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Madeira - die Blumeninsel im Atlantischen Ozean

Ebenso wie die benachbarten Kanaren und Azoren ist auch Madeira vulkanischen Ursprungs. Die steil aufragende Küste, bizarre Felsformationen, sowie Mittel- und Hochgebirgslandschaften verleihen der Insel ihren ganz besonderen Reiz und lassen Aktivurlauber vor allem beim Wandern auf ihre Kosten kommen. Die höchsten Gipfel Madeiras befinden sich im Zentrum des Eilandes. Neben dem Pico do Aneiro, dem Pico Grande und dem Pico des Torres ragt der höchste Berg der Insel, der Pico Ruivo, mit 1,862 Metern gen Himmel. Zerklüftete Felsen und Lavagestein in den verschiedensten Formen machen dieses Hochgebirge zu einem perfekten Terrain für Bergwanderer und Trekking-Fans. 

Die artenreiche Vegetation hat Madeira als Blumeninsel berühmt gemacht. Viele der hier vorkommenden Pflanzen wurden vom Menschen auf die Insel gebracht, wie zum Beispiel die farbenprächtig blühenden Hortensien und Strelitzien. Auf einer rund 150 Quadratkilometer umfassenden Fläche erstreckt sich der Lorbeerwald Laurisilva, der neben Farnen, Moosen, dem Madeira-Holunder und Baumheide unzählige Azoren- und Kanaren-Lorbeer-Bäume beherbergt und somit beim Wandern einzigartige Naturerlebnisse bereithält. Auf den Höhen zwischen Lorbeerwald und Hochgebirge breitet sich der Heidewald Madeiras aus, der Wanderern nur bedingt Schatten, aber immer wieder herrliche Ausblicke bietet, denn der Baumbestand ist hier deutlich niedriger. 

Die Hauptstadt Madeiras ist Funchal im Süden der Insel, zu deren Distrikt auch die nahegelegene Insel Porto Santo gehört. In Funchal finden sich zahlreiche Luxus-Hotels, wie zum Beispiel das Reid’s Palace, das im Jahre 1891 eröffnet wurde und in dem bereits Winston Churchill genächtigt haben soll. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Funchal gehören unter anderem die Hafenanlagen, der tropische Garten in Monte, das Museu de Electricidade – Casa da Luz, sowie das Casino des Architekten Oscar Niemeyer, das nachts spektakulär beleuchtet wird und auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Lohnend ist auch eine Fahrt mit der Luftseilbahn vom Botanischen Garten aus nach Monte. Die Fahrt führt über das Tal Vale da Ribeira de Joao Gomes und hält atemberaubende Ausblicke bereit.

Wanderungen auf Madeira

Die landschaftliche Schönheit macht die Insel Madeira zu einem wahren Paradies für Bergwanderer, Anhänger des Trekkings und Naturliebhaber. Damit sämtliche Regionen der Insel und ihre Bewohner mit Wasser versorgt werden konnten, wurden bereits im 15. Jahrhundert die ersten Levadas errichtet. Hierbei handelt es sich um von Menschenhand erschaffene Wasserkanäle, die das Regenwasser im Zentrum Madeiras auffangen und ermöglichen, dass das kühle Nass auch dorthin fließt, wo es gebraucht wird. Die Wege entlang der Levadas wurden einst hauptsächlich von den Verwaltern benutzt, um die Kanäle zu warten und instandzuhalten. Seit den 1980er Jahren haben aber auch Wanderer diese aussichtsreichen Wege für sich entdeckt, denn sie erschließen dem Fußgänger auf einzigartige Weise die unglaubliche Landschaftsvielfalt der Insel Madeira. 

Levada-Wanderungen auf Madeira erfordern allerdings eine gute Planung, denn neben recht einfachen Routen hält das Wegenetz auch sehr anspruchsvolle Touren bereit, die zum Beispiel entlang hoher Klippen führen und dem Wanderer eine gewisse Bergerfahrung abverlangen. Beim Wandern entlang der Levadas sollte man gut ausgerüstet sein und unter anderem auch eine Taschenlampe mit sich führen, die dem Fußgänger beim Durchqueren verschiedener Tunnel gute Dienste leisten wird. Wer auf Sicherheit setzt, kann an geführten Levada-Wanderungen teilnehmen, die von einem ortskundigen Guide begleitet werden. Das Wegenetz der Levadas umfasst insgesamt eine Strecke von rund 2.000 Kilometern. Da ist mit Sicherheit für jede Könnensstufe eine passende Route dabei. 

Die Levadas sind von frischem Grün und blühenden Pflanzen und Blumen gesäumt. Sie führen in fruchtbare Täler, herrliche Wälder, idyllisch gelegene Dörfer, aber auch entlang tiefer Schluchten oder unter rauschenden Wasserfällen hindurch, so dass das Wandern auf Madeira Abwechslung und spektakuläre Naturerlebnisse garantiert. Der kleine Ort Riberio Frio zwischen Funchal und Faial im Zentrum der Insel ist Ausgangspunkt für verschiedene Levada-Wanderungen. Ganz in der Nähe des Dorfes befindet sich der lohnende Aussichtspunkt Balcoes, der einen grandiosen Blick auf die kontrastreiche Bergwelt Madeiras freigibt. Levada-Wanderungen sind perfekt dazu geeignet, entlegene und mit dem Auto nicht erreichbare Plätze Madeiras zu erkunden und die Insel mit all ihren Facetten auf sich wirken zu lassen.

levada madeira

Funchal - die Hauptstadt der Insel Madeira

Während eines Wanderurlaubs auf Madeira darf ein Besuch der schönen Inselhauptstadt Funchal natürlich nicht fehlen. In einer wunderschönen Bucht im Süden der Insel gelegen lädt Funchal mit interessanten Sehenswürdigkeiten, regem Nachtleben, komfortablen Unterkünften und malerischer Umgebung zum Bummeln ein. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts spielt der Tourismus hier eine große Rolle, wobei in den Anfängen sich nur Gutbetuchte und Adlige die Unterkunft in den Luxushotels leisten konnten. Heute machen Hotelanlagen und andere Feriendomizile Funchal zu einem erschwinglichen Reiseziel. Die Hauptstadt Madeiras bildet außerdem einen idealen Ausgangspunkt für Ausflüge zur Insel Porto Santo, die im Gegensatz zur Hauptinsel lange Sandstrände zu bieten hat und mit dem Schiff oder Flugzeug bequem zu erreichen ist. 

Funchal beherbergt interessante Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch abwechslungsreich gestalten. Lohnend ist zum Beispiel ein Abstecher zum Marcado dos Lavradores, einer riesigen Markthalle, in der man die Einheimischen beim Feilschen auf dem Fischmarkt beobachten kann. Ebenfalls sehenswert ist die spätgotische Se Catedral de Nossa Senhora da Assuncao. Der Bau der Kathedrale begann im Jahr 1500, die Einweihung fand acht Jahre später statt. Kulturinteressierte kommen auch im Museu Photographia Vicentes im Zentrum von Funchal auf ihre Kosten, in dem auf einer Fläche von 200 Quadratmetern die Geschichte der Fotografie seit ihrer Entstehung anhand verschiedenster Apparate und Gerätschaften nachvollzogen werden kann. 

Neben vorzüglichen Restaurants, in denen Urlauber unter anderem auch den berühmten Madeira-Wein kosten können, und einem großen Casino, das im noblen Pestana Casino Parkhotel untergebracht ist, hat Funchal auch wunderschöne Parks und Gärten zu bieten, die zu erholsamen Spaziergängen einladen. In unmittelbarer Nähe des Casinos zieht der Santa Catarina Park Blumen- und Pflanzenliebhaber schnell in seinen Bann. Der kunstvoll gestaltete Park liegt oberhalb des Hafens und hält einzigartige Ausblicke auf die Küste bereit. Mit voller Blütenpracht präsentiert sich auch der Orchideen-Garten, in dem Besucher mehr als 50.000 Pflanzen in den schönsten Farben bestaunen können. Aussichtsreiche Ruheplätze runden das Angebot ab und lassen keine Wünsche mehr offen.

funachal madeira

Porto Santo - die Nachbarinsel Madeiras

Die kleine Insel Porto Santo gehört dem portugiesischen Archipel an und liegt rund 40 Kilometer nördlich von Madeira. Eine Fahrt mit der Fähre von Funchal nach Porto Santo dauert zwei bis drei Stunden, ein Flug etwa 20 Minuten. Zum Wandern bietet sich vor allem das Landesinnere an, aber auch die teilweise flache Küste lädt zu langen Spaziergängen ein. Badeurlauber kommen auf Porto Santo garantiert auf ihre Kosten, denn die nur elf Kilometer lange und sechs Kilometer breite Insel hat Besuchern einen wunderschönen Sandstrand zu bieten. Am Campo de Baixo genießen Urlauber viel Komfort und ein vielseitiges Sport- und Freizeitangebot. Hobby-Golfer finden auf Porto Santo ebenfalls einen wunderschönen Golfplatz in einzigartiger Landschaftskulisse direkt an der Atlantikküste. 

Während Madeira mit üppiger Vegetation und einer kontrastreichen Bergwelt überzeugen kann, präsentiert sich die kleine Nachbarinsel eher karg und fast baumlos. Nichtsdestotrotz gibt es hier einiges zu entdecken, wie zum Beispiel die Casa de Colombo in Vila Baleira. Das Haus soll einst von Christoph Columbus und seiner Frau, die er auf Porto Santo heiratete, bewohnt worden sein. Heute befindet sich darin ein Kolumbus-Museum. Vila Baleira ist der Hauptort Porto Santos. Er liegt an der flachen Südküste und ist gleichzeitig Wohnort fast aller Einwohner der Insel. Das Wandern soll jedoch auch nicht zu kurz kommen und so bieten sich ausgedehnte Wanderungen durch das Hinterland an, das durchaus mit Landschaftsvielfalt überzeugt. 

Wer auf der Insel Porto Santo wandern möchte, sollte stets gut ausgerüstet sein und immer ausreichend Proviant, Trinkwasser und Sonnenschutz mit sich führen, denn Geschäfte und Einkehrmöglichkeiten, sowie schattenspendende Bäume finden sich nur wenige. Porto Santo hält blühende Wiesen (hauptsächlich im Frühjahr), kleine Wälder, herrliche Küstenregionen, aber auch Wüstenlandschaften und bizarre Felsformationen rund um die Berge Pico do Castelo und Pico da Facho bereit, so dass sich auch ausgedehnte Wanderungen durchaus lohnen können. Die Insel überrascht immer wieder mit wechselndem Landschaftsbild und ist somit ein perfektes Ziel für erlebnisreiche Wandertouren.

Attraktive Wanderrouten auf Madeira

Die Insel Madeira bietet Wanderfreunden ein gut ausgebautes Wegenetz, das ihnen die gesamte Schönheit der Vulkaninsel erschließt. Im Rahmen erlebnisreicher Levada-Wanderungen und Gipfeltouren können Aktivurlauber in eine farbenfrohe und äußerst kontrastreiche Inselwelt eintauchen und den Alltag hinter sich lassen. Faszinierende Ausblicke und Naturerlebnisse verspricht die 25-Quellen-Wanderung im Naturschutzgebiet Rabacal im Südwesten Madeiras. Vom Parkplatz Rebacal aus geht es entlang der Levada do Risco durch reizvolle Landschaften, die von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurden und wunderschöne Baumheiden und Lorbeerwälder beherbergen. Nach herrlichen Ausblicken in das grüne Tal der Ribeira da Janela bildet eine malerische Lagune, in die sich zahlreiche Wasserfälle ergießen, den Höhepunkt dieser Wanderung. 

Bergfreunde kommen bei einer Gipfeltour vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo, dem höchsten Berg Madeiras, auf ihre Kosten. Steile Auf- und Abstiege erfordern eine gute Kondition und Schwindelfreiheit. Dank gesicherter Steintreppen kann der Weg aber auch von Ungeübten ohne Probleme bewältigt werden. Die rund dreistündige Tour führt vom Gipfel des Pico do Arieiro um den Pico das Torres herum und schließlich zum höchsten Punkt Madeiras. Vom Gipfel des Pico Ruivo auf 1.862 Metern genießt man einen tollen Panoramablick auf das Tal Faja da Nogueira und eine kontrastreiche Bergwelt. Wanderer können zwischen zwei Routen wählen, wobei die kürzere Variante durch den Tunnel Pico das Torres und die andere über den aussichtsreichen Grat führt. 

Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich der Nordküstenweg, der alte Transportweg der Weinbauern, der als einer der schönsten Wanderwege der Insel Madeira gilt. Die Route führt über aussichtsreiche Höhen am Meer entlang und bildet die kürzeste Verbindung zwischen den Orten Porto da Cruz und Macchico. Während der Wanderung erschließen sich dem Aktivurlauber, der übrigens schwindelfrei sein sollte, blühende Kulturlandschaften und spektakuläre Ausblicke auf die Küste. Auf dem Weg liegt eine Zuckerrohrfabrik, die besichtigt werden kann. Nach den Anstrengungen der Wanderung bietet sich auch ein erfrischendes Bad im Meer in Porto da Cruz an.

Sehenswerte Ortschaften auf Madeira

Der meistbesuchte und größte Ort auf Madeira ist die Inselhauptstadt Funchal. Beim Wandern durch die ländlichen Gegenden der Insel kommt man aber auch in kleinere, idyllisch gelegene Ortschaften, die das alltägliche Leben der Einheimischen widerspiegeln und von großen Touristenströmen in der Regel verschont bleiben. Sehr reizvoll sind die kleinen Fischerdörfer an der Küste, wie zum Beispiel Paul do Mar, das mit beschaulichem Hafen und hübschen Ferienhäusern zum Relaxen einlädt. Der Nachbarort Jardim do Mar ist ebenfalls ein kleiner Fischerort, an dessen Hafen Besucher die Fischer bei ihrer Arbeit beobachten können. Hier lohnt sich ein Bummel durch die engen Gassen des historischen Ortskerns, der Sehenswürdigkeiten wie die Kirche Nossa Senhora de Rosario und gemütliche Lokale beherbergt. Hinter dem Ortskern gelangt man zur Promenade, die einen wunderschönen Ausblick auf die Küste und die zahlreichen Surfer, die kunstvoll über die Wellen reiten, freigibt. 

Das Wandern auf Madeira hat somit viele Facetten und führt Aktivurlauber an die schönsten Plätze der Insel. Im äußersten Nordwesten Madeiras liegt der beliebte Badeort Porto Moniz, der in längst vergangenen Zeiten als bedeutender Handelshafen galt und heute vor allem wegen der zahlreichen Lavapools und Meeresschwimmbecken Besucher von nah und fern anlockt. Porto Moniz bietet einen direkten Zugang zur Levada da Moinho, so dass ein Besuch des Ortes sehr gut mit einer erholsamen Wanderung verbunden werden kann.

Oberhalb von Funchal befindet sich der bekannte Urlaubsort Monte, der von der Inselhauptstadt aus auch mit einer Seilbahn zu erreichen ist. Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehören die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte, sowie die Grabstätte des letzten österreichischen Kaisers. Ein sehr ursprünglicher Ort auf Madeira ist Sao Vicente, der zwar nicht an der Küste liegt, mit den Höhlen Grutas de Sao Vicente jedoch ein lohnendes Ausflugsziel darstellt. Hier kann man beachtliche Salzsäulen und lange Lavatunnel besichtigen.

madeira ortschaften

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