1,5 km

Dauer:             Ca. 1 Stunde

Eignung:          Für Kinder ab 5 Jahren

Startpunkt:     Sennhütte, St. Anton am Arlberg

Weitere Infos: www.sennsationell.at/wunderwanderweg/uberblick/, www.tirol.tl/de/freizeit-aktiv/freizeitparks-lehrpfade/senns-wunderwanderweg/


Mittlere Touren

Zum Waldwipfelweg - mit dem Kinderwagen in luftige Höhen

Den Wald aus einer ganz anderen Perspektive erkunden: Der Waldwipfelweg bei Sankt Englmar führt stellenweise in 30 m auf Baumkronen-Höhe durch den Bayerischen Wald – und das barrierefrei, weshalb er sich auf für Touren mit dem Kinderwagen eignet. Ein spektakuläres Erlebnis nicht nur für Kinder! Wer selbst klettern möchte, findet im Kletterpark Abschnitte für jede Geschicklichkeitsstufe bis hin zum Kleinkinder-Parcours.

Länge:              5,9 km

Dauer:              3 h

Eignung:          Für Kinder ab 6 Monate, auch für Kinderwagen

Startpunkt:     Gasthaus zum Kramerwirt in Grün

Weitere Infos: www.waldwipfelweg.de, www.kletterwald-englmar.de

 

Durch den Urwald zum Schwellhäus'l

Die Route durch einen urwaldartigen Forst, den Watzlik-Hain in der Nationalparkgemeinde Lindberg im Bayerischen Wald, führt zum historischen Gasthof Schwellhäus'l. Eine „urige“ Wanderung, bei der ein Abzweig direkt durch stehende und liegende Baumriesen führt.

Länge:            4,9 km

Dauer:            1:30 h

Eignung:         Für Kinder ab 6 Monaten, geeignet für Kinderwagen (nicht auf dem Abzweig durch die Baumriesen)

Startpunkt:     Parkplatz P2 Zollhausstraße

Weitere Infos: www.schwellhaeusl.de, www.bayerischer-wald.de/Media/Attraktionen/Urwalderlebnisweg-Hans-Watzlik-Hain

 

Jugendsteig zum Freilichtmuseum Finsterau

Am Jugendsteig zum Freilichtmuseum Finsterau wurde Wald und Kunst vereint: Der abwechslungsreich gestaltete Wanderweg überrascht (nicht nur) die jugendlichen Wanderer an vielen Stellen zusätzlich mit Kunstwerken oder Rätseln.

Länge:            4,5 km

Dauer:             2 h

Eignung:         Für Kinder ab fünf Jahren, nicht geeignet für Kinderwagen

Startpunkt:     Wanderparkplatz Wistlberg

Weitere Infos: www.freilichtmuseum.de

 

Lama-Trekking in der Lüneburger Heide

Besondere Freude kommt (nicht nur) bei Kindern auf, wenn sie beim Wandern von Tieren begleitet werden. Beim Lama-Trekking in der Lüneburger Heide übernehmen Lamas den Gepäcktransport, dafür werden sie beim Wandern an der Leine mitgeführt. Lamas sind ideale Wanderbegleiter und sorgen für ein ganz besonderes Wandererlebnis.

Länge/Dauer: Variabel, von zweistündiger Schnuppertour bis zum mehrtägigen Trekkingerlebnis

Eignung:          Für Kinder ab fünf Jahren, die Tiere führen können allerdings nur Erwachsene.

Startpunkt:      Amelinghausen

Weitere Infos:  www.heide-lama-trekking.de, www.lueneburger-heide.de/artikel/5669_LamaTrekking.html

 

Märchenpfad auf den Brocken

Der urige Wanderweg, der von der Rangerstation Schierke durch das Eckerloch zum Brockengipfel führt, wurde in den letzten Jahren zum „Märchenpfad weißes Reh“ aufgerüstet. Über sechs Stationen hinweg wird in Schaukästen ein Märchen dargestellt, den begleitenden Erwachsenen kommt als Vorlesern die Rolle des Märchenerzählers zu. Im Brockenmuseum am Gipfel können Kinder danach einen Sonderwanderstempel erhalten.

Länge:             6 km

Dauer:             3 h

Eignung:          Für Kinder ab fünf Jahren, für Kinderwagen nicht geeignet

Startpunkt:     Rangerstation Schierke

Weitere Infos: http://www.ausflugsziele-harz.de/ausflugsziele-sehenswertes/familie-kinder/maerchenpfad-weisses-reh-brocken.htm


Touren für geübte Wanderer

Zum Rachelsee

Diese Wander-Tour startet am alten Forsthaus, der Racheldiensthütte und führt auf dem Rundweg Specht über den Urwald- und Eiszeitlehrpfad. Nach einer Rast am Rachelsee geht es auf dem Rückweg vorbei an einer Felsenkanzel.

Länge:             7,7 km

Dauer:             3 h

Eignung:          Für Kinder ab 5 Jahren, nicht geeignet für Kinderwagen

Startpunkt:     Bushaltestelle Racheldiensthütte

Weitere Infos: www.nationalpark-ferienland-bayerischer-wald.dewww.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/urlaub/einkehrmoeglichkeiten/12_racheldiensthuette/

 

Tierfreigelände und Baumwipfelpfad

Tiere sind für Kinder immer der Hit – hier kommt die Sensation eines Baumwipfelpfades hinzu. Direkt bei Neuschönau liegt das große Tierfreigelände des Nationalparks Bayerischer Wald: Auf dem Rundweg lassen sich hier rund 40 heimische Tierarten in naturnah gestalteten Freigehegen beobachten. Gleich nebenan geht es auf dem weltweit längsten Baumwipfelpfad in luftige Höhe zwischen die Baumkronen.

Länge:             8,1 km

Dauer:             2:30 h

Eignung:          Für Kinder ab 6 Monaten, geeignet für Kinderwagen

Startpunkt:     Einstiegsturm beim Parkplatz P1 Tierfreigelände

Weitere Infos: www.baumwipfelpfade-eak.de/ www.neuschoenau.de/de/nationalpark/tierfreigelaende/tierfreigelaende.html

 

Naturerlebnisweg Söllereck

Bei Oberstdorf führt ein Naturerlebnisweg über Feuchtwiesen und Bergwälder von der Bergstation der Söllereckbahn zum Berggasthof Hochleite. Unterwegs gibt es zahlreiche Stationen mit Hinweisen zu Flora und Fauna oder der Entwicklung des Söllereckgebietes sowie speziell auf Kinder zugeschnittene Mitmachstationen.

Länge:             4,5 km einfacher Weg, für den Rückweg über den Freibergsee kommen noch einmal rund 3,1 km hinzu

Dauer:             2,5 h Hinweg, 3,5 h Rückweg

Eignung:         Für Kinder ab sieben Jahren, für Kinderwagen nur bedingt geeignet

Startpunkt:     Bergstation der Söllereckbahn

Weitere Infos: www.oberstdorf.de/wandern/wanderwege/themenwege/naturerlebnisweg-soellereck.html

 

Der Todtnauer Wasserfallsteig 

Eine abwechslungsreiche Wanderung mit jeder Menge „Wassererlebnis“: Der Todtnauer Wasserfall im Schwarzwald zwischen den Ferienorten Todtnauberg und Aftersteg gelegen, ist mit 97 m Fallhöhe der höchste Naturwasserfall Deutschlands. Der letzte Teil des Weges bis zum Wasserfall ist nicht kinderwagengeeignet, weshalb hier eine Kraxe die bessere Wahl ist.

Länge:           10,8 km

Dauer:            3,5 h

Eignung:         Für Kinder ab 7 Jahren, Kleinkinder in der Rückentrage

Startpunkt:     Am Feldbergpass (Bushaltestelle Hebelhof)

Weitere Infos: www.bergwelt-suedschwarzwald.de


Mehrtagestouren

Ilztalwanderweg

Der Lauf der Ilz begeistert Wanderer durch wildromantische Landschaften zwischen eingeschnittenen Schluchten und lichtdurchfluteten Wiesentälern. Neben Felsformationen, um die sich vielfältige Sagen ranken und urwüchsigen Wäldern sind hier auch die Lebensräume vieler selten gewordener Tiere. Der Ilztalwanderweg mit seinen leichten bis mittelschwierigen Abschnitten kann in Etappen erwandert werden und ist auch für Familienwanderungen gut geeignet. Beginnend in Freyung geht es durch die spannende Buchberger Leite bis Ringelai. Die neue Goldsteig-Querverbindung führt weiter nach Fürsteneck, von wo es entlang der Ilz bis nach Passau geht.

Weitere Infos: www.ilztal.de

 

Goldsteig-Alternativroute Nationalpark

Entlang des Nationalparks Bayerischer Wald verläuft eine Alternativroute des Goldsteig Wanderweges: Von Eisenstein geht es über Zwiesel nach Frauenau. Hier gibt es mit dem Glasmuseum und den „Gläsernen Gärten“ viel Spannendes zum Thema Glas zu entdecken. Weiter verläuft die Route über Spiegelau und Neuschönau bis nach Mauth. Und wenn es zwischendurch doch einmal zu anstrengend wird, können einzelne Strecken auch per Igelbus überwunden werden.

Weitere Infos: https://www.goldsteig-wandern.de/tourenplaner

 

Heidschnuckenweg

Der Heidschnuckenweg führt in 13 Etappen von Fischbek in der Nordheide vorbei an Hamburg bis nach Celle im Süden der Heide. Weil die Lüneburger Heide vorwiegend flach ist und es keine unwegsamen Abschnitte gibt, benötigt man hier keine besondere Kondition. Die einzelnen EtappenLängen variieren zwischen 7 km und 26 km.

Weitere Infos: www.lueneburger-heide.de/8724_Neuer_Wanderweg_Heidschnuckenweg__ Faszination_Natur_auf.html


Wanderreisen

Die komfortabelste Art, mehrtägige Wanderungen zu unternehmen, ist sicherlich die perfekt organisierte Wanderreise: Hier wird einem von Profis nicht nur die mühsame Routen- und Unterkunfts-Planung abgenommen, auf Wunsch gibt es auch einen Gepäcktransport. Bei geführten Wanderungen leitet zudem ein erfahrener Wanderführer die Tour und bereichert die Reise mit seinem Fachwissen über die Natur und die Umgebung.

Wandern.de hat als Spezialist für Wanderreisen auch einige Touren im Angebot, die sich speziell an den Anforderungen von Familien oder Gruppen mit Kindern orientieren.

 

Alpenüberquerung für Familien - zu Fuß über die Alpen

Zu Fuß über die Alpen - auch für Kinder? Ja, das klappt. Die Voraussetzung ist, dass die Kinder (ab ca. 10-12 Jahren) Ausdauer für Tagestouren von ca. 6 - 8 Stunden Gehzeit mitbringen.

Weitere Infos: www.wandern.de/tour/z208/

 

Wandern in Österreich - Seenwanderung im Salzkammergut

Diese Genusswanderung im Salzkammergut um die Region Hallstatt vereint das Naturerlebnis mit dem Besuch von Sehenswürdigkeiten und ist mit ihren leichten bis mittelschweren Etappen bestens für Familien geeignet. Es gibt sie wahlweise als geführte Wanderung oder als Individualwanderung.

 

Bauernhof Seenwanderung - wandern ohne Gepäck für Familien

Eine gemütliche Individual-Wanderwoche im Naturparadies Wenger Moor mit Tagestouren bis zu max. 4,5 Stunden durch die sanft hügelige Landschaft des Salzburger Seenlands. Auf sechs Themenrouten geht es über gut ausgebaute Wege durch eine weitgehend unberührte Natur. Übernachtet wird meist in Bauernhöfen oder traditionellen Salzburger Landgasthöfen mit genug Zeit für Erkundungen auf eigene Faust oder einen Tag an einem der Badeseen.

 

Familie aktiv!

Diese Individual-Wanderung kombiniert das Familien-Wandern mit anderen spannenden Aktivitäten, beispielsweise dem Klettern im Hochseilgarten, einer Radtour, einem Segel-Schnuppertag oder dem Bau eines Floßes. Dazwischen bleibt noch genügend Zeit zum Ausspannen und Baden an den idyllischen Trumer Seen.

Weitere Infos: https://www.wandern.de/tour/ind-511

--->>> Unsere Wanderangebote für Familien <<<---


Zeitmanagement

Kinder wandern anders als Erwachsene, sie entdecken ständig etwas: Eine Schnecke am Wegesrand, ein Käfer der über den Kies huscht, oder ein Schmetterling auf einer Blume vermag sie eine Zeit lang komplett einzufangen. So geht es oft nur langsam vorwärts, was die Geduld der Erwachsenen mitunter stark strapazieren kann. Doch damit eine Wanderung für alle Beteiligten wirklich schön wird, ist es ganz entscheidend, dass die Bedürfnisse der Kinder ernst genommen werden und ihrer Entdeckungslust Raum gegeben wird.

Gleichzeitig legen die jüngeren Teilnehmer allerdings meist viel längere Strecken zurück, als die älteren Mitwanderer: Ihr häufiges Vorlaufen und Zurückkehren, das auf die Pirsch gehen seitlich vom Weg sowie die häufigen Spurteinlagen kosten viel mehr Kraft, als das gleichmäßige Gehen erfahrener erwachsener Wanderer. Zudem ist das Knochengerüst der Kleinen noch weicher und nicht ausgereift. Dies führt dazu, dass die Ausdauer insgesamt geringer ist.

All diese Faktoren müssen bei der Planung eingerechnet werden: Wandern Kinder mit, sollten die Tagestouren insgesamt deutlich kürzer gewählt werden und bei kleinen oder untrainierten Kindern drei bis vier Stunden nicht überschreiten. Zudem verlängern sich die Gehzeiten um etwa 50%. In Wanderführern angegebene Gehzeit-Angaben sollten daher mal 1,5 gerechnet werden, um einen realistischen Wert für die Familienwanderung zu erhalten.

Wandern mit Kindern

Viele Pausen

Viele Pausen helfen, einen Ausgleich zu finden zwischen den oft divergierenden Bedürfnissen der Großen, wenigstens zeitweise zügig vorwärts zu kommen, und dem der Kinder, ihre Umwelt vor allem spielerisch zu entdecken. Die Abmachung dafür lautet: „Jetzt wird ein Stück hintereinander weg gegangen, ohne ständig stehen zu bleiben. Dafür machen wir in Kürze eine Pause an einer Stelle, wo Ihr nach Lust und Laune auf Abenteuerjagd gehen könnt!“

Wandern mit Kindern

Häufige Pausen verhindern nicht nur, dass die jungen Wanderer sich zu sehr verausgaben . Sie bieten gleichzeitig für die Kinder die nötige Abwechslung vom für sie eher langweiligen „einfachen Gehen“.

Zudem geben sie die Möglichkeit, regelmäßig die Vorräte aufzufüllen: Kinder sind wahre „Verbrennungsmaschinen“, sie brauchen viel häufiger eine kleine Stärkung als Erwachsene, um nicht auszutrocknen oder zu unterzuckern.

 

Langsames Tempo

Eine echte Herausforderung für die erwachsenen Wanderer ist es, ihr Gehtempo dauerhaft zu verlangsamen. Doch auch wenn die Kurzen mitunter geradezu rennen und gut mitzukommen scheinen – das normale Gehtempo sollte generell langsamer gewählt werden. Dies ist nicht nur wegen der Streckenverlängerung durch das kindliche Herumstreifen wichtig, sondern schlicht wegen der kürzeren Schrittweite der Kinder. Gehen die Erwachsenen in normalem Wandertempo, passen sich die Kinder unbewusst an – die Folge ist vorzeitige Erschöpfung. Für den Erfolg der gemischten Wandergruppe ist es daher besser, die Großen nehmen die Anstrengung eines veränderten Gehtempos auf sich, als wenn die Kinder dies tun (müssen).

Wandern mit Kindern


AUSRÜSTUNG

 

Der Rucksack

Der Rucksack ist das Basis-Ausrüstungsteil für jeden Wanderer. Er sollte – gegebenenfalls mittels eines Überzuges – wasserdicht sein, strapazierfähig und geräumig. Eine durchdachte Unterteilung im Innenbereich und sinnvoll dimensionierte Außentaschen helfen das Gepäck sortiert zu verstauen. So kommt man stets leicht an das heran, was aktuell benötigt wird, ohne dass nervenzerrend gewühlt werden muss.

Wichtig ist, dass der Rucksack dem jeweiligen Träger perfekt passt. Dazu lassen sich bei hochwertigen Modellen allerhand Anpassungen an Rückenlänge, Schulterbreite und Hüftabstand vornehmen. Denn die Last sollte nicht auf den Schultern liegen, sondern auf die Hüfte verteilt werden. So wird auch auf langen Strecken der Rücken geschont. Gute Rucksäcke zeichnen sich darum durch einen breiten, starken Hüftgurt sowie einen Brustgurt aus. Zudem ist ein Belüftungssystem für den Rücken hilfreich, um hier unangenehmes Schwitzen zu vermeiden.

Kinder-Rucksäcke verfügen leider nur selten über stützende Hüftgurte. Ein Brustgurt aber sollte auf jeden Fall sein. Denn bei der vielen Bewegung der Kurzen nervt ein wackelnder Rucksack nicht nur, er kann auch das Gleichgewicht gefährlich durcheinander bringen. Weil mangels Hüftgurt das Gewicht voll auf den Schultern liegt, müssen die Schultergurte (oben) möglichst breit und gut gepolstert sein. Auch eine Rückenpolsterung ist empfehlenswert, damit beim Herumtollen der Inhalt des Rucksackes nicht unangenehm in den Rücken drückt.

Beim Wandern mit Kindern gilt: Das reguläre Gepäck tragen die Erwachsenen! Der Kinderrucksack bleibt den kindlichen „Schätzen“ vorbehalten: Ist ein Kuscheltier unentbehrlich, so darf es auf dem Rücken des Kindes mitreisen. Ansonsten haben hier kleine Döschen und Schachteln für die unterwegs aufgelesenen Fundstücke ihren Platz sowie die Lupe oder das Fernglas des kleinen Forschers. Damit wird sich der Beutel erfahrungsgemäß bereits von allein füllen. Damit es hierbei keine Probleme gibt oder das Gewicht des Gepäcks die Geschicklichkeit oder die Ausdauer der jungen Wanderer belastet, sollte alles andere – von den Snacks über die Getränke bis zur Wechselkleidung in den großen Rucksäcken der Erwachsenen unterkommen. Nur große Kinder, die auch schon größere Rucksäcke (mit professionellem Tragesystem) tragen, können dann ihren Teil der Wanderverpflegung oder Teile der Zusatzkleidung selbst tragen. Eine gute Idee ist es, am Schulter- oder Brustgurt des Kinderrucksackes eine kleine Signalpfeife anzubringen. Das verleiht den kleinen Abenteurern ein größeres Gefühl der Sicherheit, nicht „verloren gehen“ zu können.

Kinderwagen

Auch wenn die Kleinsten noch nicht mitlaufen können – dank der mittlerweile am Markt erhältlichen geländegängigen Kinderwagen können sie dennoch dabei sein. Bei der Auswahl des Kinderwagens muss vor allem auf Stabilität, aber auch leichtes Gewicht geachtet werden. Dreirädrige Wagen lassen sich wegen des geringeren Rollwiderstandes leichter schieben, auf schrägem Terrain kippen sie jedoch auch leichter.

Das Gewicht des Kinderwagens macht sich bei Steigungen und auf nicht asphaltierten Wegen auf die Dauer deutlich bemerkbar. Allerdings beanspruchen solche Strecken auch die Statik des Gefährts stark, weshalb es wirklich wichtig ist, auf gute Stabilität zu achten: Nicht auszudenken, was passiert, wenn der Wagen unterwegs wegen zu schwach ausgelegter Verbindungsglieder oder einem Bruch im Falt-Mechanismus mitsamt Kind „zusammenklappt“.

Darüber hinaus sind zuverlässige Bremsen mit Handbedienung wichtig: Bei Gefälle kann ein beladener Buggy ganz schön ziehen, wenn es dann keine Handbremse gibt, wird das Festhalten des Wagens über die Maßen anstrengend und es können dann auch gefährliche Momente entstehen.

Luftreifen sorgen für eine angenehmere Reise der Kleinsten, denn sie federn die Stöße durch den unebenen Untergrund besser ab. Allerdings können sie auch kaputt gehen – und erfahrungsgemäß passiert dies im Outdooreinsatz auch öfter einmal. Die Alternative Vollgummireifen mag darum elternfreundlicher sein, für das Kind bedeuten sie allerdings, bei schlechtem Untergrund deutlich mehr durchgerüttelt zu werden.

Ist man länger unterwegs, müssen auch die Kleinsten die Möglichkeit zur Bewegung bekommen. Sitzen sie zu lange angeschnallt, macht die Wanderung auch ihnen keinen Spaß. Auch die Kleinsten fordern darum ausreichende Pausen an ungefährlichen Stellen und möchten dann – von einer Krabbeldecke aus – die Natur um sich herum entdecken.

Rückentrage

Egal wie „outdoorgeeignet“ ein Kinderwagen auch sein mag, schon auf Schotterwegen macht das Wandern mit Wagen längerfristig wenig Spaß. Bei Babys, die schon längere Zeit aufrecht sitzen können, bieten hier Kraxen eine Alternative. In den speziellen Rückentragen sitzen die Kinder gestützt in einem Segeltuch-Sitz und können die Wanderung auf Sichthöhe der Eltern genießen.

Allerdings: Während sich viele Kinder auch längere Zeit lang in einem Tragerucksack pudelwohl fühlen, können sich andere nur schwer mit dieser Reisemethode darum vor der geplanten längeren Wanderung bei kurzen Spaziergängen aus, ob der Nachwuchs die nötige Sitzruhe hat oder man trainiert sie gemeinsam über ständig länger werdende Übungstouren an.

Bei der Auswahl einer Kraxe müssen alle zukünftigen Nutzer - also sowohl der oder die Träger, als auch der kleine Passagier – zugegen sein. Denn die Rückentrage muss wie ein guter Rucksack perfekt auf den Rücken der Trägers anpassbar sein. Gleichzeitig muss sie auch dem wervollen "Gepäck" perfekt passen, denn kleine Kinder brauchen die Sicherheit eines festen Halts, aber auch Bewegungsfreiheit. Am besten ist es darum, hier wirklich auf eine Fachberatung zu setzen und die Tragen nicht nur anzuprobieren, sondern damit auch wirklich herumzulaufen, auch einmal Treppen zu steigen etc.

Auch das Aufsetzen und Absetzen sollte getestet werden, nicht immer ist es einfach, die empfindliche Last allein sicher auf dem Boden abzusetzen oder vom Boden auf den Rücken zu bekommen. Die Kleinen sollten darum auch stets angeschnallt transportiert werden. Und auch wenn fast alle Kinderkraxen über Standbügel verfügen: Niemals darf ein Kind in einer Rückentrage abgestellt werden, ohne dass diese festgehalten wird, denn es besteht keine Kippsicherheit!

Sonnenschutz

Ein guter Sonnenschutz ist bei Wanderungen wirklich essenziell. Dabei geht es vor allem um den Schutz vor Sonnenbrand. Bei Wanderungen unter strahlender Sonne drohen zudem auch Überhitzung oder Sonnenstich. Unerlässlich ist darum eine Kopfbedeckung, möglichst mit einer Krempe, die die empfindlichen Gesichtspartien schützt. Allerdings wehren sich Kinder auch oft gegen Mützen, die ihre Sicht oder die Bewegungsfreiheit des Kopfes zu sehr einengen. Dann ist es sinnvoller, einen Kompromiss einzugehen, als die gesamte Wanderung über einen Kampf darum zu führen, dass der Sonnenhut auch wirklich getragen wird.

Kinderhaut ist deutlich dünner als Erwachsenenhaut. Auftreffende Sonnenstrahlung dringt dadurch viel tiefer ein und kann somit gravierender schädigen – auch auf lange Sicht. Kinder müssen darum besonders gut gegen den viel schneller eintretenden Sonnenbrand geschützt werden. Weil das Eincremen oft sehr unbeliebt ist und zudem regelmäßiges Nachcremen erfordert, ist bei Kindern ein Sonnenschutz durch Kleidung die bessere Wahl. Darum sollte darauf geachtet werden, dass die Arme auf der ganzen Länge bedeckt sind und auch der Ausschnitt halsnah gestaltet ist. Viele Stoffe werden von den Sonnenstrahlen teilweise durchdrungen. Um bei warmem Wetter nicht besonders dicht gewebte - und damit sehr warme – Kleidung tragen zu müssen, kann auf spezielle Sonnenschutzkleidung ausgewichen werden. Solche gibt es mittlerweile in unterschiedlichsten Ausführungen auch für Kinder. Neben den angenehm kühlen Funktionsstoffen haben diese den Vorteil, dass die speziellen Schnitte meist Arme und Hals einschließen.

Doch auch ein optimaler Sonnenschutz durch Kleidung erspart nicht völlig den Einsatz von Sonnencreme & Co. Der empfindliche Nacken und die Gesichtspartien müssen gut eingecremt werden – und zwar mit maximalem Schutzfaktor. Je nach Wetter und Region muss zudem regelmäßig nachgecremt werden – da hilft aller Protest nicht! Dies gilt übrigens auch bei den Kleinsten: Ein Sonnenschirm oder ein Sonnensegel kann selbst bei dichtestem Gewebe keinen 100%igen Schutz bieten: Zum einen blinkt die Sonne bei Drehungen des Wagens immer mal wieder unter den Schirm, zum anderen erreicht die von der Umgebung reflektierte Strahlung das Baby.

Bei starker Sonneneinstrahlung sollten auch die Augen nicht vergessen werden. Spezielle Kindersonnenbrillen gibt es mittlerweile fast überall zu kaufen. Wichtig ist, dass die Gläser einen guten UV-Schutz bieten. Billigware sollte man darum im Zweifelsfall lieber nicht wählen. Denn hinter getönten Gläsern öffnen sich die Pupillen stärker als ohne Brille – ist dann kein echter Schutz gegeben, kann dies fatale Folgen haben! Aus dem gleichen Grund muss die Sonnenbrille gut sitzen und auch an den Seiten gut passen. Zu lockere Modelle rutschen durch die vielen Bewegungen der Kinder leicht herunter oder lassen seitlich zu viel Strahlung eindringen.

Schutz gegen unerwünschte Begleiter

Sie sitzen im halbhohen Gras und lauern auf jemanden, der sie „mitnimmt“: Zecken sind Begleiter, die wirklich niemand gern hat. Allerdings fällt es gerade Kindern schwer, die Begegnung mit den kleinen Spinnentieren zuverlässig zu vermeiden. Während Erwachsene meist auf den Wegen bleiben und daher oft verschont werden (Zecken fallen NICHT von Bäumen!), streifen die Kleinen öfter durch die Botanik – und dabei eben auch mal den einen oder anderen der keinen Blutsauger vom Blattwerk ab, auf das die hungrigen Plagegeister klettern, um dort mit ausgestreckten Beinen auf vorbeikommende Warmblüter zu lauern.

An sich sind Zecken glücklicherweise lästig, jedoch harmlos. Allerdings können sie Krankheiten wie die Frühsommer-Meningitis (FSME) oder Borreliose übertragen. Und die Gebiete, in denen die Zecken entsprechende Erreger in sich tragen, haben sich in den letzten Jahren ausgebreitet: Waren vor 10 Jahren nur einzelne Gebiete in Deutschland als Gefahrengebiet für die zeckenübertragene Hirnhautentzündung (FSME) ausgewiesen, so zeigt die entsprechende Landkarte heute auf fast der gesamten Südhälfte Deutschlands „rot“ (Verbreitungskarte FSME: www.zecken.de/?id=478). Es gibt jedoch einen einfachen Schutz gegen die Gefahr, sich mit FSME zu infizieren, nämlich die Impfung. Diese ist besonders für Erwachsene sinnvoll, die regelmäßig in Gefährdungsgebieten unterwegs sind. Es gibt zudem auch seit Jahren bereits entsprechende Vakzine mit guter Verträglichkeit für Kinder ab dem Kleinkindalter.

Apropos Impfschutz: Ein Schutz, den Kinder oft ihren Eltern voraus haben, ist der Schutz vor Tetanus. Denn bei den Älteren liegt die letzte Tetanusimpfung oft schon lange zurück. Tetanuserreger aber kommen in praktisch jeder Erde und überall in der Natur vor – und bereits kleinste Hautverletzungen reichen aus, um sich anzustecken. Darum ist bei Outdooraktivitäten ein aktueller Tetanusschutz ein absolutes Muss.

Keinen Impfschutz gibt es in Europa dagegen gegen die Borreliose, eine Krankheit, die unentdeckt durchaus heimtückisch werden kann. Die Erreger der Borreliose sind weltweit flächendeckend verbreitet, sie werden ausschließlich von Zecken übertragen. Allerdings trägt nur etwas weniger als jede 4. Zecke die Erreger in sich und auch nicht alle Borrelien machen krank. Der beste Schutz gegen die Borreliose besteht darin, Zecken so rasch wie möglich zu entfernen, denn die Übertragung erfolgt erst einige Zeit nach dem Stich.

Der beste Schutz vor Zeckenstichen ist gut bedeckende Kleidung. Im Gelände sollten lange Hosenbeine möglichst in die Stiefel gesteckt getragen werden. Auch langärmelige Oberteile und Mütze oder Kappe schützen – allerdings nur im gewissem Rahmen, ebenso wie manche RepellentLotionen (Test Zecken-Repellents: www.test.de/Mittel-gegen-Zecken-12-von-20-mangelhaft-1672174-0). Wegen des erhöhten Risikos von Kindern, von Zecken gestochen zu werden, sollte jeder Wanderung eine Zeckenkontrolle folgen. Dafür muss man den Körper nicht nur komplett, sondern auch sehr genau absuchen, um die anfangs noch winzigen Biester zu finden. Oft sind sie beim Biss nicht größer als ein Sesam- oder Leinsamenkorn. Besonders genau sollten dabei die „Lieblingsstellen“ der Biesterchen untersucht werden, die bei Kindern neben den Kniekehlen, Bauch, Leisten und unter den Armen gern auch hinter den Ohren oder im Nacken am Haaransatz liegen.

Finden sich tatsächlich welche der Blutsauger, so sollten diese mit einer speziellen Zeckenpinzette oder Zeckenkarte vorsichtig entfernt werden: Das Tier ganz unten am Kopf packen, ohne es zu verletzen und es ohne Drehung in einem Rutsch langsam aus er Haut ziehen. Die Bissstellen werden danach desinfiziert und sicherheitshalber über einen längeren Zeitraum beobachtet, ob sich verräterische Rötungen zeigen.

Notfall-Ausrüstung

Die Outdoor-Industrie hält eine große Auswahl spezialisierter Notfallsets für Wanderer bereit. Für den Normalwanderer geht es aber auch eine Nummer kleiner (und vor allem günstiger). Die Reiseapotheke sollte so ausgestattet sein, dass die häufigsten Blessuren – allem voran sind dies Stürze – behandelt werden können. Pflaster in mehreren Größen, gegebenenfalls auch Blasenpflaster sollten also enthalten sein sowie auch ein Verband bzw. ein Verbandstuch. Weiterhin gehören ein Desinfektionsspray für Schürfwunden und Zeckenbisse zur Grundausstattung sowie neben der Zeckenkarte auch eine „normale“ Pinzette, mit der Splitter gezogen werden können und eine Schere zum Zuschneiden von Pflastern bzw. Verband.

Hinzu kommen die individuell gewohnten oder benötigten Medikamente, wie Bepanthenol-Salbe und Mückenstich-Gel. Bei Kindern setzen viele Eltern gegen Stöße oder Beulen auf Arnika-Globuli. Sie sollen auch bei Erschöpfungszuständen helfen. Auch wenn es keinerlei Belege für eine pharmakologische Wirkung der homöopathischen Kügelchen gibt: Erfahrungsgemäß lenkt die Konzentration auf das Lutschen der Zuckerperlen ganz gut vom Schrecken des Sturzes ab, und das Heilversprechen aktiviert mitunter Restkräfte.

Weil selbst im besten Mobilfunknetz Lücken bestehen, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass das Handy jederzeit und überall funktioniert. Signalgeräte und eine Wärmefolie wiegen fast nichts und können im Notfall lebensrettend sein.

Erste Hilfe

Wer mit Kindern abseits in der Natur unterwegs ist, sollte unbedingt über Grundkenntnisse der Ersten Hilfe verfügen. Dies ist schon aus Präventionsgründen wichtig: Wer die Symptome von Überhitzung, von Austrocknung oder (als Folge) gar Schock kennt, kann vorbeugen und rechtzeitig verhindern, dass es überhaupt zu solchen – tatsächlich lebensbedrohlichen! – Zuständen kommt. Allerdings reagiert der kindliche Körper anders, weshalb auch die Vorzeichen und Symptome abweichen können.

Weil sich auch die Erste-Hilfe-Maßnahmen an Kindern teilweise von denen unterscheiden, die man für Erwachsene gelernt hat, kann es nicht schaden, einmal einen der in fast allen Städten angebotenen Erste-Hilfe-Kurse für Kinder zu besuchen.

Übrigens: Ein bei Kindern verbreitetes Vorzeichen für Flüssigkeitsmangel ist schlechte Laune. Es mag für manche seltsam klingen, aber wenn ein Kind plötzlich unmotiviert missmutig erscheint, reizbar wird und negativ denkt („kann ich doch nicht, bekomme ich ja doch nicht hin, klappt eh nicht“), kann dies ein Zeichen dafür sein, dass dringend etwas getrunken werden sollte. Selbst wenn das Kind dann ablehnt: Bringen sie es dazu, ein wenig zu trinken – oft bessert sich die Laune schlagartig!

Kleidung

Das Zwiebelschalenprinzip

Beim Wandern gilt – wie für alle Outdooraktivitäten – dass die Kleidung aus verschiedenen Lagen bestehen sollte. Dieses „Zwiebelschalenprinzip“ erlaubt es, sich durch An- oder Ausziehen jeweils einer oder mehrerer Kleidungsschichten an unterschiedliches Wetter oder wechselnden Wärmebedarf anzupassen. Denn nicht nur das Wetter bzw. die Temperaturen sind veränderlich. Auch das Terrain hat großen Einfluss auf die Anforderungen an die Kleidung: Während man in einer Heidelandschaft Sonne oder Wind stärker ausgesetzt ist, empfängt einen der Wald vielleicht mit ungeplanter Kühle oder tropfende Bäume „verlängern“ einen ansonsten nur kurzen Schauer zu einer längeren Regenwanderung.

Das oberste Ziel der Lagen-Bekleidung ist es, ein Auskühlen zu verhindern und trocken zu halten. Jeder weiß, wie sehr bereits kleines Frösteln auf die Laune und das Wohlbefinden schlägt, wenn es längere Zeit andauert. Bei unzureichender Kleidung droht Kindern das Auskühlen noch viel schneller als Erwachsenen: Ihre kleineren Körper verlieren durch die ungünstigere Relation von Oberfläche zu Volumen sehr viel stärker an Körperwärme, als es bei größeren Menschen der Fall ist. Gleichzeitig bewegen sich Kinder meist deutlich mehr, was ebenfalls zur Wärmeabgabe beiträgt.

Entsprechend ist es ein Warnhinweis, wenn die Bewegungsfreude der mitwandernden Kinder plötzlich nachlässt: Dann sollte überprüft werden, ob eventuell eine zusätzliche „Zwiebelschicht“ angezogen (oder eine abgelegt) werden sollte.

Im Groben bestehen die drei typischen Kleidungsschichten aus einer unteren Lage, der Unterwäsche. Darauf kommen ein bis zwei Lagen als zweite Schicht und schließlich die äußerste Schicht, die aus der Jacke (und ggf. Regenhose etc.) besteht.

Das Standardmaterial für Unterwäsche ist Baumwolle. Wer als Wanderer mehr vor hat, greift allerdings lieber zu Funktions-Unterwäsche aus moderner Kunstfaser oder zu den Naturmaterialien Seide oder Wolle. Denn die unterste Kleidungsschicht hat die Aufgabe, die bei Anstrengung entstehende Feuchtigkeit nach außen abzuleiten – Baumwolle erfüllt diese Aufgabe jedoch nicht sonderlich gut, weil sie eine hohe Speicherkraft für Wasser besitzt. Die Folge ist, dass aufgenommene Feuchtigkeit gespeichert wird und die Wäsche sich nass und klebrig anfühlt.

Spezialisierte Funktionskleidung ist allerdings teuer und die Anschaffung lohnt gerade bei Kindern mit ihren oft schnellen Wachstumsschüben nur, wenn wirklich viel gewandert wird. Viele Kinder schwitzen (bei angemessener Kleidung) glücklicherweise vergleichsweise wenig und für den Notfall kann zudem gut ein Ersatzhemd eingepackt werden.

In der zweiten Lage kommt ein dem Wetter entsprechender Pulli zum Einsatz sowie – bei erhöhtem Wärmebedarf – eine Strickjacke bzw. für Kinder besser ein Pullunder oder eine Weste. Denn bei Westen entfällt das bei Kids oft so verhasste „über den Kopf ziehen“, und gegenüber Strickjacken haben sie den Vorteil, in den Ärmeln nicht aufzutragen. Dies kommt der kindlichen Bewegungsfreude entgegen.

 

Die richtigen Wanderschuhe für Kinder

Was für die Großen selbstverständlich ist, sollte es auch für die mitwandernden Kinder sein: Gutes Schuhwerk ist kein Luxus, sondern die Grundvoraussetzung für ein positives Wandererlebnis. Folgende Eigenschaften machen einen guten Kinder-Wanderschuh aus:

Er passt!

Wandern mit Kindern

Was banal klingt, ist gar nicht so einfach herauszufinden. Denn Kinder neigen dazu, jeden Schuh, den sie (optisch) toll finden finden, auch als gut passend zu empfinden. Darum ist bei der Auswahl eines guten Wanderschuhs besonders bei Kindern der Gang zum Fachgeschäft anzuraten: Eine Beratung durch eine erfahrene Fachkraft ist Gold wert: Sie kann erkennen, ob genug Platz im Schuh ist (es sollte ca. 1 cm sein), den der Fuß benötigt, um sich auch noch nach einigen Kilometern des Gehens im Schuh wohl zu fühlen. Es sollte aber auch nicht zu viel Luft im Schuh sein, denn dann hat der Fuß zu wenig Halt und dies kann zu Scheuerstellen und Blasen führen. Anprobiert werden sollten die Schuhe darum auch mit den Socken, in denen später gewandert wird.

 

Wasserdicht oder atmungsaktiv?

Natürlich, wünschenswert wäre beides. Allerdings: Je dichter ein Schuh ist, desto weniger atmungsaktiv ist er. Wer nur bei trockenem Wetter unterwegs sein möchte und sicher ist, dass die Kinder auch nicht mit den Schuhen durch Bäche waten, der wählt Lederschuhe. Mit einer vernünftigen Wachs-Imprägnierung sind diese auch relativ dicht – jedenfalls wenn mit ihnen beim Spielen am Bach oder See nicht gerade direkt ins Wasser getreten wird.

Familien, die auch in den feuchteren Jahreszeiten auf Tour gehen, oder deren Kinder besonders wasserverrückt sind, wählen lieber moderne Membran-Schuhe. Die sind leicht und weitgehend wasserfest, man muss aber beachten, dass sie nicht jedes Imprägnierungsspray vertragen.

Die Auswahl der Schuhe hat auch Auswirkungen auf die Sockenfrage. Selbstverständlich werden für das Wandern nur perfekt passende und zuverlässig sitzende Strümpfe ausgewählt. Auch zu dünn sollten sie nicht sein, selbst – oder sogar gerade – an heißen Sommertagen. Denn dünne Socken werfen schnell Falten und geben dem Fuß einen schlechten Halt im Schuh. Zudem können sie (zu) wenig Schweiß aufnehmen.

Während bei Lederschuhen jedes Strumpfmaterial verwendet werden kann, verbietet sich bei Membranschuhen nach Aussage des Ausstattungs-Profis Globetrotter.de der Einsatz von Baumwolle: "Socken aus Wolle oder Mischgewebe sind für diese Kinderwanderschuhe die richtige Wahl. Baumwolle wirkt der Membran-Technologie entgegen, da sie die am Fuß entstehende Feuchtigkeit im Material aufnimmt und speichert. So entstehen feuchte, schwitzige Füße, die zudem noch schneller auskühlen."(Globetrotter-Ratgeber Kinder-Wanderschuhe: www.globetrotter.de/alles-fuer-kinder/schuhe).

 

Schutz und Grip

Während man bei Alltagsschuhen für Kinder meist auf besonders flexible Sohlen achtet, kommen Wanderschuhe i.d.R. mit dicken und eher festen Sohlen daher. Das ist auch gut so, denn unterwegs möchte man nicht jeden Stock und Stein spüren – das macht kein Fuß auf die Dauer klaglos mit, schon gar nicht ein weicher Kinderfuß. Je nachdem, wie „wild“ der Untergrund der geplanten Wanderrouten ist, sollte daher auf Sohlen mit gutem Profil geachtet werden. Allerdings: So steif, dass kein natürliches Gehen mehr möglich ist, sollten Sohlen auch nicht sein!

Ebenso verhält es sich mit dem Schutz: Ein guter Wanderschuh geht immer über die Knöchel und bietet so besseren Halt und vor allem auch Schutz vor Steinen, Ästen und sonstigen Hindernissen.

Nur wenn die geplanten Familienwanderungen ausschließlich über gut ausgebaute Wanderwege ohne Hindernisse oder „Querfeldein-Anteil“ verlaufen, kann die Wahl bei gutem Wetter auf geeignete Halbschuhe fallen. Aber auch hier gilt: Sie müssen wirklich gut am Fuß sitzen!

 

Der Schuh gefällt – und zwar dem Kind

Das Kind entscheidet oft schon beim ersten Blick: Der „coole Grün-Graue soll es sein!“ oder „Den mit den rosa Herzchen will ich!“. Entsprechend schwierig wird es, wenn der „Coole“ leider gar nicht richtig sitzt oder der Herzchenschuh nur ein dünner Stoffschuh mit durchscheinender Sohle ist. Auch hier kann eine erfahrene Fachkraft die Rettung sein: Ihr Rat wird vom Kind viel leichter angenommen, als der Wunsch der eigenen Eltern – und bei einer völlig ungeeigneten Auswahl wie beim „Herzchenschuh“ vielleicht sogar zum Trick „Leider nicht in Deiner Größe vorrätig!“.

 

Regenschutz

Nicht immer herrscht optimales Wanderwetter, mit etwas Pech gerät man auch bei guter Planung in einen Regenguss. Für diese Ereignisse ist ein geeigneter Regenschutz notwendig, denn wer erst einmal nass geworden ist, kühlt schnell aus. Vom unangenehmen Gefühl feuchter, an der Haut klebender Kleidung ganz zu schweigen.

Beim Regenschutz gilt wie bei den Schuhen: Je dichter er ist, desto weniger atmungsaktiv ist er. Wobei moderne Membran-Gewebe so gestaltet sind, dass außen auftropfendes Wasser abperlt, der von der Körperwärme erzeugte Dampfdruck aber stark genug ist, um von innen Feuchtigkeit durch die Mikroporen im Material nach außen zu drücken. Das funktioniert auch – leider aber nur bis zu einem gewissen Grad. Deshalb verfügt auch gute Funktionskleidung über Lüftungsschlitze, die dafür sorgen sollen, das Innenklima zu verbessern. Bei stärkerem Regen sollten diese Öffnungen dann aber unbedingt geschlossen werden, sonst ist es auf Dauer mit der Wasserdichtigkeit nicht weit her.

Die Wasserdichtigkeit von Jacken (und Hosen) wird in „mm Wassersäule“ gemessen. Dieser Wert gibt an, wie hoch das Wasser in einer Säule auf dem Geweben stehen kann, bevor sein Druck den Stoff durchdringt. Die Mindest-Dichtigkeit nach der Norm, den „wasserdichte Stoffe“ einhalten müssen liegt bei 1.500 mm Wassersäule. Spezielle Outdoorbekleidung übertrifft diesen Wert in der Regel deutlich, die Angaben liegen hier oft im Bereich über 10.000 mm Wassersäule. Allerdings sollte man bedenken, dass mit zunehmender Dichte eines Stoffes dessen Atmungsaktivität abnimmt. Und „von innen“ nass zu werden ist auch nicht viel angenehmer, als wenn die Nässe von außen kommt. Zudem steigt mit der Dicke der verwendeten Membran das Gewicht der Kleidung.

Ob man in einem heftigen Regenguss unter der Jacke trocken bleibt, hängt zudem nicht nur von der Dichtigkeit des Gewebes ab: Ganz entscheidend ist auch die Verarbeitung, vor allem der Nähte. Diese müssen sauber verklebt sein, damit sie im Regen dem Wasser keine „Einfallstore“ bieten. Aus dem gleichen Grund müssen alle Verschlüsse gut abgedeckt sein.

Der Nachteil der Membran-Gewebe ist ihre geringe Haltbarkeit. Sie sind meist gegen mechanische Beanspruchung, also knittern oder reiben, sehr empfindlich, so dass sie an beanspruchten Stellen schnell brechen oder reißen. Kleidung, die solche Membranen enthält, sollte darum auch so selten wie möglich gewaschen (und niemals weichgespült!) werden. Denn dies führt dazu, dass die Funktionsfähigkeit von Membranjacken gerade bei Kindern sehr schnell nachlässt, so dass solche Kleidung bei Kindern ihren hohen Preis oft nicht wieder einspielen kann. Manche Menschen empfinden einen weiteren Nachteil: Bei Bewegung rascheln die festen Stoffe oft hörbar, was in der Natur teilweise als störend wahrgenommen wird.

Eine Alternative zu solcher „Hardshell-Kleidung“ sind die neuen Softshell-Jacken: Der Stoff dieser Funktionsbekleidung ist weich, anschmiegsam und atmungsaktiv, dies kommt besonders aktiven Wanderern und Kindern zugute. Bei Softshell gibt es allerdings massive Unterschiede: Von dünn bis dick, von winddicht über „wasserabweisend“ bis hin zu wasserdicht gibt es hier eine große Bandbreite, die sich auch in den Preisen widerspiegelt. Die Achillesferse der Softshell-Kleidung liegt allerdings in den Nähten: Wegen des weichen Charakters des Materials können die Nähte nicht so dicht verklebt werden, wie dies bei Hardshell möglich ist. Trotzdem halten manche qualitativ hochwertige Softshell-Jacken selbst bei merklichem Regen erstaunlich lange und gut trocken. Für Familienwanderungen, die nicht gerade darauf angelegt sind, längere Zeit durch den Regen zu gehen, kann Softshell daher eine gute Wahl sein.

Wer jedoch plant, auch im Regen längere Strecken zu wandern, der kommt nicht allein mit einer Jacke aus – egal wie dicht diese ist. Denn Bewegung und Schwerkraft sorgen dafür, dass das von Jacke und Kopfschutz abperlende Wasser beim Wandern auf den Oberschenkeln und Waden landet. Stoffhosen oder Jeans kleben dann binnen kurzer Zeit an den Beinen richtig fest. Dasselbe gilt für Kleidung, die unter unter der Jacke herausschaut: Wenn beispielsweise an den Handgelenken ein Stück Ärmel hervor ragt oder beim Kind der Pulli unter der etwas zu kurz gewordenen Jacke heraushängt, dann kriecht die Nässe über die Wäsche unter die Jacke. Auch am Hals findet der Regen gern einen Weg unter den Regenschutz. Dagegen hilft nur, die Kapuze weit nach vorn zu ziehen und möglichst dicht zu verschließen. Dies ist allerdings erfahrungsgemäß etwas, was Kinder ganz besonders hassen – und torpedieren. Dann kann der gute alte Südwester (mit langer Krempe hinten) eine Lösung sein.

Für kürzere Wanderungen mit eher geringer Regenwahrscheinlichkeit bzw. wenn klar ist, dass man bei Regen eh nur noch noch zum nächstgelegenen Gasthof weitergehen wird, kann die ganz billige, dünne Regenhaut vom Discounter eine Alternative sein: Sie macht sich im Rucksack ganz klein, trotzt ganz prima der einen oder anderen Husche und bevor sich innen der Schweiß richtig ansammelt, hat man (hoffentlich) den nächsten Unterstand erreicht.

 

Wechselkleidung

Ob es sich lohnt, für die erwachsenen Mitwanderer das eine oder andere Ersatz-Kleidungsstück mit auf die Wandertour zu nehmen, mag jeder Teilnehmer für sich selbst entscheiden. Einen Vorrat an Wechselkleidung für die Kinder im Wanderteam mitzunehmen ist jedoch fast immer eine gute Idee. Denn um nasse oder dreckige Kleidung zu bekommen, benötigen Kinder kein Unwetter – dazu reicht auch ein „Abenteuer“. Oder zu wildes Trinken aus der Trinkflasche. Oder ein Toiletten-Malheur im Wald. Oder oder oder.

Abenteuerliche Erlebnisse sind gerade das Ziel der gemeinsamen Unternehmung, entsprechend muss auch mit kleinen Missgeschicken gerechnet werden. Mit einem Satz geeigneter Wechselkleidung ist dies kein Problem. Dabei muss es – je nach Alter der Kinder – ja kein kompletter Satz Anziehsachen sein. Aber Wechselsocken (Tritt in den Bach, beim Austreten falsch „gezielt“) sind ein Muss und ein trockener Ersatz für den langärmeligen Pullover, dessen Ärmel beim Spielen am Wasser klitschnass geworden sind, rettet die Laune für den Rest der Wanderung.

 

Verpflegung

Wandern macht nicht nur großen Spaß, sondern auch großen Durst und Hunger. Deshalb ist nicht nur eine gute Ausstattung wichtig, auch die Verpflegung muss stimmen. Richtiges Essen und Trinken beginnt bereits vor der Wanderung: Ein vernünftiges Frühstück muss sein! Dabei wird die Basis gelegt für einen tag voller Aktivitäten, darum sollten am Morgen vor allem kohlenhydratreiche Nahrungsmittel gewählt werden: Müslis oder Vollkornbrot machen satt, aber nicht „pappsatt“. Vor einer anstrengenden Tour sollte lieber weniger süß und schon gar nicht fett gefrühstückt werden: Zucker geht sofort ins Blut und vermittelt ein Sättigungsgefühl, ist aber schon kurze Zeit später verbraucht. Und Fett wird nur langsam verdaut und macht daher eher träge.

Neben dem Essen dient das gemeinsame Frühstück auch der Einstimmung auf den Tag, hier wird die geplante Tour mit ihren Besonderheiten besprochen und damit Neugier und Vorfreude angeheizt. Zu den letzten Vorbereitungen gehört es dann, die „Unterwegs-Verpflegung" fertig zu machen.

Wandern mit Kindern

 

Viel trinken

Wandern macht durstig und ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist der wichtigste Faktor für körperliche Leistungsfähigkeit und Wohlgefühl. Unterwegs ausreichend Getränke mitzuführen ist daher das A und O einer jeden Wanderung. Das ideale Getränk zum Durstlöschen ist (stilles) Mineralwasser. Wird viel geschwitzt bietet sich auch eine (dezente) Beimischung von Apfelsaft oder ein verdünnter Fruchttee an.

Sogenannte „Energydrinks“ oder auch „Iso-Getränke“ sind keine gute Alternative: Sie enthalten viel Zucker, der das Getränk „isotonisch“ macht und Energie liefern soll. Im Körper wird der Zucker jedoch direkt ins Blut verfrachtet. Dadurch sind diese Getränke bereits im Magen nicht mehr isotonisch, vor allem jedoch hält der Energieschub nur sehr kurz an und wird mit anschließend oft erhöhtem Durstgefühl erkauft.

Beim Wandern mit Kindern muss besonders darauf geachtet werden, dass auch diese ausreichend trinken: Kinder sind meist aktiver und trocknen mit ihren kleinen Körpern schneller aus als Erwachsene. Allerdings spüren sie dies selbst oft nicht rechtzeitig. Insbesondere wenn es viel aufregende Abwechslung gibt, wird das alarmierende Durstgefühl schlicht nicht wahrgenommen. Zudem finden Kinder das Trinken oft lästig.

Damit es mit dem Trinken dennoch gut klappt, kann es strategisch sinnvoll sein, für die kleinen Mitwanderer Alternativen zum gesunden stillen Wasser mitzunehmen. Diese sollten zwar nicht gleich Limo oder Cola heißen, aber vielleicht kann man sich auf eine stark verdünnte Version des geliebten löslichen Pfirsichtees oder anderer Lieblingsgetränke einigen. Damit kann jedem Durst ein Schnippchen geschlagen werden, selbst dem, der mit der gefürchteten „Trink-Unlust-Laune“ einhergeht!

Je nach geplanter Dauer der Wanderung sowie der Zahl der Rastpunkte mit Bewirtung unterwegs, sollten pro Person etwa ein Liter Wasser sowie ein Liter Tee bzw. (stille) Saftschorle eingepackt werden. An heißen Tagen und in trockenen Gebieten sogar noch mehr!

 

Gute Energielieferanten

Unterwegs gilt wie beim Frühstück: Vollkornbrot liefert länger Energie als ein Riegel (und macht weniger durstig). Ein Käse- oder Wurstbrot schmeckt unterwegs auch Kindern, die zuhause eher auf süße Kost bestehen - der natürlichen Umgebung und dem deftigen Hunger nach körperlicher Anstrengung sei Dank. Deshalb schmecken generell herzhafte Dinge besser und wer will kann die Jause auch zünftig gestalten mit Brot und Wurst, die direkt vor Ort geschnitten und aus der Hand gegessen werden. Dazu erfrischen Gurkenabschnitte oder Paprika-Schnitze – und Äpfel lassen sich sogar beim Gehen wunderbar aus der Hand essen. Bananen sind perfekte Kraftspender, werden aber unterwegs leicht unansehnlich und sollten darum relativ schnell gegessen werden.

Für ein größeres Picknick zwischendurch eignen sich kalte (nicht zu fette) Reibekuchen oder zusammengerollte (gefüllte) Eierpfannkuchen. Beides kann mit den Fingern gegessen werden, während andere gesunde Speisen wie Reis- oder Nudelsalat Besteck (und gegebenenfalls auch Teller) erfordern und so dafür sorgen, dass das Wandergepäck deutlich zunimmt. Für den süßen Appetit sowie als Energieschub bieten sich Nussmischungen bzw. Studentenfutter an, auch trockene Kekse oder Zwieback.

Darüber hinaus sollten für die speziellen Momente nachlassender Kondition und Wanderlust auch einige Naschereien der Kategorie „glücklich machende Kraftspender“ eingepackt werden. Angeführt wird die Skala dieser Naschereien natürlich von Schokolade. Gegen die ist auch nichts einzuwenden, solange sie nur als „kleines Bonbon“ zu bestimmten Gelegenheiten und nicht als reguläre Verpflegung eingesetzt wird: Denn solche fetthaltigen Schleckereien machen durstig, vor allem aber machen sie zwar in kleinen Mengen fit, in größeren Mengen jedoch träge. Als Belohnung an einem mit besonderer Anstrengung „erkämpften“ Etappenpunkt oder als Notration und Motivationshilfe bei echter Ermüdung ist Schokolade allerdings unschlagbar. Allerdings wird bei sehr warmem Wetter aus einer Schokotafel schnell eine unschöne Schmiererei, in diesen Fällen sollte man lieber auf entsprechende Müsliriegel oder Kekse ausweichen.

Welche Utensilien für die Pausen benötigt werden, richtet sich nach den mitgenommenen Speisen. Drei Dinge sind jedoch unverzichtbar:

  •  Ein Taschenmesser: Kinder (besonders kleine) finden am Apfel, an der Banane, am Wurstzipfel etc. oft irgendwo ein „Ihhhh“, das weggeschnitten werden soll.
  •  Küchen- oder Taschentücher gegen klebrige Finger und schokoschnutige Gesichter.
  •  Eine (oder mehrere) Tüte(n) für den Müll

 

Diese Mahlzeiten liegen beim Wandern schwer im Magen

Alle Speisen, die schwer im Magen liegen, sollte man vermeiden, wenn nach dem Essen noch gewandert werden soll. Das sind die bereits genannten fettlastigen Nahrungsmittel sowie generell alles Schwerverdauliche. Hierunter fallen auch viele Gerichte, die besonders in Ausflugslokalen beliebt sind, wie Rühreier mit Bauernspeck und Ähnliches.

Aus nachvollziehbaren Gründen sollte zudem auf Essen verzichtet werden, das die Verdauung allzusehr antreibt: Nicht jeder findet eine Sitzung auf dem Donnerbalken wildromantisch, mehrere solcher Sitzungen kann unterwegs niemand gebrauchen – genauso wenig wie Bauchgrimmen!

Motivation

Etappenziele

„Wann sind wir daaa?“ – diese Frage kommt beim Wandern mit Kindern auf jeden Fall. Die beste Antwort darauf sind möglichst viele Etappenziele innerhalb der Tagesstrecke. Denn Zeitangaben sind für Kinder keine befriedigende Antwort auf obige Frage, auch wenn diese mit „wann“ formuliert ist. Mangels zuverlässigem Zeitgefühl können sie sich unter der Antwort „in einer Stunde“ nicht viel vorstellen – oder schlimmer noch, sie stellen sich darunter „eine Ewigkeit“ vor.

Ganz anders sieht es aus, wenn man Angaben machen kann wie diese:

„Wir kommen noch zu fünf Zwischenzielen, das nächste ist eine Brücke über einen kleinen Bach“

Eine solche Beschreibung beinhaltet zwei psychologische Kniffe: Erstens wird dem Kind etwas angeboten, auf das es sich freuen kann bzw. das neugierig macht. Zweitens ist es eine für das Kind ganz klar messbare „Frist“: Der Ablauf einer Stunde ist für Kinder oft eine schwierig zu kontrollierende Sache, mal dauert das länger oder es heißt „ach, ein paar Minuten noch, selbst wenn die Uhr den Ablauf einer Stunden anzeigt. Aber wenn „der Bach“ erreicht ist, ist er erreicht – das gibt Sicherheit.

Wenn möglich, sollten die benennbaren Zwischenetappen darum auch in so kurzen Entfernungen von einander liegen, dass sie für die mitwandernden Kinder einen spürbaren „Takt“ ergeben. Je nach Alter müssen dafür also mehr oder weniger Zwischenziele gefunden werden, denn während große Kinder durchaus auch einmal eine dreiviertel Stunde ohne sichtbaren Taktgeber wandern können, benötigen kleine Kinder häufiger das Gefühl, einen Abschnitt geschafft zu haben.

Spiele

Die klassische „Nebenbeschäftigung“ beim Wandern war früher das Singen. Auch wenn die klassischen Wanderlieder heute viele Kinder eher irritieren: Es gibt Lieder, die immer begeistern. Ganz vornweg sind dies Lieder mit Wortwitz, oder auch solche mit Wortspielen. Ein Beispiel ist das alte „Klotz, Klotz, Klotz am Bein“, bei dem die Wanderumgebung in das Lied integriert wird und dazu (möglichst verrückte) Reime gefunden werden:

Klotz, Klotz, Klotz am Bein,
Klavier vorm Bauch,
wie lang ist die Chaussee?

Links 'ne Tanne, rechts 'ne Tanne
, in der Mitte 'ne Badewanne

Klotz, Klotz, Klotz am Bein,
Klavier vorm Bauch,
wie lang ist die Chaussee?

Der Rhythmus des Liedes eignet sich prima zu Wandern und das Auswählen von Bäumen oder sonstigen Landmarken und passender Reime (Steine/leck're Weine, Berge/tanzen Zwerge...) macht Spaß und lenkt bei aufkommender Erschöpfung oder Langeweile ab.

Generell eigenen sich natürlich Spiele besonders, für die nur die Sprache benötigt wird, wie „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ oder „Ich packe meinen Koffer“ (z.B. mit lauter Dingen, die man am Weg findet).

Darüber hinaus gibt es Spiele, die auf den kindlichen Forscher- und Entdeckerdrang setzen, einige Beispiele hierfür sind:

 

Quiz der Tierstimmen

Vögel, Zikaden, Fliegen, Wasserplätschern und Blätterrauschen – in der Natur ist man umgeben von einem Wirrwarr an Geräuschen. Wer schafft es, die Geräusche auseinander zu halten? Wer erkennt, welches Tier welches Geräusch macht – und lässt es sich vielleicht auch finden? Hummeln sind leicht zu entdecken, aber um die Vögel zu finden, die gerade singen, muss man meist etwas innehalten und die umstehenden Bäume genau untersuchen. Am vielfältig melodischen Gesang kann man die Amsel erkennen, während die Kohlmeise mit ihrem quietschigen "zizibäh zizibäh“ eher eintönig wirkt. Aber Obacht: Sie kann auch anders – und zudem imitiert sie mitunter andere (Meisen-)Vögel.

Den Kuckuck und den klopfenden Specht erkennt jeder. Wer darüber hinaus Vogelstimmen identifizieren möchte, muss sich schon gut darauf vorbereiten und viele Gesangsproben anhören und lernen. Einfacher ist es, Vögel anhand ihres Lebensraumes und ihres Aussehens zu bestimmen. Das klappt mit einem guten Bestimmungs-Buch – noch bequemer aber geht es mit der Vogelbestimmungs-App des Bundes für Naturschutz (NABU)
(NABU Vogel-App: www.nabu.de/naturerleben/onlinevogelfuehrer/index.html).

 

Spurenlesen

Während die einen Bewohner von Wald oder Heide akustische Spuren legen, hinterlassen andere Hinweise auf ihre Existenz. Im Uferschlamm von Gewässern finden sich meist Hufabdrücke von Rotwild oder Wildschweinen – man muss nur genau hinsehen.

Wer findet die nächste Tierspur? Welches Tier hat diese wohl hinterlassen? Übrigens: Eine Tierspur muss nicht immer in Form eines Fußabdruckes herkommen: Das Vorkommen von Hasen oder Kaninchen erkennt man am ehesten an den verräterischen kleinen runden Köttelchen. Maulwurfshaufen weisen auf die kleinen Buddler hin und Rotwild hinterlässt manchmal charakteristische Kaumarken an jungen Gehölzen.

 

Wir bauen einen Staudamm/eine Hütte

Kinder sind geborene Wasserbauingenieure: Wo immer Wasser plätschert, fangen sie fast umgehend damit an, Staudämme zu bauen, Häfen anzulegen und Schiffchen zu konstruieren. Dafür wird nicht viel benötigt, das Baumaterial in Form von Steinen und Ästen liefert die Natur rundum. Nur eines ist unabdingbar: genügend Zeit. Die sollte daher unbedingt eingeplant werden, ansonsten ist große Enttäuschung vorprogrammiert.

Wo kein Wasser ist, kann dennoch gebaut werden: Aus Zweigen lassen sich vortreffliche Tipis oder sogar kleine Hütten gestalten. Allerdings: Auch das benötigt reichlich Zeit und es kann Trennungsschmerz geben, so dass das Weggehen später schwer fällt. Wer es deshalb kleiner angehen möchte, baut vielleicht nur eine kleine Burg aus Ästchen, in der eine kleine mitgebrachte Spielfigur vorübergehend einziehen kann.

 

„Forschungsexpedition“ – Wer entdeckt als erster die gesuchte Pflanze?

Für Naturkenner kann „ich sehe was, was Du nicht siehst“ zu einer Forschungsmission abgewandelt werden. Hierfür wird eine bestimmte Baum-, Pflanzen- oder Tierart vorgegeben ist („ich sehe eine Eiche“, „ich sehe eine Libelle“). Die Kinder müssen dann versuchen, ein Exemplar dieses Lebewesens zu entdecken.

 

Wieder zu Hause

Kleine Souvenirs

Kinder sind leidenschaftliche „Sammler und Jäger“. So sehr das häufige Anhalten und Einpacken von Steinen, Tannenzapfen oder Schneckenhäusern manchen „großen Wanderer“ unterwegs auch irritieren mag – zu Hause wird das Mitgebrachte zum wahren Schatz. Denn die kleinen Dinge tragen die Erinnerung an das große gemeinsame Abenteuer in sich. Doch was tun mit all dem „Krimskrams“? Eine Methode ist, die Kinder die Andenken in einer Schublade oder Schachtel aufheben zu lassen – bis sie nach der nächsten oder übernächsten Tour eventuell den neuen Mitbringseln weichen. Schöner aber ist es, wenn die Souvenirs in „Kunst“ verwandelt werden.

 

Mini-Kunstwerke im Quadrat: Inchies

Unter „Inchies“ versteht man die künstlerische Technik, mehrere „Minileinwände“ zu gestalten und dann zu einem größeren Bild zu arrangieren.

Die Unterlagen für Inchies bekommt man für wenig Geld im Bastelgeschäft. Damit die Sammelobjekte gut darauf passen, sollte die größere Variante mit mindestens 5 cm Kantenlänge gewählt werden. Für die Gestaltung werden die kleinen Leinwände einfach nach Lust und Laune mit passenden Fundstücken beklebt. Hier und dort darf dabei ruhig etwas über die Kanten herausragen – jedoch nicht zu sehr, damit hinterher noch eine regelmäßige Anordnung möglich ist. Besonders schön ist es, wenn vor dem Bekleben die Leinwände selbst farbig gestaltet werden: Entweder sie werden angemalt oder mit Stoff oder buntem Papier beklebt. Findet sich in einer Hosentasche eine Handvoll Sand, kann man auch diesen für die „Grundierung“ benutzen: Einfach mit Tapetenkleister oder Bordürenkleber vermischen und auf die Leinwand streichen. Nach dem Trocknen bildet die Sandschicht einen festen Untergrund, auf den die Erinnerungsstücke geklebt werden können.

Sind alle Inchies fertig, werden sie parallel zueinander angeordnet in einen 3-D-Bilderrahmen geklebt. Tipp: Solche Rahmen gibt es günstig in schwedischen Möbelhäusern oder – aus Pappmaché zum selbst Bemalen – im Bastelgeschäft.

 

Eine Fotokollage basteln

Kleine Andenken können auch in Fotokollagen Einzug halten. Doch generell dominieren hier wirklich Fotos. Wichtig ist, dass ein fester Untergrund gewählt wird, auf dem dann die Fotos angeordnet werden. Dabei können die Bilder wie ein Rechteck-Puzzle akkurat ausgerichtet oder aber wild durcheinander arrangiert werden. Oft ist es schön, wenn einzelne Motive in stärkerer Vergrößerung als zentrales „Leitmotiv“ gewählt werden, das von kleineren Fotos dann um- und überlagert wird. Schöne Effekte gibt es auch, wenn aus manchen Abzügen nur Details herausgeschnitten und in das Mosaik eingesetzt werden.

Für großformatige Fotocollagen eignet sich Sprühkleber sehr gut, hiermit lassen sich die Bilder am einfachsten ganzflächig aufkleben. Auch dünne Sandschichten kann man so versuchen, aufzubringen. Für feinere Puzzlearbeiten greift man jedoch besser zum bewährten Bastelkleber. Der kommt auch zum Einsatz, wenn zusätzlich zu den Fotos noch kleine Mitbringsel aufgeklebt werden sollen, die das Gesamtwerk noch lebendiger machen. Allerdings: Je nach der Größe der Fotokollage kann es schwierig bis unmöglich werden, einen passenden Bilderrahmen zu finden, der für aufgeklebte Objekte genügend Tiefe hat!

 

Nach der Wanderung ist vor der Wanderung

Die Beschäftigung mit den Souvenirs ist eine tolle Gelegenheit für alle, die Erlebnisse der Wanderung gemeinsam Revue passieren zu lassen. Und wenn dann alle in Erinnerungen schwelgen, können gleich die Pläne für den nächsten Wanderausflug geschmiedet werden.

Dabei fließen dann alle Erfahrungen des zurückliegenden Abenteuers mit ein...

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